Fotoausstellung im Rathaus widmet sich Flüchtlingen aus Gambia

Gesichter erzählen Geschichten – das ist die Botschaft einer Fotoausstellung der Fotografen Nils Langenbacher aus Rheinau-Freistett und Sandrigo Zoilo aus Memprechtshofen, die von heute an (19. Oktober) im Rathaus I zu sehen ist.

Bei den Bildern handelt es sich um zehn großformatige Portraits von jungen Flüchtlingen aus Gambia, die nach ihrer Ankunft in Deutschland im April 2017 in einer Erstunterbringung in Rheinau-Freistett untergebracht wurden. An der Containersiedlung kam eines Tages zufällig Nils Langenbacher vorbei, der sich kurzerhand entschloss, sich den rund 40 jungen Männern bei ihrem Fußballspiel anzuschließen. Schnell entstand aus diesem ersten Zusammentreffen eine tiefe Freundschaft: „Seitdem habe ich fast jeden Tag mit ihnen verbracht“, erzählt der 27-Jährige.

Fotograf Nils Langenbacher vor seinen Portraitaufnahmen.zoom

In dieser Zeit habe er gemeinsam mit seinem Freund Sandrigo Zoilo zahlreiche Bilder geschossen, welche die Ankunft und das Leben der Gambier in Rheinau dokumentieren. Dabei sind auch die Portraitaufnahmen der jungen Geflüchteten entstanden: „Selbst wenn uns die Jungs nicht alles, was sie durchmachen mussten, erzählen, ihre Gesichter spiegeln die Erlebnisse wieder“, erklärt Nils Langenbacher seinen Beweggrund für die eindrucksvollen Aufnahmen. Denn neben tiefen Narben sind es vor allem die Augen in den portraitierten Gesichtern, die von dem Leid erzählen, dass die Gambier vor und während ihrer Flucht erlebt haben. Wer genauer hinschaut, kann auf den Bildern in den Augen der Portraitierten einen weißen Lichtkreis erkennen. Diese sind durch eine besondere Belichtungstechnik der Fotografen entstanden, um die Portraitierten für die schwarz-weiß-Aufnahmen richtig auszuleuchten.
Ausgestellt wurden die Fotografien bereits bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Freistett, die Nils Langenbacher und Sandrigo Zoilo gemeinsam mit dem Helferkreis Rheinau-Freistett organisiert haben. „Mit der Veranstaltung wollten wir einen Kontakt zwischen der Ortsgemeinschaft und den Flüchtlingen herstellen und Vorurteile abbauen“, sagt der engagierte Fotograf.

In den kommenden zwei Wochen werden die Portraitaufnahmen des Fotografen Nils Langenbacher im Rathaus I zu sehen sein.zoom

„Die Ausstellung ist sehr persönlich, dabei geht es um die Freundschaft zwischen diesen jungen Männern und genau das macht die Bilder so schön“, sagt die städtische Integrationsbeauftragte Raya Gustafson, auf deren Anregung hin die Bilder im Eingangsbereich, im Treppenaufgang sowie in der zweiten Etage des Rathauses I aufgehängt wurden. Dort werden sie in den kommenden beiden Wochen zu sehen sein, bevor sie – nach der positiven Resonanz bei der Wohltätigkeitsveranstaltung – erneut in der Freistetter Stadthalle ausgestellt werden.
Die Ausstellung wurde auch im Rahmen der Interkulturellen Woche nach Kehl geholt, bei der Kehlerinnen und Kehler erleben können, wie vielfältig die Kultur in ihrer Stadt ist. Von Freitag, 20. Oktober, bis Samstag, 28. Oktober, werden an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet Aktionen angeboten. Das gesamte Programm kann hier eingesehen werden.
Die Portraitaufnahmen können jederzeit zu den Öffnungszeiten des Rathauses betrachtet werden. Wer Interesse an den Fotografien hat, kann sich per Mail an nils@fotofranz-online.de bei Nils Langenbacher melden.

19.10.2017

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de