Geschichte der Stadt und ihrer Ortschaften

Vom Fischerdorf zum Sitz grenzüberschreitender, europäischer Einrichtungen

Historische Rheinbrücke

Kehls Geschichte ist wesentlich bestimmt durch seine strategisch wichtige Lage als Grenzstadt am Rhein. Als Kehl im Jahr 1038 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war es ein Fischerdorf mit eigener Pfarrkirche. 1678 nahm Ludwig XIV. das im Dreißigjährigen Krieg zur Schanze ausgebaute Dorf ein. 1681 ließ er auf diesem Gelände von Vauban die Festung Kehl bauen, um Straßburg abzusichern. Durch den Friedensvertrag von Rijswijk 1697 wurde die Festung dem Deutschen Reich zugesprochen. Kaiser Leopold I. übergab sie 1698 dem Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, auch Türkenlouis genannt. Die Festung Kehl blieb seitdem mit kurzen Unterbrechungen in badischem Besitz.

Mit der Vereinigung der Markgrafschaften von Baden-Durlach und Baden-Baden 1771 begann Kehls Aufstieg zum Handelszentrum. 1774 erfolgte die Erhebung zur Stadt. Die 1792 ausbrechenden Koalitionskriege zwischen den europäischen Großmächten beendeten den wirtschaftlichen Aufschwung. Für zwei Jahrzehnte war die Stadt wieder umkämpfter Brückenkopf mit wechselnden Herrschaften. Durch den Pariser Frieden von 1814 fiel sie an Baden zurück. Die Festung musste laut Friedensvertrag geschleift werden. 1815 begann der mühselige Wiederaufbau Kehls.

Starken Anteil an dem Neuaufbau hatten die badischen Baudirektoren Weinbrenner und Tulla. Tulla war außerdem der Initiator der Rhein- und Kinzigkorrektionen, die für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung Kehls von Bedeutung waren. Der Anschluss an das badische Eisenbahnnetz 1844 mit der Linie Kehl-Appenweier und der Bau der Eisenbahnbrücke über den Rhein im Jahr 1861 verliehen der Industrie starke Impulse. In den Folgejahren kam es zur Ansiedlung von Industriebetrieben. Gebremst wurde diese Wachstumsphase durch den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, in dem Kehl als einzige deutsche Stadt schwer beschädigt wurde.

Hervorragende Projekte der weiteren Entwicklung waren 1883 die Errichtung der Zellulosefabrik von Trick als dem größten Arbeitgeber, 1897 der Bau einer festen Straßenbrücke über den Rhein anstelle der alten Schiffbrücke von 1816, der Bau des Kehler Rheinhafens 1897 bis 1900 sowie die Vereinigung der bis dahin selbstständigen politischen Gemeinden Stadt Kehl und Dorf Kehl mit Sundheim zu einer Stadtgemeinde mit insgesamt 8885 Einwohnern im Jahr 1910.

Dem verlorenen Ersten Weltkrieg folgte die Besetzung durch französisches Militär von 1919 bis 1930, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Bevölkerung behinderte und Kehl in eine wirtschaftliche Notlage brachte. Einen erneuten Rückschlag erlitt die Entwicklung Kehls durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen. Zwei Evakuierungen (1939-40 und 1944-53) zerstreuten die Bevölkerung von Baden bis zum Bodensee. 1945 folgte die Besetzung Kehls durch französisches Militär. Das Washingtoner Abkommen (1949) verhinderte die geplante Annexion und sicherte den Kehlern die etappenweise Rückgabe der Stadt und des Hafens bis 1953. Nach der endgültigen Freigabe begann der erneute Wiederaufbau der durch Krieg und Besetzung stark mitgenommenen Stadt.

Infolge der Gemeindereform mit den Eingemeindungen der heutigen Ortschaften wurde Kehl 1972 zur Großen Kreisstadt erhoben. Inzwischen hat Kehl rund 35 000 Einwohner. Die Stadt verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur in allen Bereichen. Als Standort für Handel und Industrie stellt Kehl mit seinem Hafen und seinen Verkehrsanbindungen einen wirtschaftlichen Knotenpunkt in Südwestdeutschland dar. Mit vielen Einrichtungen im sozialen und kulturellen Bereich (Hochschule für Verwaltung) bildet Kehl ein Zentrum von überregionaler Bedeutung. Seit 1993 ist die Stadt Sitz mehrerer grenzüberschreitender, europäischer Einrichtungen. 2004 hat Kehl gemeinsam mit Straßburg die erste grenzüberschreitende Gartenschau ausgerichtet. Zum ersten Mal hat mit dem Festival des deux Rives eine Landesgartenschau auf dem Territorium zweier Staaten stattgefunden. Mit dem Garten der zwei Ufer, welche durch die Passerelle des deux Rives verbunden sind, haben die beiden Städte dauerhaft eine neue 60 Hektar große Parkanlage geschaffen, die den Rhein vom Grenzfluss zur integralen Mitte des gemeinsamen Parks macht.

