"Book-Crossing"- Bücher werden getauscht aber ihre Reise wird nicht im Internet dokumentiert

Zwar sind alle im Rahmen des "Book-Crossing" "freigelassenen" Bücher in die Hände eines neuen Lesefreundes gefallen, die Registrierung der Bücher im Internet scheint die Teilnehmer jedoch Überwindung zu kosten: Nur drei von 36 Büchern sind seit dem Start der Aktion wieder in Erscheinung getreten.

Bei der Büchertauschaktion, die im Rahmen der Reihe "Klapp auf- schau rein!" seit Mai in Kehl läuft, können Interessierte ihre bereits gelesenen Bücher im Internet registrieren und diese dann an öffentlichen Plätzen auslegen, um sie anderen Leseratten zugänglich zu machen. Das Besondere bei der Aktion ist, dass jeder neue Inhaber eines Buches dieses mit Hilfe einer Identifikationsnummer im Internet registriert und so alle Vorbesitzer verfolgen können, wo sich ihr Buch gerade befindet.

Book-Crossing

36 Bücher hatten Mitarbeiter des Kulturbüros bei öffentlichen Aktionen am 11. und 25. Mai auf dem Kehler Wochenmarkt registriert, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet. Diese wurden dann an verschiedenen Tauschplätzen wie beispielsweise am Amtsgericht, im Eiscafé Pierod, im Haus der Jugend oder im Kinocenter Kehl abgelegt, um dort von einem anderen Lesebegeisterten gefunden und mitgenommen zu werden. "Alle 36 Bücher haben ihre Reise angetreten und einen neuen, vorübergehenden Besitzer gefunden.
Leider wurden jedoch bisher nur drei Bücher erneut registriert", sagt Christiane Wächter vom Kehler Kulturbüro. Eines der drei Bücher war dabei erstaunlicherweise in Chicago gelandet. Die erfolgreichsten Tauschplätze sind bisher das Café Wolkenkratzer, die Tourist-Information, das Café Danner und das Amtsgericht. Hier wurden auch bereits weitere Bücher abgelegt, die Aktionsteilnehmer erst nach der Auftaktveranstaltung selbst im Internet registriert hatten; darunter finden sich im Café Wolkenkratzer auch viele englischsprachige Bücher.
Weil die sich im Umlauf befindenden Bücher kaum erneut registriert werden, lässt sich nur schwer nachvollziehen, wo die Bücher sich gerade befinden. Die "Internetscheu" könnte daher rühren, dass die eher jüngere Internetgeneration nicht unbedingt auch den Personen entspricht, die gerne Bücher liest und sich deshalb am "Book-Crossing" beteiligt.
"Vor allem viele ältere Menschen hatten beim Start der Aktion ihre Begeisterung für das "Book-Crossing" ausgesprochen. Diese schwächte aber deutlich ab, als sie von der Internetregistrierung hörten", erzählt Christiane Wächter. Und da jeder sich heutzutage zahlreiche Passwörter, Codes, PINs und sonstige Registriernummern merken muss, haben viele offensichtlich einfach keine Lust mehr, sich auch noch einen "Bücher-Crossing"-Account anzulegen und ein neues Passwort auszudenken. Da bleibt nur zu hoffen, dass einige der Leseratten ihr Buch doch einmal kurz zur Seite legen, um ihre Scheu zu überwinden und ihren ausgeliehenen Schmöker im Internet unter www.bookcrossing.de zu registrieren. Denn dann könnte die Aktion "Book-Crossing" in Kehl noch spannender und zu einem richtigen Erfolg werden.

Info-Kasten:
Offizielle Tauschplätze für die weiterhin laufende Aktion "Book-Crossing" sind das Amtsgericht, das Café Alte Landschreiberei, das Café Wolkenkratzer, das Café Danner, das Café-Restaurant Am Yachthafen, das Eiscafé Pierod und das Haus der Jugend. Auch im Kinocenter, im Kulturbüro, im Frauen- und Mütterzentrum, in der Praxis Dr. Löchner/Frenk, im Restaurant Lamm, im Lesecafé der Stadtbibliothek, im Sankt-Nepomuk-Keller, in der Tourist-Information oder in der Villa Schmidt können Bücher abgelegt oder mitgenommen werden.

15.08.2012

 

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