Zustand der Kehler Straßen wird erfasst

Ein mit Kameras versehenes Auto dreht derzeit seine Runde in Kehl. Der Grund: Keine Aufzeichnung im Rahmen von Google Street View, sondern die Zustandserfassung der Kehler Straßen. Die sechs Kameras auf dem Dach des Fahrzeugs erfassen jeden Riss, jedes Schlagloch und jede Unebenheit auf der Straße. Anhand der auf diese Weise gesammelten Daten können notwendige Sanierungsarbeiten künftig besser nach Dringlichkeit bewertet und kostengünstiger umgesetzt werden.

Rund 270 Kilometer Straßennetz und knappe 400 Kilometer Feld- und Wirtschaftswege umfasst das Kehler Stadtgebiet schätzungsweise. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die Straßen- und Wegbestände in Kehl und den Ortschaften nie vollständig erfasst wurden. Auch der genaue Zustand der Verkehrswege ist nur vereinzelt dokumentiert. Weil die Stadtverwaltung dafür verantwortlich ist, die Straßen instand zu halten und für Verkehrssicherheit zu sorgen, wird nun das gesamte Netz erfasst und Mängel wie Risse und Schlaglöcher werden systematisch aufgezeichnet. Insgesamt soll die Zustandserfassung rund drei Wochen dauern.

Kameras auf dem Dach des Autos erfassen jeden Riss und jede Unebenheit in der Straße.zoom

Nach und nach fährt das Auto der von der Verwaltung beauftragten Firma GEO Net solution GmbH das komplette Kehler Straßennetz ab, die Ortschaften eingeschlossen. Auch asphaltierte Wirtschaftswege werden erfasst; nicht befahren werden Feldwege und mit Betonplatten gebaute Wirtschaftswege. Während der Fahrt zeichnen die auf dem Autodach befestigten sechs Kameras alle fünf Meter den gesamten Verkehrsraum auf – dazu zählen beispielsweise auch Verkehrsinseln und Baumgruben, die in die Fahrbahn eingebaut sind. Ein Sensor registriert gleichzeitig, wo sich das Fahrzeug gerade befindet. Auf dem Autodach befinden sich außerdem noch zwei Antennen für GPS-Signale sowie zwei Laserscanner, welche zusätzliche Daten über die geografische Lage, die Länge und die Breite der Straßen liefern.
Alle gesammelten Daten und Bilder werden im Anschluss an die Befahrung am Computer nachbearbeitet. Um dem Datenschutz Genüge zu tun, werden sie durch automatische Logarithmen und eine manuelle Nachkontrolle anonymisiert – Gesichter und Nummernschilder werden also unkenntlich gemacht.

Das Auto bei einer Testfahrt auf dem Läger-Parkplatz im Jahr 2016zoom

Den anonymisierten Datensatz erhält im Anschluss die Stadtverwaltung. Er gibt Auskunft über die geographische Lage jeder Straße, ihre Länge und Breite, ihre Einbauten wie Verkehrsinseln und Bäume sowie ihren Zustand, der mithilfe eines Punktesystems bewertet wird. Anhand dieses Punktesystems kann die Verwaltung einen Plan für den Sanierungsbedarf jeder Straße erstellen und dem Gemeinderat gezielt Sanierungsvorschläge unterbreiten. Mängel, die langfristig der Bausubstanz schaden, können dann frühzeitig behoben werden, bevor eine Komplettsanierung der Straße nötig ist – dies wäre deutlich teurer als eine regelmäßige Reparatur kleinerer Schäden. „Frühzeitig bemerkte Mängel sind in der Regel nur oberflächlich“, erklärt Dr. Silke Roder, Leiterin des Bereichs Tiefbau, Grünflächenmanagement, Betriebshof. In diesem Fall reiche es aus, die Deckschicht zu erneuern. Statt 20 müssten dann zum Beispiel nur vier Zentimeter von der Straße ab- und wieder neu aufgetragen werden, weil die Schäden sich noch nicht in den Unterbau fortsetzen konnten. Durch dieses Vorgehen könne auch die Nutzungsdauer einer Straße verlängert werden, führt sie weiter aus.

Auf einem Bildschirm im Auto sind die Straßen von oben erkennbar.zoom

Bisher wurden Mängel im Straßennetz häufig nur zufällig – sozusagen „im Vorbeifahren“ – oder anhand von Streckenkontrollen durch Mitarbeiter der Stadt bemerkt. Im Haushalt wurden Mittel für die Sanierung der Straßenabschnitte bereitgestellt, bei denen nach Ermessen der städtischen Mitarbeiter der größte Bedarf bestand. Akute, außerplanmäßige Reparaturen wurden zusätzlich zu den im Haushalt vorgesehenen Sanierungsarbeiten durchgeführt – andere geplante Straßenarbeiten mussten dafür häufig verschoben werden, weil das Budget überlastet war oder Personal fehlte. Auf Dauer verschlechtert sich dadurch nach und nach der Zustand des Kehler Straßennetzes.
„Durch regelmäßige, kleine Reparaturen könnten die Straßen künftig generell in einem deutlich besseren Zustand gehalten werden“, weiß Dr. Silke Roder. „Sobald alle Verkehrswege erfasst sind, können wir genau planen, wann welche Straße saniert werden muss.“
Die Straßenzustandserfassung soll voraussichtlich alle fünf Jahre wiederholt werden. Dabei müssten aber nicht jedes Mal alle Straßen neu befahren werden, sondern schätzungsweise nur noch zehn bis 15 Prozent, erklärt Dr. Silke Roder. Neue Verkehrswege könnten zudem direkt in das bestehende System eingespeist werden.

27.06.2017

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de