Bürgerfragen und Antworten zum Mobilitätskonzept

Wie soll das künftige Buskonzept aussehen? Warum muss der Rendezvous-Punkt für die Busse am Rathaus liegen? Warum sollen einige Straßen zu Einbahnstraßen werden und andere nicht und warum fährt die Tram nicht im Kreis durch die Fußgängerzone und durch die Oberländerstraße? Welche Straßen bekommen durch das neue Konzept mehr Verkehr und welche weniger? Diese und viele Fragen mehr beschäftigten die rund 150 Kehlerinnen und Kehler beim Bürgerabend zum Mobilitätskonzept in der Kehler Stadthalle, nachdem Verkehrsplaner Frank Gericke die Pläne vorgestellt hatte, die umgesetzt werden sollen, bis die Tram Ende 2017 zum Kehler Rathaus fährt. Der Vortrag von Frank Gericke steht hier zum Download bereit. Aufgrund der Größe der Dateien wurde er in einzelne Themenabschnitte aufgeteilt. Die Fragen der Bürgerinnen und Bürger beantworteten Frank Gericke und Baubürgermeister Harald Krapp.

Der Vortrag von Frank Gericke in folgenden Teilen:

Analyse des bestehenden Nahverkehrs

Planung Nahverkehr

Analyse Straßenverkehr

Prognose Straßenverkehr

Radverkehr

Die am häufigsten gestellten Fragen der Bürgerinnen und Bürger und die Antworten von Frank Gericke und Baubürgermeister Harald Krapp:

Warum muss der Rendezvous-Punkt für die Busse am Rathaus liegen? Warum bleibt er nicht am Bahnhof oder warum wird er nicht auf dem Läger-Parkplatz eingerichtet?

Der Rendezvous-Punkt soll nicht nur deshalb ans Rathaus verlegt werden, weil dort die Endhaltestelle der Tram sein wird. Er ist vor allem deshalb am Rathaus an der richtigen Stelle, weil er damit der Innenstadt am nächsten liegt. Wer am Rathaus aus dem Bus aussteigt, muss nur die Großherzog-Friedrich-Straße überqueren, um die Fußgängerzone zu erreichen. Außerdem werden bei den einzelnen Buslinien Umwege vermieden, wodurch die Innenstadt weniger durch Busverkehr belastet wird.

Wie funktioniert das Rendezvous und wie finden sich ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen am Rendezvous-Punkt zurecht?

Einen 30-Minuten-Takt für die Busse vorausgesetzt, kommen alle halbe Stunde sieben bis acht Busse kurz hintereinander am Rendezvous-Punkt an und fahren nach kurzem Aufenthalt zur selben Uhrzeit dort wieder ab. Die Fahrgäste haben damit ausreichend Zeit zum Umsteigen. Ist sich jemand nicht sicher, welcher Bus in welche Richtung fährt, kann er sich bei einem der Busfahrer erkundigen, die während der Pause am Rendezvous-Halt auf dem Bussteig stehen.

Wie kommen ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen mit den neuen Fahrplänen zurecht?

Gerade für Menschen, die Schwierigkeiten haben, Fahrpläne zu lesen, bietet das neue System Erleichterungen: Die Busse kommen jede Stunde zweimal, immer zur gleichen Minute. Der Bus an der Haltestelle X fährt also beispielsweise von sechs Uhr morgens bis 19 Uhr immer zur Minute 20 und zur Minute 50. Wenn der Bus am Rathaus ankommt, kann der Fahrgast sofort in jede andere Linie oder in die Tram umsteigen, das heißt auch zum Umsteigen benötigt er keinen Fahrplan mehr.

Wie kommt man vom Rathaus zum Bahnhof? Fährt auf dieser Strecke nur noch die Tram?

Vom Rathaus zum Bahnhof fahren weiterhin zwei Buslinien und die Tram. Wer mit einem TGO-Ticket am Rathaus ankommt, kann mit diesem Ticket auch mit der Tram zum Bahnhof fahren. Er muss kein neues Ticket lösen und auch nicht mehr bezahlen.

Welches Ticket brauche ich für welche Verkehrsmittel und Fahrten?

Wer sich im Kehler Stadtgebiet bewegt, benötigt eine TGO-Fahrkarte. Wer mit der Tram nur bis zum Bahnhof fährt, kann dies mit der TGO-Fahrkarte tun – unabhängig davon, ob es sich um eine Monatskarte oder einen Einzelfahrschein handelt. Wer von den Haltestellen Rathaus, Hochschule oder Bahnhof mit der Tram nach Straßburg fahren möchte, kauft sich eine Fahrkarte der CTS und kann damit (Kosten aktuell: 1,60 Euro für die Einzelfahrt) im gesamten Netz der CTS mit der Tram oder dem Bus fahren. Wer aus einem der Kehler Ortsteile oder von Wohngebieten außerhalb der Innenstadt nach Straßburg fahren möchte, kann dies mit einem Europass Mini tun: Mit dieser Tageskarte kann er den öffentlichen Personennahverkehr in Kehl und Straßburg benutzen, einschließlich der Ortenau-S-Bahn zwischen Kehl und Straßburg.

Wird die Schülerbeförderung in das Mobilitätskonzept integriert?

