Wie der Garten der zwei Ufer entstanden ist

Der Garten der zwei Ufer in Zahlen

Größe Daueranlage gesamt: 56 Hektar
Kehler Garten: 22 Hektar
Straßburger Garten: 34 Hektar

Breite des Rheins: 235 Meter

Lage Passerelle des Deux Rives: Rheinkilometer 292,950

Länge/Breite
Rad- und Fußwegsteg: 387/3 Meter
Länge/Breite Fußwegsteg: 270/2,50 Meter

Höhe der Pylone: 38 Meter

Anzahl der Stahlseile: 72 = 3700 Meter

Neu gepflanzt im Kehler Garten   

330 Bäume,
5000 Sträucher und
100 Kletterpflanzen

Kosten der Daueranlage
Kehler Seite: 8,03 Millionen Euro
(Zuschuss Land: 3,83)
Straßburger Seite: 15 Millionen Euro

Die Ausgangslage

Der Bedeutungsverlust der Staatsgrenze zwischen Deutschland und Frankreich machte den Weg frei für neue Impulse und Entwicklungschancen im städtebaulichen und freiraumplanerischen Bereich. Am Straßburger Rheinufer befand sich eine kaum genutzte Fläche; auf Kehler Seite erforderten nicht mehr in Funktion stehende Anlagen wie der Zollhof und die Großherzog-Friedrich-Kaserne neue Konzeptionsansätze.

