Schwebende Wände und 200 Bohrlöcher: Das Kulturhaus. ist eine außergewöhnliche Baustelle

Gewaltige Pakete nimmt der Kran hinter dem historischen Gebäude der alten Tulla-Realschule an den Haken, hebt sie hoch in Luft, schwenkt sie präzise durch die Öffnung im Dach der Gaube ein und setzt sie im Innern des Dachbodens ab. In Plastikfolie verpackt, wird auf diese Weise Dämmmaterial für eine Fläche von 2200 Quadratmetern in das ehemalige Schulgebäude befördert, das zum Kulturhaus und damit zum künftigen Domizil von Musikschule, Volkshochschule, Jugendkunstschule und städtischem Kulturbüro umgebaut wird.

Auf dieser Baustelle ist alles groß: Das Dach mit einer Fläche von etwa 1100 Quadratmetern ist in den vergangenen Wochen abgedampft und komplett gereinigt worden; defekte Ziegel wurden ausgetauscht. Die Holzfaserdämmung wird zweilagig aufgebracht – auf eine Fläche von eben 1100 Quadratmetern. Ganze Pakete glänzender Kupferbleche werden ebenfalls mit Hilfe des Krans ins Innere des denkmalgeschützten Gebäudes gehoben, damit die Blechnerarbeiten beginnen können: Dachrinnen und Fallrohre werden neu gemacht; die Dachgauben bekommen neue Verkleidungen. An der Außenhaut ist ein Unternehmen mit der Armierungspachtelung beschäftigt – der Grundputz wird aufgebracht. Der Auftrag umfasst Flächen in der Größe von 1400 Quadratmetern.

200 sogenannter Kernbohrungen müssen für die Leitungsverlegung im ehemaligen Gebäude der Tulla-Realschule niedergebracht werden.zoom
Im Innern finden gerade sogenannte Kernbohrungen statt: Die sind notwendig, damit Rohre und Leitungsstränge für Heizung, Lüftung sowie die sanitären Anlagen gelegt werden können. 200 rote Markierungen haben Mitarbeiter vom städtischen Gebäudemanagement in allen Räumen des Gebäudes aufgezeichnet. „Das Unternehmen bohrt nur“, erklärt Michael Heitzmann, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. Wo genau die Bohrungen niedergebracht werden, „müssen wir festlegen“.
Die Wände in den künftigen Räumen der Musikschule werden mit einem besonderen Schallschutz ausgestattet.zoom

Im ersten Obergeschoss, wo einmal die Musikschule ihre Proberäume bekommt, stehen die ersten in Trockenbauweise errichteten Wände. Hier wird, berichtet Michael Heitzmann, ein besonderer Schallschutz eingebaut, der 55 Dezibel absorbieren muss.

Im künftigen Veranstaltungsraum müssen acht Zentimeter Gefälle durch eine Fußbodensonderkonstruktion ausgeglichen werden.zoom

Vor eine unerwartete Herausforderung sah sich der Leiter des Gebäudemanagements im künftigen Veranstaltungsraum gestellt: Auf einer Länge von etwa 14 Metern fällt der Boden zum Bühnenraum hin um acht Zentimeter ab. Um diese enormen Niveauunterschiede auszugleichen, wird eine Fußbodensonderkonstruktion eingebaut.

Der Bühnenraum im künftigen Veranstaltungsraum wird komplett in schwarz gehalten.zoom

Deutlich sichtbar ist bereits der Bühnenraum. Wände und Decke – alles wird hier schwarz, sagt Michael Heitzmann. Er erklärte bei der Ortsbesichtigung Baubürgermeister Harald Krapp, dass die Vorbühne leicht in den Zuschauerraum hinein rage, damit ein Treppenabgang möglich wird. Bei Veranstaltungen können dadurch Menschen aus dem Zuschauerraum auf die Bühne gebeten werden.

Auch im zweiten Obergeschoss des historischen Schulgebäudes geht die Raumaufteilung voran.zoom

Wann genau die umfangreichen Bauarbeiten im Wert von rund acht Millionen Euro abgeschlossen sein werden, lässt sich zurzeit noch nicht sagen: Wie immer bei Altbausanierungen birgt auch die ehemalige Realschule Überraschungen; zu Verzögerungen hat zudem der Umstand geführt, dass auf Ausschreibungen einiger Gewerke zunächst keine Angebote eingegangen waren. Im Sommer 2018, hofft Michael Heitzmann, können sich die künftigen Nutzer auf den Einzug freuen.

Baubürgermeister Harald Krapp (links) macht sich bei einem Ortstermin mit dem Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Michael Heitzmann, ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten.zoom

22.08.2017

 

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