Von Siebenschläfern und Zugvögeln – Umweltpädagogin erklärt Drittklässlern das Verhalten heimischer Tiere im Winter

Im Herbst, wenn sich das Jahr seinem Ende zuneigt und der Winter vor der Tür steht, sieht man oft riesige Vogelschwärme am Himmel gen Süden ziehen. Warum sich in jedem Jahr aufs Neue Millionen Zugvögel auf diese weite Reise machen und mit welchen Überlebensstrategien andere heimische Tiere überwintern, hat die städtische Umweltpädagogin Insa Espig den Drittklässlern der Grundschule Goldscheuer im Rahmen des „Grünen Klassenzimmers“ am Mittwochmorgen (11. Oktober) auf einer kleinen Lichtung nahe der Ortschaft erklärt.

„Macht die Augen zu und lauscht“, lautete die erste Aufgabe, die Insa Espig den 42 Schülerinnen und Schülern stellte. Denn zum Einstieg des Grünen Klassenzimmers sollten die Kinder die Natur zunächst auf sich wirken lassen und dabei genau hinhören. Schnell merkten die Drittklässler, dass jetzt, wo die Blätter fallen und die Temperaturen sinken, kaum noch Tiere und vor allem Vögel zu hören sind.

Zu Beginn des Grünen Klassenzimmers sollten sich die Kinder ganz auf die Natur einlassen und bei einem Suchspiel kleine Aufgaben lösen.zoom

„Was machen denn die Tiere im Winter?“, fragte Insa Espig und erklärte, dass Vögel, Bären oder Igel unterschiedliche Strategien haben, um in der kalten Jahreszeit zu überleben. Dass beispielsweise der Siebenschläfer ganze sieben Monate lang Winterschlaf hält und sich dabei seine Herzfrequenz auf vier bis fünf Schläge pro Minute verringert, war für die Kleinen neu. Neben dem Winterschlaf gebe es auch die Strategie der Winterstarre sowie der Winterruhe, führte Insa Espig aus und zählte dazu verschiedene Tiere auf, die auf diese Weise überwintern. „Inzwischen gibt es aber viele Tiere, die in der kalten Jahreszeit nur noch ruhen, statt in einen tiefen Schlaf zu fallen“, weiß die Umweltpädagogin. Schuld daran sei der Klimawandel, durch den die Winter immer wärmer würden.

Bei dem Spiel "Herr Winter" konnten die Kinder ihr Wissen über das Verhalten der Tiere im Winter testen.zoom

Dass sie bei Insa Espigs Ausführungen gut zugehört haben, konnten die Drittklässler bei dem Spiel „Herr Winter“ gleich unter Beweis stellen: Dabei ruft ein Spieler (Herr Winter) den anderen Spielern verschiedene Tiernamen zu sowie die Anzahl der Schritte, die sie gehen dürfen. Ziel ist es, Herrn Winter zu erreichen. Dabei mussten die Kinder allerdings die verschiedenen Überlebensstrategien der Tiere beachten und daran denken, dass sich beispielsweise bei dem Zuruf „Eichhörnchen, drei Schritte“, niemand bewegen darf, weil dieses Tier im Winter ruht.
In kleinen Gruppen wurde im Anschluss fleißig geknobelt und geraten: Jedes Team erhielt ein Aufgabenblatt mit Fragen zu der Überwinterungsstrategie jeweils eines heimischen Tieres, die es zu lösen galt. Eine Sondergruppe studierte währenddessen ein kurzes Theaterstück über den Winterschlaf des Eichhörnchens ein, das die Kinder ihren Mitschülern anschließend vorführten.

Fleißig lösten die Kinder gruppenweise die Aufgaben, die Umweltpädagogin Insa Espig ihnen gestellt hatte.zoom

Um zu demonstrieren, wie sich Rehe, Füchse, Hasen oder Wildschweine im Winter warm halten, hatte Insa Espig die Felle dieser Tiere dabei: „Beim Sommerfell des Rehes ist unter den Haaren kein weiches Fell mehr“, erklärte die Umweltpädagogin. Auch das Herbstfell des Fuchses sei am Rücken noch etwas struppig, im Winter dagegen vollkommen weich. Dabei erklärte sie den Kindern genau, warum und woher sie diese Felle hat: „Füchse, Wildschweine oder Rehe haben keine natürlichen Feinde mehr“, weiß Insa Espig. Darum gebe es Jäger, die den Bestand klein halten und darauf achten, dass sich die Tiere nicht unkontrolliert vermehren können.

Jedes Kind durfte die Felle berühren und selbst erleben, wie sich das Winterfell der Tiere anfühlt.zoom

Welchen weitem Weg Zugvögel Jahr für Jahr auf sich nehmen, um in wärmeren Gefilden zu überwintern und welche Gefahren während der langen Reise auf sie warten, erklärte Insa Espig den Kindern zum Abschluss des Grünen Klassenzimmers anhand des Spiels „Rettet den Kuckuck“: Stürme, Hunger, Flugzeuge, Windräder, Stromleitungen oder die Gefahr, gefangen und als Delikatesse verkauft zu werden – für all diese potentiellen Bedrohungen schnitt die Umweltpädagogin ein Loch in eine große Weltkarte, auf der die Flugroute der Vögel dargestellt wurde. Diese wurde anschließend von den Kindern hochgehalten, während Insa Espig einen kleinen Ball (den Kuckuck) auf das Spielfeld warf. Ziel war es, dass der Kuckuck vom Norden in den Süden fliegen kann, ohne vorher in eines der Löcher zu fallen. Unter großem Gejohle und Gelächter schafften die Drittklässler es, den Kuckuck wohlbehalten über das Mittelmeer bis nach Afrika fliegen zu lassen. Danach war der Ausflug ins Grüne auch schon wieder vorbei und für die Drittklässler ging es zurück in ihr Klassenzimmer nach Goldscheuer.

Nach mehreren Versuchen schafften die Kinder es, den Kuckuck wieder nachhause fliegen zu lassen.zoom

Info:
Der kostenlose Unterricht im Grünen Klassenzimmer wird von der städtischen Umweltpädagogin Insa Espig für alle Altersstufen angeboten. Kehler Schulen, die ebenfalls Interesse daran haben, am Grünen Klassenzimmer mit der städtischen Umweltpädagogin teilzunehmen, können sich telefonisch unter 07851 88-1193 oder per E-Mail an i.espig@stadt-kehl.de bei Insa Espig melden. Weitere Informationen zu dem Angebot sind auch auf der Internetseite der Stadt Kehl www.kehl.de in der Rubrik „Umwelt“ nachzulesen.

16.10.2017

 

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