Ein Symbol wird geplant

Knapp sieben Jahre hat es gedauert, bis am 25. Januar 2001 mit dem Bau des Gartens der zwei Ufer begonnen werden konnte. Mit einem Festakt feierten Bürger und politische Prominenz beiderseits des Rheins den ersten Spatenstich im Kehler Rheinvorland. An diesem denkwürdigen Tag unterschrieben außerdem auf der französischen Seite der Kehler Oberbürgermeister Dr. Günther Petry und der Präsident der Straßburger Stadtgemeinschaft (CUS) Robert Grossmann den Vertrag für den Bau der neuen Rheinbrücke.
Der Weg dorthin begann 1995. Der Fall der Berliner Mauer 1989 und die Grenzöffnung im Zuge des Schengener Abkommens bildeten den Hintergrund für die Überlegungen des Straßburger Stadtrats Michel Krieger, in dem Grenzraum am Rhein ein Symbol für die Einigung Europas zu schaffen. Seine Vision von einem Jardin des Deux Rives, einem Park entlang beider Ufer, war so überzeugend wie kühn: Der geschichtsträchtige Strom solle einen Bedeutungswandel erfahren; er solle nicht länger trennen, sondern verbinden. Michel Krieger präsentierte seine Vorstellungen der damaligen sozialistischen Oberbürgermeisterin Straßburgs Catherine Trautmann und beflügelte damit die Phantasien von Politik und Verwaltung. Aus Phantasien wurden Planungen, aus einer Idee grenzüberschreitende Arbeitskreise.
Eine andere Idee begann Mitte der 90er-Jahre ebenfalls ihren Lauf zu nehmen: 1996 beschloss der Kehler Gemeinderat, sich gemeinsam mit Straßburg für die Landesgartenschau 2004 zu bewerben. Der Garten der zwei Ufer solle eine Daueranlage werden, ein Bürgerpark, der mit der grenzübergreifenden Landesgartenschau eingeweiht wird, lautete der deutsch-französische Wunsch. Von einer neuen Rheinbrücke war zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede.
Am 25. Februar 1997 stand dann fest: Kehl erhält vom Landwirtschaftsministerium in Stuttgart den Zuschlag für die Landesgartenschau 2004. Doch dauerte es noch knapp neun Monate, bis der Kehler Gemeinderat mehrheitlich den Grundsatzbeschluss fasste, das Festival auszurichten. Keine ganz leichte Geburt: Die Gremiumsmitglieder rangen um diesen Entschluss, denn eine Veranstaltung dieser Art zu stemmen, dies war allen bewusst, würde eine große finanzielle Herausforderung darstellen.
Von 1998 bis 1999 richteten beide Grenzstädte einen europaweiten landschaftsplanerischen und städtebaulichen Wettbewerb "Garten der zwei Ufer/Jardin des deux Rives" aus, der von der EU finanziell gefördert wurde. Im Juli 1999 kürte ein deutsch-französisches Preisgericht den Sieger: die Arbeitsgemeinschaft Brosk/Agirbas + Wienstroer aus Essen. Ein grenzübergreifender, kreisförmiger Rundweg - "Der Weg der Zeit" - bildete das Rückgrat des erstplatzierten Entwurfs. Und in dieser Phase kam zum ersten Mal eine neue Brücke über den Rhein ins Spiel; bei vielen Wettbewerbsbeiträgen war sie gestalterisches und zentrales Element.
Die politischen Gremien Kehls und Straßburgs vollzogen die Jury- Empfehlungen in ihren Beschlüssen nach und legten damit den Grundstein für eine grenzübergreifende Bürgerbeteiligung. Über Sprachbarrieren hinweg fanden Workshops statt, bei denen die Bürger diesseits und jenseits des Rheins ihre Ideen und Anregungen zu den geplanten Parklandschaften äußern konnten.
Auch eine neue Rheinbrücke für Fußgänger und Radfahrer gewann an Kontur. Ein Gutachter-Verfahren wurde ausgeschrieben, und eine deutsch-französische Jury wählte die Hängeseilbrücke mit den zwei Stegen des Pariser Architekten Marc Mimram auf Platz eins. Im Mai 2000 waren Garten und Brücke vollends politischer Wille. Gemeinderäte der Stadt Kehl und Straßburg sowie der Rat der Stadtgemeinschaft (CUS) beauftragten die Arbeitsgemeinschaft Brosk/Agirbas+Wienstroer jeweils einstimmig mit der Rahmenplanung für den Garten der zwei Ufer. Ebenso einhellig sprachen sich die Gremien auf beiden Seiten für den Bau der neuen Brücke für Fußgänger und Radfahrer aus.
Die weitere Planung schien in ruhigen Bahnen zu verlaufen, doch das ehrgeizige Projekt geriet in Bedrängnis. Am 18. März 2001 gewann das konservative Tandem Fabienne Keller und Robert Grossmann die französische Kommunalwahl und zog ins Straßburger Rathaus ein. Die neue Regierung stellte den Entwurf des Gartens der zwei Ufer und vor allem den Standort der neue Rheinbrücke in Frage. Der Zeitweg sei nur aus dem Flugzeug erkennbar, und die Brücke führe an einer Stelle über den Fluss, wo sie viel zu weit weg von den Straßburgern sei. Garten-Planer Rüdiger Brosk und Brückenarchitekt Marc Mimram überarbeiteten daraufhin ihre Entwürfe, auf beiden Rheinseiten wurde auf allen Ebenen verhandelt, es fanden diverse Vor-Ort-Termine statt, bis schließlich klar war: Der Park wird realisiert mit der Brücke in seiner Mitte.
Die neue Konzeption wich damit stark von ihrer Vorgängerin ab. Auch die Pläne, im Parc du Rhin ein neues Stadtviertel entstehen zu lassen, waren obsolet. Auf Kehler Seite formierte sich Widerstand gegen den neuen Brückenstandort. Enttäuschung und Unverständnis über die Straßburger Vorgehensweise machten die Runde. Doch auf beiden Seiten blieb das Bewusstsein der historischen Chance, etwas Einzigartiges in Europa schaffen zu können. Und diese Chance, auch das war beiden Seiten klar, durfte nicht vertan werden.
Zumal das bis dato ehrgeizigste Projekt am Oberrhein (Garten, Brücke, Festival) Signalwirkung für ein neues politisches Modell haben sollte: den Eurodistrikt, einer grenzübergreifenden Gebietskörperschaft, die - so die Überlegungen - den Ortenaukreis mit seinen 51 Gemeinden und die Straßburger Stadtgemeinschaft umfassen und Prototyp für andere europäische Grenzregionen sein könnte.
Am Ende eines turbulenten Jahres stand schließlich fest, dass alle an einem Strang ziehen: Seit dem 23. April 2004 gibt es einen gemeinsamen Park, eine gemeinsame Brücke.

