Kanzleramtsminister Altmaier: "Die Tram ist ein ganz konkreter Baustein für Europa"

Geschafft: Die Tramlinie D hat ihre Jungfernfahrt von Straßburg nach Kehl am Freitagnachmittag (28. April) gemeistert. Zum ersten Mal hat sie Fahrgäste über den Rhein befördert. Unter den rund 400 geladenen Gästen, die mitgefahren sind, waren auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier und Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg. Bund und Land fördern die Tram in Kehl mit 27 bis 28 Millionen Euro. Die Tramverbindung zwischen Deutschland und Frankreich sei nicht nur ein Symbol, sagte der Kanzleramtsminister, sondern "ein ganz konkreter Baustein für Europa".

„Ich überbringe die Glückwünsche von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der gesamten Bundesregierung“, begann Minister Peter Altmaier seine abwechselnd in deutscher und französischer Sprache freigehaltene Rede im Festzelt auf dem Kehler Bahnhofsplatz. Bei der Jungfernfahrt über den Rhein handle es sich um „ein besonders wichtiges, vielleicht historisches Ereignis“. Dafür nannte er drei Gründe: Mit der Tram könne man ökologisch und mit Freude fahren. Er kenne keinen anderen Ort auf der Welt, wo zwei Länder, die sich so lange bekriegt und bekämpft hätten, eine solche Freundschaft geschlossen hätten. Man müsse dafür kämpfen, dass diese Freundschaft erhalten bleibe.

Die prominenten Ehrengäste posieren als Vertreter der Kofinanzierungspartner der grenzüberschreitenden Tram nach der erfolgreich absolvierten Jungfernfahrt auf der Trambrücke über den Rhein für ein Gruppenfoto. Von links nach rechts: Landrat und Eurodistriktspräsident Frank Scherer, Robert Herrmann, Präsident der Eurométropole de Strasbourg, Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Roland Ries, Oberbürgermeister von Straßburg, Bärbel Schäfer, Regierungspräsidentin und Präsidentin des Interreg-Begleitausschusses, der Kehler Oberbürgermeister Toni Vetrano, Kanzleramtsminister Peter Altmaier und Frédéric Bierry, Präsident des Departementalrates des Unter-Elsass.zoom

Als dritten Grund nannte Bundesminister Altmaier Europa: Nach 150 Jahren grauenvoller Kriege, in denen das Leben und die Gesundheit von Millionen von Menschen und jungen Männern verschwendet worden sei, „ist die Europäische Union trotz des Bürokratismus‘, den es auch in Paris und Berlin gibt“, das Beste, was den Menschen in Europa in den letzten 300 Jahren passiert ist“. Nach den Wahlen in Frankreich und Deutschland werde man die gemeinsame Arbeit fortsetzen, zeigte er sich zuversichtlich.Ins Goldene Buch der Stadt schrieb Peter Altmaier: „Glückwunsch an die Stadt Kehl und ihre Bürger zu diesem wunderbaren und europäischen Projekt; alles Gute für eine gute deutsch-französische Zukunft.“

Mehr als 80 Journalisten haben an der Jungfernfahrt über den Rhein teilgenommen. Kanzleramtsminister Peter Altmaier war als Interviewpartner besonders gefragt.zoom
Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann.zoom

„Europa ist Nachbarschaft, ist Zusammenleben“ nahm der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann den Faden auf. Während andere in diesen Wochen Mauern und Zäune aus Steinen und mit Worten bauten, setzten Kehl und Straßburg ein unübersehbares Zeichen der Freundschaft und der Verbundenheit und bauten eine Brücke. Winfried Hermann bedankte sich bei seinem ehemaligen Kollegen Peter Friedrich, der der grün-roten Landesregierung als Europaminister angehört hatte und zur Jungfernfahrt der Tram nach Straßburg und Kehl gekommen war. Er sein in einer Phase, als das Land schon kein Geld mehr gehabt habe gekommen und habe gesagt: „Das ist ein europäisches Projekt, das müssen wir machen. Also haben wir den Finanzminister und den Ministerpräsidenten überzeugt.“

Hielten ihre Rede nach der Jungfernfahrt der Tram als Zwiegespräch: Der Kehler Oberbürgermeister Toni Vetrano und sein Straßburger Kollege Roland Ries.zoom

