Badeverbot im Naturbad Goldscheuer

Im Naturbad in Goldscheuer ist das Baden bis auf weiteres verboten: Der beliebte Badesee beim Badhiesl musste am Freitag gesperrt werden, weil sich im Wasser Coli-Bakterien und Enterokokken explosionsartig vermehrt haben. Die bei mehreren Proben festgestellte Konzentration dieser Bakterien spricht laut Aussagen des Gesundheitsamts für eine Verunreinigung durch Darmbakterien. Das Gesundheitsamt des Ortenaukreises hat deshalb Kontakt mit dem Landesgesundheitsamt aufgenommen. Beide Behörden waren sich darin einig, dass ein Badeverbot für den See verhängt werden soll. Dieses hat der Leiter des Bereichs Bürgerservice, Sicherheit und öffentliche Ordnung, Nico Tim Glöckner, am Freitag (28. Juli) auf Weisung von Oberbürgermeister Toni Vetrano angeordnet.

Mit rotweißem Flatterband ist das Goldscheuerer Naturbad seit Freitagmorgen abgesperrt; außerdem weisen Schilder auf das Badeverbot hin. Die im Wasser nachgewiesenen Bakterien in hoher Konzentration (2235 E.Coli pro 100 Milliliter Wasser und 1391 Enterokokken pro 100 Milliliter Wasser) stellen aus Sicht des Gesundheitsamts eine Gefahr für die Gesundheit der Badegäste dar. Die Bakterien können Darmerkrankungen aber auch Harnwegsinfektionen hervorrufen.
Der Hygienekontrolleur des Gesundheitsamts wird nun wöchentlich im Badebereich des Sees Wasserproben entnehmen; wenn sich ausreichende Wasserwerte stabilisieren, kann das Badeverbot wieder aufgehoben werden. Die Stadt wird die Einhaltung des Badesverbots kontrollieren.

Mit Flatterband sperren Martin Büchele und Andrea Beck vom Bereich Bürgerservice, Sicherheit und Öffentliche Ordnung am Freitag den Badesee in Goldscheuer ab, nachdem ein Badeverbot verhängt wurde.zoom

Bereits Mitte Juni war das Naturbad in den Fokus des Gesundheitsamts geraten, weil sich dort im Wasser wie auch am Badestrand relativ viele Wasservögel aufgehalten haben. Diese werden vor allem dadurch angezogen, dass sie von Bürgerinnen und Bürgern gefüttert werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Am 17. Juli wurden Konzentrationen von 161 E.Coli und 773 Enterokokken pro 100 Milliliter Wasser festgestellt, was bereits für eine hohe Verunreinigung durch Darmbakterien – verursacht durch Kot von Wasservögeln – sprach. Bei der Nachprobe am 20. Juli hatte sich die Zahl der Bakterien in der 100 Milliliterprobe zwar auf 94 E. Coli und 215 Enterokokken verringert, die erneute Probe am 24. Juli erbrachte jedoch eine explosionsartige Vermehrung der Bakterien: 2235 E. Coli und 1391 Enterokokken wurden in 100 Milliliter Wasser gefunden. Beim Ortstermin hat der Hygienekontrolleur zwölf Wasservögel gezählt; ihm sind zahlreiche Verunreinigungen durch Kot am Badestrand und im Wasser aufgefallen.

Viele Wasservögel verursachen viel Kot, der zur Verunreinigung und Überdüngung von Gewässern führt - wie hier am Naturbad Goldscheuer.zoom

Fütterungsverbot von Wildtieren

Die Stadt Kehl weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass das Füttern von Wildtieren bereits seit vielen Jahren verboten ist. Am Kehler Altrhein weisen Schilder ausdrücklich darauf hin. Dennoch werden dort – wie auch am Naturbad in Goldscheuer – Wasservögel gefüttert. Wer dabei erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.
Das Füttern verändert das natürliche Ernährungsverhalten der Tiere. Brot ist für die Wildtiere grundsätzlich nicht bekömmlich; altes Brot enthält darüber hinaus oft Krankheitserreger wie Schimmelpilze. Nahrungsreste, die von den Tieren nicht gefressen werden, verschlechtern die Wasserqualität. Wie Dünger wirkt der Kot der zahlreichen Wasservögel auf die Gewässer und begünstigt das Algenwachstum, wodurch sich wiederum der Sauerstoffgehalt im Gewässer verringert. Auf das Überangebot an Nahrung reagieren manche Tierarten mit starker Vermehrung – mit der damit zwangsläufig steigenden Menge an Kot verschärfen sich die Probleme für die Gewässer.

Wie am Kehler Altrhein weisen auch am Goldscheuerer Naturbad neuerdings Schilder darauf hin, warum das Füttern von Wildtieren verboten ist.zoom


ÖFFENTLICHE BEKANNTMACHUNG


Allgemeinverfügung
1. Im Naturbad Goldscheuer (Flurstück-Nr. 2461) wird das Baden verboten.
2. Diese Regelung ist jederzeit widerruflich.
3. Die sofortige Vollziehung der Ziffer 1 dieser Allgemeinverfügung wird angeordnet.
4. Diese Allgemeinverfügung tritt am 28.07.2017 um 12.00 Uhr in Kraft.
5. Rechtsbehelfsbelehrung
Gegen diese Entscheidung kann binnen eines Monats nach Bekanntgabe schriftlich oder mündlich zur Niederschrift bei der Stadtverwaltung Kehl, Polizeibehörde, Hauptstr. 85, 77694 Kehl, Widerspruch erhoben werden. Die Frist gilt auch als gewahrt, wenn der Widerspruch rechtzeitig beim Regierungspräsidium Freiburg, Bissierstr. 1, 79114 Freiburg, eingelegt wird.

Die Allgemeinverfügung mit Begründung kann ab dem Tag der Bekanntmachung bis einschließlich 14.08.2017, während den Sprechzeiten bei der Stadtverwaltung Kehl, Polizeibehörde, 77694 Kehl, Hauptstr. 85, Zimmer 007, eingesehen werden.

77694 Kehl, den 28.07.2017 Toni Vetrano, Oberbürgermeister

28.07.2017

 

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