Chronik

29. März 1996
Der Kehler Gemeinderat beschließt die Bewerbung für die Landesgartenschau im Jahr 2004, die grenzüberschreitend mit der Stadt Straßburg stattfinden soll.

25. Februar 1997
Die Stadt Kehl erhält vom Landwirtschaftsministerium in Stuttgart den Zuschlag zur Ausrichtung der Landesgartenschau 2004.

Sommer 1998
Der zweistufige europaweite Ideen- und Realisierungswettbewerb zum Garten der zwei Ufer/Jardin des Deux Rives und zur Landesgartenschau 2004 wird ausgeschrieben.

1. und 2. Juli 1999
Das deutsch-französische Preisgericht vergibt fünf Preise. Der erste Preis geht an die Arbeitsgemeinschaft Brosk/Agirbas + Wienstroer aus Essen.

25. Januar bis 18. März 2000
Kehler und Straßburger Bürger haben die Möglichkeit, im Rahmen der grenzüberschreitenden Bürgerbeteiligung zum Garten der zwei Ufer und zur Landesgartenschau 2004 ihre Ideen zu äußern.

10. Mai 2000
Die deutsch-französische Jury vergibt den ersten Preis für die Fuß- und Radwegbrücke des Pariser Architekten Marc Mimram.

3. August 2000
Die Landesgartenschau Kehl 2004 GmbH wird gegründet. Erster Geschäftsführer ist Michael Fiebach, Technischer Geschäftsführer ist Manfred Wenninger. Anteilseigner der GmbH sind zu zwei Dritteln die Stadt Kehl und zu einem Drittel die Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschau mbH.

18. März 2001
Kommunalwahl in Straßburg: Die konservative Liste erringt 50,4% der Stimmen. Ihre Spitzenkandidatin Fabienne Keller wird neue Oberbürgermeisterin von Straßburg, Robert Grossmann wird zum Präsidenten der Straßburger Stadtgemeinschaft (CUS) gewählt.

28. Juni 2001
Auf einer Pressekonferenz bekräftigen Straßburgs Oberbürgermeisterin Fabienne Keller und CUS-Präsident Robert Grossmann ihren Willen zur Teilnahme an der grenzüberschreitenden Landesgartenschau. Allerdings mit einem auf Straßburger Seite modifizierten Garten. Auch soll die geplante Fuß- und Radwegbrücke nach Norden, auf die Höhe der Großherzog-Friedrich-Straße, verschoben werden. Gartenschau-Planer Rüdiger Brosk und Brückenarchitekt Marc Mimram überarbeiten ihre Pläne.

25. Januar 2002
Kehl und Straßburg feiern den Baubeginn für den Garten der zwei Ufer. Kehls Oberbürgermeister Dr. Günther Petry und CUS-Präsident Robert Grossmann unterzeichnen die Konvention für die neue Rheinbrücke.

14. März 2002
Der Aufsichtsrat der Landesgartenschau GmbH beauftragt das Agenturenpaar Joseph Pölzelbauer Design aus Freiburg und Groupe Grafiti aus Straßburg mit der Konzeption des Marketings für das grenzüberschreitende Festival.

6. Mai 2002
Joseph Pölzelbauer Design und Groupe Grafiti präsentieren Logo und Maskottchen: Ein Blütenschwan und das Motto „Rendezvous am Rhein - Rendezvous sur le Rhin“ werden künftig für die grenzübergreifende Landesgartenschau werben.

1. Februar 2003
Beginn der Brückenbauarbeiten. Der Kehler Oberbürgermeister Dr. Günther Petry, seine Straßburger Amtskollegin Fabienne Keller, der CUS-Präsident Robert Grossmann und Regierungspräsident Dr. Sven von Ungern-Sternberg setzen in Gegenwart von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern den Vibrationsbär in Gang, der den ersten Teil der Brücke in den Boden befördert.

14. November 2003
Der Dauerkartenverkauf startet mit einem bunten Abend in der Stadthalle rund um die Landesgartenschau 2004. 450 Bürgerinnen und Bürger lassen sich Reden, Musik, Tanz und Tombola nicht entgehen.

23. April 2004
Die Landesgartenschau 2004 wird eröffnet und die neue Rheinbrücke eingeweiht.

10. Oktober 2004
Abschlussveranstaltung der Landesgartenschau 2004 mit Städtetag Heidenheim und einem großen Feuerwerk entlang beider Rheinufer.