Mit ihrer gemeinsamen abwechselnd in Deutsch und Französisch gehaltenen Rede wollten die Oberbürgermeister von Kehl und Straßburg, Toni Vetrano und Roland Ries, zeigen, dass sie sich durch das gemeinsame Projekt nahe gekommen sind. Beide betonten sowohl die symbolische Bedeutung der grenzüberschreitenden Tramverbindung als auch die Vorteile, welche die Tram den Bürgerinnen und Bürgern im Grenzraum bringt. Gemeinsam erinnerten sie daran, dass der ehemalige Kehler Oberbürgermeister Dr. Günther Petry es war, der das Tramprojekt gemeinsam mit Roland Ries auf den Weg und bis zum Baubeschluss gebracht hatte.
Beide Oberbürgermeister bedankten sich bei allen Kofinanzierungspartner sowie all denjenigen, die ihren Beitrag zur Realisierung des Tramprojektes unterstützt und begleitet hatten: Sie waren es, die zur Jungfahrt über den Rhein eingeladen worden waren.
Die Rede der beiden Oberbürgermeister im Wortlaut.

Frédéric Bierry, Präsident des unter-elsässischen Generalrates.zoom

Europa, Frieden und Freundschaft stellten auch die weiteren Redner am Freitagabend ins Zentrum ihrer Reden: „Es ist also nicht nur eine einfache Verkehrsinfrastruktur, die wir heute einweihen. Gemeinsam führen wir ein unverzichtbares Werk für unsere Völker fort, für unsere Länder, für unsere Zukunft, für Europa“, sagte der Präsident des unter-elsässischen Departementalrats Frédéric Bierry.
Die Rede von Frédéric Bierry im Wortlaut.

Robert Herrmann, Präsident der Eurométropole de Strasbourg.zoom

Auch Robert Herrmann, Präsident der Eurométropole de Strasbourg nutzte die Gelegenheit, um sich „bei Europa zu bedanken“. Dank Europa, das 60 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht habe, seien solche Projekte wie die grenzüberschreitende Tram möglich. „Wir neigen ab und zu dazu, dies zu vergessen und die Verantwortung für unsere aktuellen Schwierigkeiten anderen zuzuschieben, besonders den europäischen Institutionen. Wir sollten vielmehr gemeinsam auf Europas Erfolge stolz sein!“
Die Rede von Robert Herrmann im Wortlaut.

Brachte die Betriebserlaubnis für die Tram in Kehl mit: Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, die in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Interreg-Begleitausschusses beim Festakt im Zelt sprach.zoom

Dass Europa mit rund 3,3 Millionen Euro aus dem Interreg-Fonds auch ganz konkret zur Finanzierung des Tramprojekts beigetragen hat, daran erinnerte die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Interreg-Begleitausschusses. Sie wies außerdem auf die vielen anderen Projekte zwischen Kehl und Straßburg hin, die mit Interreg-Mitteln finanziert worden sind: die Passerelle des deux Rives und die deutsch-französische Kinderkrippe, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Die Rede von Bärbel Schäfer im Wortlaut.

Landrat Frank Scherer sprach bei der Jungfernfahrt der Tram in seiner Eigenschaft als Präsident des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau.zoom
Obwohl gerade hier am Rhein Europa spürbar sei, hätten auch hier Nationalisten und Protektionisten immer mehr Zulauf, kritisierte auch Landrat Frank Scherer, der in seiner Eigenschaft als Präsident des Eurodistrikts sprach. „Dabei haben sie gar keine rationalen Argumente, sie sprechen nur negative Emotionen an“, sagte Frank Scherer. „Dem müssen wir auch im Eurodistrikt mit mehr Emotionen für Frieden und Freiheit im vereinten Europa entgegentreten. Deshalb kommt die Tram gerade zur richtigen Zeit in Kehl an.“
Die Rede von Frank Scherer im Wortlaut.
Alain Fontanel, Präsident der Straßburger Verkehrsbetriebe (CTS).zoom
CTS-Präsident Alain Fontanel bedankte bei allen, die die grenzüberschreitende Tram möglich gemacht haben. Er denke dabei auch ganz bewusst an die Menschen, die drei Jahre lang auf der Baustelle gearbeitet hätten.
Rund 400 Ehrengäste von beiden Rheinseiten waren zur Jungfernfahrt der Tram über den Rhein eingeladen.zoom

28.04.2017

 

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