Die Schülerbeförderung ist Teil des Mobilitätskonzepts, nach dem sie zum Teil über Regionalbuslinien läuft. Einzelne Verstärkerfahrten werden vom Mobilitätskonzept jedoch nicht erfasst.

Warum wird der Korker Bahnhof nicht in das Mobilitätskonzept integriert?

Die Busse können den Korker Bahnhof nicht so anfahren, dass dort Anschluss an die Ortenau-S-Bahn besteht. Das liegt zum einem am lückenhaften Takt der S-Bahn, zum andern reicht die Fahrzeit der Busse nicht aus, um den Korker Bahnhof anzufahren und rechtzeitig wieder am Rendezvous-Punkt eintreffen zu können.

Was wird das Stadtbussystem kosten? Kann sich Kehl das leisten?

Die Kosten hängen vom Angebot ab, das gemacht wird. Darüber hat der Gemeinderat noch nicht entschieden.

Warum muss die Großherzog-Friedrich-Straße zwischen den Einmündungen Rheinstraße und Schulstraße als Einbahnstraße geführt werden?

Um für die Rendezvous-Haltestelle für die Busse vor dem Rathaus ausreichend Platz zu haben, kann die Großherzog-Friedrich-Straße in diesem Bereich nur als Einbahnstraße stadtauswärts geführt werden. Für den Fall, dass ein Bus eine Panne hat, muss eine Ausweichmöglichkeit vorgehalten werden, damit nicht das komplette Bussystem durch einen havarierten Bus blockiert wird. Zudem müssen für Fußgänger und Radfahrer sichere Verkehrsanlagen angeboten werden.

Wie erreicht der Autofahrer die Innenstadt, wenn die Großherzog-Friedrich-Straße zwischen Rhein- und Schulstraße zur Einbahnstraße wird?

Der Autofahrer, der von der Hauptstraße kommt, kann von der Großherzog-Friedrich-Straße weiterhin in die Schulstraße abbiegen. Das Gleiche gilt für den Autofahrer, der über die Bierkellerstraße anfährt. Auch Verkehrsteilnehmer, die über die B28 kommen, können bis zur Schulstraße fahren und dort einbiegen. Die Schul- und die Rheinstraße bleiben als Einbahnstraßen mit den heute vorgegebenen Richtungen erhalten.

Warum muss die Goldscheuerstraße zur Einbahnstraße werden?

Im Mobilitätskonzept ist vorgesehen, die Goldscheuerstraße als Einbahnstraße zu führen, weil die Parkplätze dann erhalten bleiben können, obwohl Busse durchfahren. Außerdem wird die Zunahme der Verkehrsmenge begrenzt: Der Verkehr Richtung Norden wird größtenteils über die Bierkellerstraße geführt, die ebenfalls zur Einbahnstraße werden soll.

Warum wird die Oberländerstraße nicht zur Einbahnstraße?

Es gibt Straßen, die zur Einbahnstraße werden müssen – das gilt für den 75 Meter langen Abschnitt auf der Großherzog-Friedrich-Straße – und Straßen, die bei Bedarf als Einbahnstraßen geführt werden können. Im Falle der Oberländerstraße soll beobachtet werden, wie sich der Verkehr entwickelt. Stellt sich heraus, dass zu viele Autos die Straße in beiden Richtungen benutzen, kann die Einbahn-Richtung später immer noch festgelegt werden.

Bleibt der Läger als Parkplatz erhalten?

Der Läger soll als großer Innenstadt-Parkplatz erhalten bleiben. Selbst wenn es eine Randbebauung zur B 28 hin geben sollte, werden große Flächen für das Parken reserviert bleiben. Unter dem Läger befindet sich ein großes Regenüberlaufbecken, das nicht überbaut werden kann.

Warum fährt die Tram nicht durch die Oberländerstraße und nicht durch die Fußgängerzone?

Die einspurige Führung der Tram im Ring und durch die Fußgängerzone ist im Vorfeld der Planungen der Tram ebenso untersucht worden wie eine mögliche Trasse durch die Oberländerstraße. Beide Lösungen wurden aus mehreren Gründen verworfen: Eine lange einspurige Führung der Tram ist sehr störungsanfällig; die Führung durch die Fußgängerzone hätte diese komplett zerschnitten (ebenso den Marktplatz), außerdem müsste das Tramgleis zur Fußgängerzone hin abgesperrt werden, das fordern neue Sicherheitsrichtlinien. Die Trassenführung der Tram über den Mittelstreifen der B 28, die Geiger-Kreuzung und die Großherzog-Friedrich-Straße ist vom Gemeinderat beschlossen worden und steht damit fest.

Wie sieht das Baustellenmanagement aus? Wann wird gebaut? Wie informiert die Stadt Kehl über den Bauablauf?

Der Bau der Tram hat auf dem Zollhofareal bereits begonnen. Bis zum Rathaus werden die Verkehrsräume im Zeitraum 2016 bis 2017 abschnittsweise umgestaltet. Für Anwohner, Gewerbetreibende und den Verkehr insgesamt wird dabei nach möglichst verträglichen Lösungen gesucht. Verkehrsbehinderungen können im Einzelnen jedoch nicht vollständig vermieden werden. Die Stadt Kehl wird über den Baustellenablauf ausführlich informieren: auf der städtischen Homepage, über Facebook und Twitter sowie über eine regelmäßig erscheinende Tramzeitung.

01.10.2014

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der neuen Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

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