10. November 2004
Der Garten der zwei Ufer ist nach den Ab- und Rückbaumaßnahmen für die Öffentlichkeit frei zugänglich.

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der neuen Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte von französischen Familien und hier Kontakte von deutschen Familien.

Termine

  • Energieberatung

    Am Donnerstag, 22. September, zwischen 13.45 Uhr und 17.15 Uhr können Kehler Hausbesitzer sich im Rathaus kostenlos in Sachen Energieeffizienz beraten lassen. mehr...

  • Sperrung in Bodersweier

    Die Fahrbahn im Bereich der Einmündung von der Grabenstraße in die Korker Straße ist noch bis Donnerstag, 1. September, halbseitig gesperrt. mehr...

  • Sperrung in der Friedhofstraße

    Aufgrund von Kanalarbeiten ist die Friedhofstraße noch bis Donnerstag, 1. September, vor dem Anwesen mit der Hausnummer 129 gesperrt. mehr...

  • Ozonwerte gesunken

    Weil die Ozonwerte in Straßburg wieder gesunken sind, gelten dort auch wieder die üblichen Preise für Tram, Bus und Vélhop. mehr...

  • Vortrag zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Tipps zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gibt es bei einem Vortrag in der Villa RiWa am Donnerstag, 1. September, von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr. mehr...

  • Sperrung in der Graudenzer Straße

    Die Graudenzer Straße ist auf Höhe der Eisenbahnbrücke von Montag, 29. August, bis Freitag, 2. September, halbseitig gesperrt. mehr...

  • Neue Öffnungszeiten der TDK

    Das Kundencenter der Technischen Dienste Kehl bleibt ab September an Mittwochnachmittagen immer geschlossen. mehr...

  • Mutter-Kinzig-Markt

    Die Stände des Mutter-Kinzig-Markts auf dem Marktplatz sind am Samstag, 3. September, von 9 bis 16 Uhr wieder geöffnet. mehr...

  • UFO-Ausstellung: Urban Bees – Die Stadt und ihre Bienen

    Wer sich zur Biene, eines der kleinsten und wichtigsten heimischen Haustiere, informieren möchte, kann dies bis Sonntag, 4. September, bei der Ausstellung "Urban Bees - Stadtbienen" im UFO tun. mehr...

  • Ferienkunstwerkstätten

    Malen, Zeichnen, Drucken: Vom 6. bis 8. September können Schülerinnen und Schüler zwischen sieben und 16 Jahren in der Stadthalle wieder unterschiedlichste künstlerische Techniken ausprobieren. Die Anmeldung zu den "Ferienkunstwerkstätten" ist noch möglich. mehr...

  • Gästeführung

    Auf die Spuren der Reformation begibt sich der Kehler Gästeführer Helmut Schneider bei einer etwa dreistündigen Führung durch Straßburg am Dienstag, 6. September, ab 16 Uhr. mehr...

  • Lese-Oase in der Mediathek

    Kostenlose Lesungen für alle Altersgruppen sowie Kaffeespezialitäten und alkoholfreie Fruchtcocktails können Besucher des Gartens der Mediathek noch bis Freitag, 9. September, jeden Dienstag und Freitag zwischen 14 und 17 Uhr genießen. mehr...

  • Kehl ist heiß auf Lesen

    Im Rahmen der landesweiten Aktion "Heiß auf Lesen" wartet noch bis zum 16. September in der Kehler Mediathek jede Menge Lesestoff auf all diejenigen, die sich dort kostenlos als Clubmitglieder eingeschrieben haben. Mitmachen können Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur achten Klasse. mehr...

  • Sperrung "Im Mättel"

    Vor dem Anwesen mit der Hausnummer 10 ist die Straße "Im Mättel" am Dienstag, 6. September, und am Mittwoch, 9. September, gesperrt. mehr...

  • Sperrung in der Goethestraße

    Wegen Bauarbeiten am Kindergarten Don Bosco in Goldscheuer ist die Goethestraße von Montag, 22. August, bis Ende des Jahres vor dem Anwesen mit der Hausnummer 9 voll gesperrt. mehr...

 
 

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