Alte Handschriften entziffern anhand historischer Dokumente über die Tram

Mehr als 100 Jahre alte Dokumente zur Straßenbahnverbindung zwischen Straßburg und Kehl sind Gegenstand eines Workshops im Hanauer Museum, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Dienstag, 25. Juli, um 18 Uhr lernen, alte Handschriften zu entziffern. Außerdem werden bei dem Workshop alte Postkarten mit Tram-Motiven gezeigt und deren Bedeutung in der damaligen Zeit erklärt.

Eines der Schriftstücke, die dazu herangezogen werden, ist der Bericht über die erste Tramfahrt von Kehl nach Straßburg am 1. Januar 1898. Außerdem wird das Antwortschreiben der beiden Kehler Bürgermeister auf den Vorschlag eines Berliner Ingenieurs gelesen, der bereits 1872 ein Straßenbahnnetz Kehl-Straßburg einrichten wollte. In ihrem Brief an den Ingenieur wünschen die Kehler Bürgermeister dem Werk ein gutes Gelingen, machen aber gleichzeitig deutlich, dass sie nicht bereit sind, Geld dafür zu bezahlen.
Ein weiteres Dokument, das behandelt wird, ist die Petition des Gemeinderats der Stadt Kehl an den Großherzog, in der er 1883 den Bau einer festen Brücke über den Rhein forderte – der Brücke, die es später überhaupt erst möglich machte, dass die Straßburger Straßenbahn nach Kehl fahren konnte. Im Rahmen des Brückenbaus kam es schließlich zu Streitigkeiten zwischen Dorf und Stadt Kehl: Die einen weigerten sich, die Brückenbeleuchtung zu zahlen, die anderen fürchteten um ihre Häuser, an denen die Drähte für die Stromversorgung der Tram befestigt werden sollten. Schriftstücke, die diesen Streit dokumentieren, sind ebenso Inhalt des Workshops.
Stadtarchivleiterin Dr. Ute Scherb gibt bei der Bearbeitung der Dokumente verschiedene Tricks weiter, die die Entschlüsselung der mehr als hundert Jahre alten Schriften erleichtern. Dabei geht sie auch auf die Entwicklung der Sütterlin-Schrift ein, die ab 1917 an den Schulen gelehrt wurde. Am Ende sollen die Teilnehmer in der Lage sein, die Handschriften mit ein wenig Übung selbst zu entziffern.
Zusätzlich zu den schriftlichen Dokumenten präsentiert Ute Scherb auch alte Postkarten – im 19. Jahrhundert hatten diese noch einen weit höheren Stellenwert als heutzutage: Sie waren das beliebteste Mittel zur Übermittlung von Kurznachrichten über längere Distanzen.

Eine Auswahl von Postkarten mit Tram-Motiven: Diese fünf können auch in der Tourist-Information erstanden werden.zoom

In Kehl als Garnisonsstadt wurden sie zum Beispiel von Soldaten genutzt, um ihren Liebsten in der Ferne Mitteilungen zu schicken. Aber auch Touristen aus dem Elsass, bei denen Kehl ein beliebtes Ziel war, kauften die Ansichtskärtchen gerne, um ihren Angehörigen einen Eindruck von ihrem Ausflug auf die andere Seite des Rheins zu vermitteln. Weil das Geschäft mit den Postkarten florierte, gab es sie mit zahlreichen unterschiedlichen Motiven – ein besonders beliebtes war die Tram, die damals mitten durch die Stadt fuhr. Im Stadtarchiv lagern heute Postkarten, die die Tram vor dem Rathaus, auf der heute nicht mehr erhaltenen Straßenbrücke über den Rhein oder in der heutigen Fußgängerzone zeigen. Einige von ihnen kann man als Nachdruck auch in der Tourist-Information kaufen: Dort stehen fünf verschiedene Motive zur Auswahl, bei den Karten handelt es sich um frühe Fotografien, die vor dem Druck retuschiert und zum Teil koloriert wurden.
Der Workshop im Hanauer Museum dauert rund zwei Stunden und kostet 8 Euro (3 Euro für Schüler und Studenten sowie für Schwerbehinderte). Maximal 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer können mitmachen. Anmeldungen nimmt das Stadtarchiv unter 07851 78783 entgegen. 

Isabella Schmider von der Tourist-Information mit den Postkarten, die dort zum Verkauf stehen.zoom
 

Flüchtlingshilfe Kehl

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