Kosten und Finanzierung von Sanierung und Umbau sowie Folgekosten

Die Kosten für die Sanierung des historischen Gebäudes der Tulla-Realschule und den Umbau für die genannten neuen Nutzungen werden sich auf rund 8,34 Millionen Euro belaufen. Die Kosten für die Ausstattung und Einrichtung des Kulturcafés sollen vom künftigen Pächter getragen werden.

Dass die ursprünglich mit 6,45 Millionen veranschlagten Baukosten nicht eingehalten werden konnten, liegt auch darin begründet, dass es mit finanziell vertretbarem Aufwand nicht möglich ist, Altbauten im Vorfeld so gut zu untersuchen, dass Überraschungen bei der Sanierung ausgeschlossen werden können. Außerdem lagen zum Zeitpunkt der Kostenschätzung die Tragwerksplanung, die Planung der Haustechnik und die endgültige Abstimmung mit den künftigen Nutzern noch nicht vor.


Die Mehrkosten von knapp zwei Millionen Euro haben folgende Ursachen:

Rohbauarbeiten: + 380 000 Euro
Die Rohbauarbeiten wurden teurer, weil zusätzliche Arbeiten – wie etwa der Abbruch von Bestandsdecken oder die Unterfangung von Fundamenten – notwendig wurden.

Altlasten: + 150 000 Euro
Weil mit PAK (Polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe) durchsetztes Baumaterial entfernt und entsorgt werden musste, entstanden zusätzliche Kosten. Außerdem musste der Fliesenbelag in allen Stockwerken abgetragen werden.

Deckensanierung: + 360 000 Euro
Weil beim Abstrahlen der Stahlbetonrippendecken deutlich mehr Material abgetragen werden musste, als ursprünglich angenommen, um die Haftung für den Spritzbeton zu gewährleisten, weil zusätzliche Brandschutzmaßnahmen erforderlich wurden und eine Decke im Ostflügel nicht tragfähig war, so dass sie durch ein Stahlträgergerüst abgesichert werden musste, sind unvorhergesehene Mehrkosten entstanden.

Technische Gewerke: + 400 000 Euro
Die Mehrkosten setzen sich aus deutlich gestiegenen Preisen für die technische Ausrüstung (Heizung, Sanitäranlagen, Klimaanlage, Elektroinstallationen), zusätzlichen Auflagen im Baugenehmigungsverfahren für Sicherheitseinrichtungen sowie aus statischen Maßnahmen für den Einbau der Lüftungsanlagen zusammen.

Zimmerer- und Blechnerarbeiten: + 50 000 Euro
Der Austausch einiger Dachbalken verursachte die Kostensteigerung.

Schallschutz: + 150 000 Euro
Da sich das Gebäude im Laufe der Zeit stark gesetzt hat, musste das Gebäude mit einer Säge in drei Teile getrennt werden. Außerdem ergaben sich Höhenunterschiede, die einen Aufbau der Fußböden notwendig machte. Beim Veranstaltungsraum betrug das Gefälle auf einer Länge von 14 Metern beispielsweise bis zu acht Zentimeter. Aus statischen Gründen mussten die Schallschutzwände in den Räumen der Musikschule selbsttragend eingespannt werden.

Außenputz: + 60 000 Euro

Im Zuge der Abbrucharbeiten wurden netzartige Risse im Mauerwerk festgestellt. Aus diesem Grund musste der komplette Außenputz entfernt und auf den Grundputz zusätzlich ein Armierungsgewebe aufgebracht werden, das den Oberputz vor dem Durchschlagen der Risse schützen soll.

Brandschutz: + 40 000 Euro
Die Brandschutzauflagen im Bereich der Treppenfenster verursachten Zusatzkosten. Außerdem mussten die Eckfenster zu den neuen Treppenhäusern mit der Brandschutzverglasung ausgestattet werden.

Glasfassade: + 40 000 Euro
Die ursprüngliche Aluminium-Glasfassade auf der Nordseite musste wegen eines Berechnungsfehlers des Fassadenherstellers in der Ausführungsplanung in eine Stahlfassade abgeändert werden. Das hohe Gewicht der Glaselemente hätte durch die Aluminiumkonstruktion nicht sicher gehalten werden können.

Gutachter, Sachverständige, Rechtsberatung etc.: + 100 000 Euro
Für Beratungsleistungen von Rechtsanwälten, Sachverständigen oder Bodengutachtern fielen Baunebenkosten in Höhe von 100 000 Euro an.

Die zeitliche Verschiebung des Bauprojektes und die aktuell gute Konjunkturlage führten zu einer zusätzlichen Baukostensteigerung von rund vier Prozent, was eine Kostensteigerung von knapp 160 000 Euro bedeutet.

Gesamt: + 1 890 000 Euro

Folgekosten:

Haben die neuen Nutzer die umgebaute und sanierte Tulla-Realschule bezogen, rechnet die Stadt mit jährlichen Betriebs- und Unterhaltungskosten von 208 000 Euro. Diese sind komplett aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren.

 
 
 

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