Zwölf neue Ehrenamtliche im Kehler Dolmetscher-Pool

Sie stammen unter anderem aus Äthiopien, Australien und dem Iran, leben jetzt in Kehl oder der Umgebung und wollen sich ehrenamtlich engagieren: Zwölf Frauen und Männer haben an einer ganztägigen Schulung teilgenommen, um in den Kehler Dolmetscher-Pool aufgenommen zu werden. Dieser zählt damit im fünften Jahr nach seiner Gründung insgesamt 57 Ehrenamtliche.

„Wir freuen uns sehr über das Interesse und den Zuwachs“, sagt Claudia Mündel von der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt, die von städtischer Seite für den Dolmetscher-Pool zuständig ist. „Vor allem haben wir durch die Schulung Verstärkung in Sprachen bekommen, für die wir bislang nicht viele Dolmetscherinnen und Dolmetscher hatten.“ Das gelte zum Beispiel für Rumänisch, Ungarisch, Bulgarisch, Farsi und Dari. Sogar Ehrenamtliche, die Tigrinya und Amharisch beherrschen, das in Eritrea beziehungsweise Äthiopien gesprochen wird, habe man für den Pool gewinnen können.
Für die Schulung hatten Claudia Mündel und Edgar Berg vom Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werks zwei erfahrene Migrationspädagoginnen eingeladen: Kultur- und Sprachmittlerin Asuman Unseld vom DRK-Kreisverband Freiburg und Psychotherapeutin Radmila Tosic referierten zunächst über professionelles Dolmetschen. Im Anschluss folgten mehrere Rollenspiele, bei denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf unterschiedliche Situationen des Dolmetschens vorbereiten konnten. Auf eigene Erfahrungen griffen die beiden Referentinnen zurück, als sie die Ehrenamtlichen über besondere Herausforderungen informierten, die auf Dolmetscher zukommen können, und als sie ihnen Ratschläge gaben, wie sich im Gespräch eine wichtige Distanz wahren lässt. Claudia Mündel und Edgar Berg erklärten zum Abschluss die administrativen Abläufe der Dolmetschereinsätze.
Im Anschluss an die Schulung ist die Liste der aktiven Dolmetscherinnen und Dolmetscher aktualisiert worden. Einrichtungen, die bereits mit dem Dolmetscher-Pool arbeiten, werden deshalb gebeten, sich die neue Liste herunterzuladen. Wer Fragen rund um den Dolmetscher-Pool hat, wendet sich an Claudia Mündel, telefonisch unter 07851 958690 oder per E-Mail an gwa-kreuzmatt@stadt-kehl.de. Das Gleiche gilt für Institutionen, die künftig Zugriff auf den Dolmetscher-Pool erhalten möchten.

Hintergrund: Kehler Dolmetscher-Pool
Wenn Behörden, Kindertageseinrichtungen, Schulen, Ärzte und Beratungseinrichtungen Gespräche mit Menschen führen müssen, welche die deutsche Sprache noch nicht ausreichend beherrschen, wenden sie sich an den Kehler Dolmetscher-Pool. Auf diese Weise ist es 2014 zu 240 Dolmetscher-Einsätzen gekommen, 2015 waren es schon mehr als 500 und 2016 sogar 1380. Die Dolmetscherinnen und Dolmetscher erhalten pro Gespräch eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro, die von der Stadt Kehl finanziert wird.

Die Organisatoren des Dolmetscher-Pools Edgar Berg (l.) und Claudia Mündel (r.) mit den Referentinnen und den zwölf neuen Dolmetscherinnen und Dolmetschernzoom

21.11.2017

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

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