Umbau der Tulla-Realschule hat begonnen

Das historische Gebäude der Tulla-Realschule in der Kinzigstraße 36 wird für 6,3 Millionen Euro zu einem Kultur- und Bildungszentrum umgebaut. Die Arbeiten haben am 14. April 2015 mit einem symbolischen Baggerbiss begonnen, den OB Toni Vetrano am Steuerknüppel höchst selbst ausführte.

In ihren Redebeiträgen vor Gemeinderäten, Ortsvorstehern und Vertretern der Einrichtungen, die das Gebäude künftig nutzen werden, erinnerten Oberbürgermeister Toni Vetrano und Baubürgermeister Harald Krapp beim Baubeginn noch einmal daran, warum das Gebäude insgesamt neun Jahre lang leer stand. Kehl habe nur wenige historische und denkmalgeschützte Gebäude aufzuweisen, mit diesen wenigen müsse man sorgsam umgehen, betonte Toni Vetrano. Dieser Pflicht sei es geschuldet, dass man lange und genau überlegt habe, was mit dem Gebäude geschehen und wer es nutzen solle. Er sei sich sicher, dass man jetzt das bestmögliche Konzept gefunden habe.

Den Umbau und das Nutzungskonzept für die ehemalige Tulla-Realschule hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15. Mai 2013 mit großer Mehrheit bei zwei Gegenstimmen beschlossen. Zur Kenntnis nahmen die Ratsmitglieder darüber hinaus, dass Betrieb und Unterhaltung des Gebäudes den städtischen Haushalt künftig mit gut 200 000 Euro jährlich belasten werden und dass noch nicht sicher ist, ob die Landeszuschüsse in  voller Höhe gewährt werden. Fließt das Geld aus Stuttgart so wie beantragt, bleibt der Stadt ein Eigenanteil am Umbau des denkmalgeschützten einstigen Schulgebäudes von 3,4 Millionen Euro.

Platz zur Blumenstraße

Das Nutzungskonzept sieht die folgende Raumnutzung vor:

  • Die Volkshochschule bekommt einen Unterrichtsraum im Keller und drei im Erdgeschoss. Dazu zwei Büros und einen Sozialraum. Im Dachgeschoss werden weitere drei Unterräume untergebracht. Die Flächen summieren sich insgesamt auf 348 Quadratmeter.
  • Die Musikschule kann Unterricht für Schlagzeuger und Bands im Kellergeschoss erteilen und findet darüber hinaus Platz im ersten Obergeschoss: Dort werden elf Unterrichtsräume und ein größerer Proberaum fürs Ensembles eingerichtet. Außerdem stehen der Musikschule ein Büro und zwei Abstellräume zur Verfügung, also insgesamt eine Fläche von 478 Quadratmetern.
  • Die Jugendkunstschule Offenburg bekommt im zweiten Obergeschoss die Möglichkeit, sich in Kehl mit einem großen Arbeitsraum eine Dependance zu schaffen, der durch einen Abstellraum für Material ergänzt wird (insgesamt 72 Quadratmeter).
  • Das städtische Kulturbüro zieht von der Stadthalle in die historische Tulla-Realschule um und verfügt dort dann über drei Büros mit zusammen 113 Quadratmetern.
  • Herzstück des zweiten Obergeschosses wird der Veranstaltungsraum für Kleinkunst mit Bühne und Platz für etwa 130 Zuschauer. Zusammen mit dem Raum hinter der Bühne erstreckt er sich über 287 Quadratmeter.
  • Im Dachgeschoss bleiben noch gut 200 Quadratmeter Fläche frei - dort könnten Künstlerateliers eingerichtet werden. Außerdem prüft die Verwaltung, ob der Raum im Turm erschlossen und eventuell als Fäche für Ausstellungen genutzt werden kann.

Zusätzlich belebt werden soll das Kultur- und Bildungszentrum durch ein Kulturcafé, das im Erdgeschoss auf zwei Ebenen mit 215 Quadratmetern Fläche eingerichtet wird. Dafür wird die Fassade zum Blumenplatz hin in Absprache mit dem Denkmalamt geöffnet, so dass auch eine Bewirtung im Freien möglich wird. Für das Café sucht die Stadt einen privaten Betreiber, der die Kosten für die Ausstattung übernehmen soll. Der Haupteingang wird auf die heutige Rückseite der ehemaligen Schule, als zur Lägertangente hin, verlegt. Das Gebäude wird bis ins Dachgeschoss durch einen Aufzug erschlossen und ist barrierefrei.

Nach den ursprünglichen Vorstellungen des Gemeinderates sollten im historischen Realschulgebäude auch das Hanauer Museum, die Mediathek, das Standesamt mit Trausaal sowie das Seniorenbüro untergebracht werden; eventuell auch Vereine. Bei den weiteren Überlegungen - und den statischen Untersuchungen des Gebäudes - hat sich gezeigt, dass diese Einrichtungen aus unterschiedlichen Gründen keinen Platz finden können. Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, für diese Einrichtungen andere Lösungen zu suchen.

 
 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de