Mit dem Garten der zwei Ufer, der Passerelle des deux Rives und der grenzüberschreitende Gartenschau wurde das Fundament für den Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau gelegt, der am 17. Oktober 2005 gegründet wurde.  Seit dem 4. Februar 2010 ist der Eurodistrikt ein Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) mit einem 48 Mitglieder starken deutsch-französischen Ratsgremium, das Mehrheitsentscheidungen treffen kann.

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

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Termine

  • Sperrungen Kreisverkehr Hafenstraße

    Wegen Dreharbeiten des SWR für den Film „Schöne heile Welt“ wird der Kreisverkehr in der Hafenstraße am Donnerstag, 28. September, zeitweise voll gesperrt. mehr...

  • Sperrungen Großherzog-Friedrich-Straße/Kinzigallee/Am Läger

    Im Rahmen der Arbeiten rund um die Verlängerung der Tramlinie D kommt es am Knotenpunkt Großherzog-Friedrich-Straße/Kinzigallee/Am Läger ab Montag, 25. September, zu Sperrungen. mehr...

  • Energetische Modernisierung

    Um die energetische Modernisierung von Bestandsgebäuden geht es bei einem Vortrag am Donnerstag, 28. September, um 18 Uhr in der Villa RiWa. mehr...

  • Schulung für Dolmetscher

    Wer Deutsch und eine weitere Sprache fließend beherrscht und sich ehrenamtlich als Dolmetscherin oder Dolmetscher engagieren möchte, kann am Samstag, 14. Oktober, von 9 bis 17 Uhr in der Villa RiWa an einer kostenlosen Schulung teilnehmen. mehr...

  • Sperrung im „Mättel“

    Für den Endausbau der Verkehrsflächen muss die Fahrbahn im Neubaugebiet „Mättel“ in Kehl-Marlen im Bereich zwischen dem Lindenweg und dem Eschenweg von Montag, 18. September, bis Sonntag, 29. Oktober, gesperrt werden. mehr...

  • Austausch zwischen Religionen und Kulturen

    Unter dem Motto „Was ich dich schon immer gern mal fragen wollte“ lädt die Kooperation Familienbildung Kehl am Donnerstag, 28. September, von 16 bis 18 Uhr alle interessierten Kehlerinnen und Kehler zum Begegnungscafé auf den Marktplatz ein. mehr...

  • Ortsverwaltung geschlossen

    Die Ortsverwaltung Hohnhurst bleibt von Montag, 25. September, bis einschließlich Freitag, 6. Oktober, geschlossen. mehr...

  • 15 neue Babysitter

    Wer einen Babysitter benötigt, hat künftig noch mehr Auswahl: 15 Mädchen und Frauen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren haben an einem Babysitterkurs in der Villa RiWa teilgenommen. mehr...

  • Kehler Freibad geschlossen

    Das Kehler Freibad ist geschlossen, in Auenheim kann indes weiterhin geschwommen und gebadet werden. Das Bad bleibt bis auf weiteres täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. mehr...

  • Sperrung Graudenzer Straße und Stahlwerkbrücke

    Für die Sanierung der Hebeanlage müssen die Graudenzer Straße und die Stahlwerkbrücke von Montag, 28. August, bis Freitag, 29. September, voll gesperrt werden. mehr...

  • Gemeindeverbindungsweg gesperrt

    Der Verbindungsweg zwischen Hohnhurst und Hesselhurst wird auf Höhe der Brücke über den Endinger Kanal von Montag, 11. September, bis Mittwoch, 31. Dezember, voll gesperrt. mehr...

  • Sperrung Geh- und Radweg Kinzigallee

    Der Geh- und Radweg entlang der Kinzigallee muss auf einer Länge von knapp 60 Metern von Dienstag, 5. September, bis Samstag, 30. September, voll gesperrt werden. mehr...

  • Sperrung Am Alten Sportplatz

    Die Straße Am Alten Sportplatz muss im Abschnitt zwischen der Kniebisstraße und der Hahnengasse noch bis Samstag, 30. September, gesperrt bleiben. mehr...

  • Grenzkontrollen

    Die Grenzkontrollen auf der französischen Seite der Europabrücke werden noch mindestens bis zum 1. November 2017 andauern. mehr...

  • Ausstellung „Motiventwicklung“

    In der Ausstellung „Motiventwicklung“ stellt die Studentin Lisa Britz aus Kehl erstmals ihre Zeichnungen aus. mehr...

 
 

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