Biotoppflege im Naturschutzgebiet Roßwörth

Vögel, Säugetiere und Insekten: Bis zu 900 verschiedene Tierarten sind in einer Feldhecke beheimatet. Um den Lebensraum dieser Tiere auf Kehler Gemarkung zu erhalten, haben im Auftrag der Stadtverwaltung rund 80 angehende Forstwirte aus dem forstlichen Ausbildungszentrum Mattenhof vier Tage lang einen Heckenstreifen im Naturschutzgebiet Roßwörth nahe der Ortschaft Leutesheim gepflegt.

„Durch diese Kooperation gewinnen alle“, freut sich Ausbilder Volker Herbst, der am Mittwochvormittag (25. Oktober) mit seinen Schülern die professionelle Gehölzpflege an dem knapp 500 Meter langen Heckenabschnitt übte. Derartig großzügige Trainingsflächen gebe es sonst sehr selten im Umkreis von Gengenbach, wo sich das Ausbildungszentrum befindet und in dem alle Azubis des ersten und zweiten Lehrjahres von Lörrach im Süden bis Heidelberg im Norden ausgebildet werden.

Rund 80 angehende Forstwirte aus dem forstlichen Ausbildungszentrum Mattenhof haben vier Tage lang den Heckenstreifen nahe der Ortschaft Leutesheim gepflegt.zoom

„Hier können die Lehrlinge ihre Kenntnisse vertiefen, gleichzeitig profitiert das Naturschutzgebiet von der Pflege“, bestätigt Förster Markus Gutmann.
Ziel des Blockunterrichts war es, die vielschichtig aufgebaute Hecke so zurückzuschneiden, dass die Sträucher und Bäume wieder neu austreiben können und die Pflanzen im unteren Heckenbereich nicht verdrängt werden. „Je dichter der Unterwuchs, umso höher ist die Artendichte“, weiß Markus Gutmann. Würden die Bäume und Sträucher ungehindert nach oben wachsen, sei es kleineren Pflanzen nicht möglich, in ihrem Schatten zu überleben. Sie würden nach und nach verschwinden, sodass den dort lebenden Tieren mit der Zeit auch ihre Nist- und Brutplätze sowie die Möglichkeit, sich vor Witterung und Raubtieren zu schützen, genommen werden.

Die vielschichtig aufgebaute Hecke wurde so zurückgeschnitten, dass die Sträucher und Bäume wieder neu austreiben können und die Pflanzen im unteren Heckenbereich nicht verdrängt werden. zoom

„Irgendwann würde hier ohne unser Eingreifen Wald entstehen“, erklärt Markus Gutmann. Da es aber wichtig sei, allen Tieren Lebensräume zu bieten, lege die Stadtverwaltung Wert darauf, in den Naturschutzgebieten möglichst vielfältige und hochwertige Biotopflächen zu schaffen und zu erhalten. Die Pflegemaßnahme sei auch für die angrenzende Feuchtwiese von Vorteil, die ohne den Schattenwurf des Heckenstreifens wieder mehr Sonne abbekommt.
Darüber freut sich auch der Landwirt, der die Wiese ökologisch bewirtschaftet. Bei einer Ortsbegehung wurde er im Vorfeld von Markus Gutmann, dem Leutesheimer Ortsvorsteher Heinz Faulhaber und Jochen Bresch von der Bresch Henne Mühlinghaus Planungsgesellschaft – von der die Stadtverwaltung in allen Naturschutzaspekten beraten wird – über die Notwendigkeit dieser Pflegemaßnahme informiert.

Alle 30 bis 50 Meter bleibt ein Baum stehen, alles dazwischen wurde stark zurückgeschnitten.zoom

„Alle 30 bis 50 Meter lassen wir einen der größeren Bäume stehen“, erläutert Markus Gutmann. Bevorzugt würden dabei vor allem die rustikalen Eichen, an die bis zu 800 Kleinstlebewesen gebunden seien, alles andere werde stark zurückgeschnitten. Besonders die Weiden, die sich auf dem Vegetationsstreifen angesiedelt haben, bestehen nach ihrem fachmännischen Rückschnitt nur noch aus dem Stamm und einigen Aststümpfen. Die Weidenruten müssen allesamt entfernt werden, damit der Baum wieder neu austreiben kann und so den Unterbereich der Hecke verdichtet.
„Schon nach ein bis zwei Jahren hat sich hier alles vollständig regeneriert und bietet den Tieren wieder einen hochwertigeren Lebensraum“, versichert Markus Gutmann. Möglich sei die intensive Bearbeitung der Feldhecke, weil sich in unmittelbarer Nähe noch zahlreiche andere Heckenstreifen befänden, in die sich die Tiere zurückziehen könnten. Andernfalls müsste man behutsamer vorgehen und nur jeweils kleinere Abschnitte beschneiden, damit keine Art zurückgedrängt werde.

Besonders die Weiden bestehen nach ihrem fachmännischen Rückschnitt nur noch aus dem Stamm und einigen Aststümpfen. Die Weidenruten mussten allesamt entfernt werden, damit der Baum wieder neu austreiben kann und so den Unterbereich der Hecke verdichtet. zoom

Nach und nach sollen auch die restlichen geschützten Heckenstreifen auf Kehler Gemarkung gepflegt werden. Denn spätestens alle zehn Jahre sei ein solcher Eingriff in die Natur unumgänglich, damit der Lebensraum Hecke in Kehl erhalten bleibt, weiß der Förster.

30.10.2017

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de