Jugendliche Testkäufer erhalten in jedem zweiten Geschäft hochprozentigen Alkohol

In der Kernstadt und den Kehler Ortsteilen ist es für Jugendliche leicht, an hochprozentigen Alkohol zu kommen – das haben Testkäufe gezeigt, die ein 13- und ein 15-jähriges Mädchen am Mittwoch im Auftrag der Polizeibehörde der Stadt Kehl, in Begleitung von zwei Beamten, getätigt haben. Die beiden Jugendlichen erhielten an sechs von zwölf Kassen von Tankstellen und Supermärkten Alkohol, der nur an Volljährige verkauft werden darf. Zigaretten hingegen konnten sie nicht erwerben, alle vier aufgesuchten Tabakläden befolgten die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes.

Nachdem die Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes und der lokalen Polizeibehörde beim Messdi im Mai gleich mehrere Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz beim Verkauf von Alkohol und Tabak verzeichnet hatten, beschloss Nico Tim Glöckner, Leiter des Bereichs Ordnungswesen, mithilfe von Testkäufen zu kontrollieren, ob sich Lebensmittelmärkte, Tankstellen und Tabakwarengeschäfte an den Jugendschutz halten. Eingekauft wurde in der Kernstadt, aber auch in Goldscheuer und Auenheim. Während die beiden Jugendlichen, die augenscheinlich weit jünger als 18 Jahre alt waren, zur Kasse gingen, hielten sich die Beamten in Zivil im Hintergrund auf. „Besonders erschreckend war, dass die wenigsten Kassierer die Mädchen überhaupt nach ihrem Ausweis gefragt haben“, berichtet Nico Tim Glöckner. Und dies, obwohl in den Kassensystemen beim Scannen hochprozentiger Alkoholika ein Piepton als Warnung erklingt und ein Datum erscheint, das anzeigt, wann der Kunde spätestens geboren sein muss, um volljährig zu sein.

Für Jugendliche scheint es in Kehl nicht allzu schwer zu sein, an alkoholische Getränke zu kommen.

Das Verkaufspersonal, das Alkohol an Jugendliche abgab, wurde von den zwei Beamten verwarnt. In vier Fällen verhängten diese sogar Bußgelder, weil die Filialen wiederholt auffällig wurden: Dort war bereits Hochprozentiges an Minderjährige verkauft worden, als die Kommunale Kriminalprävention (KKP) 2015 zuletzt Testkäufe organisiert hatte. Damals war die Aktion zuvor in der Presse angekündigt worden – trotzdem hatten Jugendliche an den Kassen von Kehler Lebensmittelmärkten in sieben von neun Fällen hochprozentigen Alkohol erwerben können. Das entspricht einer Beanstandungsquote von 77,7 Prozent.
Auch Tabakläden waren vor zwei Jahren überprüft worden. Zwei von fünf Geschäften hatten damals mehrere Päckchen Zigaretten an die Jugendlichen verkauft. Diesmal gab es in diesem Bereich keine Beanstandungen mehr. Neben Tabakläden, Tankstellen und Supermärkten wurden am Mittwoch auch zwei Wettbüros und zwei Spielhallen kontrolliert, in denen sich Kinder und Jugendliche nicht aufhalten dürfen. Das jeweilige Personal verhielt sich korrekt, es gab keine Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz.

30.06.2017

 

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