Internationale Frauenbegegnung in der Villa RiWa: Zehn Nationalitäten treffen aufeinander

Als Amina die Tanzfläche stürmt, beginnen die Frauen zu klatschen. Die junge Syrerin dreht sich um die eigene Achse und bewegt ihre Füße im Rhythmus der Musik, die aus den Boxen im Konferenzraum der Villa RiWa tönt – das Publikum feuert sie an, einige lassen sich von der Stimmung mitreißen und tanzen mit: Beim Internationalen Frauentreff, den die Kehler Flüchtlingsbeauftragten in der vergangenen Woche zusammen mit dem Frauen- und Mütterzentrum und der Gemeinwesenarbeit Kehl-Kreuzmatt organisiert haben, stand die gute Laune im Vordergrund. Flüchtlingsfrauen, die erst vor kurzem in Kehl angekommen sind, trafen auf Frauen mit Migrationshintergrund, die schon seit vielen Jahren hier leben.

Ziel der Veranstaltung war der Austausch der Frauen über ihre Integrationserfahrungen – vor dem Hintergrund, dass diejenigen, die erst vor kurzem in Kehl angekommen sind, sich Tipps von denjenigen holen können, die schon länger hier leben. In lockerer Atmosphäre konnten die Besucherinnen des Treffens sich bei Tee, Gebäck und Obst kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. Mehr als 30 Frauen von fünf unterschiedlichen Kontinenten und aus zehn verschiedenen Ländern waren gekommen: Junge Eritreerinnen aus der Gemeinschaftsunterkunft saßen an einem Tisch mit Mary aus Großbritannien, die schon lange in Kehl lebt; an einem anderen Tisch unterhielten sich Frauen aus Afghanistan mit einer Kolumbianerin und einer Australierin. Eine bunte Mischung war es, die in der Villa RiWa zusammenkam, und dementsprechend lebendig war auch die Atmosphäre. Wo die Sprachkenntnisse nicht ausreichten, halfen Dolmetscherinnen.

Gute Stimmung in der Villa RiWa: Mehr als 30 Frauen aus zehn verschiedenen Ländern kamen zum Internationalen Frauentreff. zoom

Gesprochen wurde über Freizeitaktivitäten wie Sport, Baden, Kochen oder Tanzen, aber auch ernste Themen wie häusliche Gewalt, Beratung in der Schwangerschaft und Hilfe bei der Wohnungssuche. Die Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit, die Leiterin des Frauen- und Mütterzentrums und die Flüchtlingsbeauftragten erklärten den Frauen, welche Freizeitangebote es gibt, welche Rechte Frauen und Mädchen in Deutschland haben und an welchen Stellen sie Unterstützung finden, wenn sie zum Beispiel häusliche Gewalt erleben oder sich von ihrem Partner trennen wollen. Ebenso ging es um Sprachkurse und Kinderbetreuung – viele Frauen, so stellte sich heraus, können keine Deutschkurse besuchen, weil sie niemanden finden, der während des Unterrichts auf ihre Kleinen aufpasst.
Neben Gesprächsrunden hatten die Organisatorinnen des Treffens aber auch Tanz- und Gesangseinlagen eingeplant: Die Besucherinnen konnten ihre Smartphones mit den Boxen in der Villa RiWa verbinden, ihre Lieblingsmusik abspielen und dazu traditionelle Tänze aus ihrer Heimat vorführen.
Am Ende des dreistündigen Treffens gingen die Frauen mit Flyern über Fitnesskurse und Beratungsstellen nach Hause – und einige hatten sogar Kontakte ausgetauscht oder ein erneutes Treffen vereinbart. So wie Zahra, Alganesh, Letensea und Hermon aus Eritrea: Die vier jungen Frauen wollen sich fortan jeden Freitag zum gemeinsamen Kochen treffen.

19.07.2017

 

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