Frauen- und Familienzentrum

Frauen- und Familienzentrum feiert Jubiläum: Ein Erfolgsmodell wird 30 Jahre alt

Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen feiern FFZ-Leiterin Juliane Peter (Vierte von rechts), ihre Vorgängerin Edeltraut Böhler (Zweite von rechts) und Oberbürgermeister Wolfram Britz das 30-jährige Bestehen des Frauen- und Familienzentrums.

Als „Erfolgsmodell, auf das wir in Kehl stolz sein können“, lobte Oberbürgermeister Wolfram Britz das Frauen- und Familienzentrum während der Jubiläumsfeier am Samstag, 22. Oktober, in der Villa RiWa. Vor 30 Jahren nahm es unter dem Namen Frauen- und Mütterzentrum seine Arbeit auf. Heute ist es als Frauen- und Familienzentrum weiterhin eine vielgenutzte Anlaufstelle für Familien in unterschiedlichen Lebenslagen.

Eine Geburtstagstorte für das FFZ hatte eine Anwohnerin gebacken. Edeltraut Böhler (links) und ihre Nachfolgerin Juliane Peter schnitten den Kuchen gemeinsam an.

Im Juni 1992 eröffnet die damalige städtische Mitarbeiterin Edeltraud Böhler das Frauen- und Mütterzentrum in einer Wohnung im Stadtteil Kreuzmatt. Hier konnten sich Frauen treffen, austauschen und gleichzeitig ihre Kinder mitbringen. Alleinerziehende Mütter konnten untereinander ihre Sorgen und Nöte teilen. Mütter erhielten Fortbildungsangebote, die zu ihrer Lebenswirklichkeit passte. Denn: Vor 30 Jahren waren Ganztagsbetreuungsplätze in Kitas eine Rarität, das Elterngeld lag noch in ferner Zukunft und Erziehungsurlaub war weitestgehend unentgeltlich. Auf den ersten Flyer des damals neugegründeten Frauen- und Mütterzentrum meldeten sich rund 30 interessierte Frauen. Etwa die Hälfte von ihnen brachte sich im Anschluss ehrenamtlich ein.

Seither hat sich sowohl politisch als auch gesellschaftlich einiges getan: Rechtsansprüche für Kita- und Krippenplätze sowie die Einführung von Elterngeld und Elternzeit entlasten Familien. Die Stadt Kehl investiert seit Jahren verstärkt in den Ausbau ihrer Krippenplätze sowie in den Neubau und die Sanierung von Kindertageseinrichtungen. Durch freie Träger wie die Reha Südwest, die Diakonie Kork und die Sport-Kita Schwarzwaldkind wächst das Betreuungsangebot zusätzlich. Gleichzeitig stellen Fachkräfteengpässe, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (sowie Doppelverdiener-Haushalte Familien) vor neue Herausforderungen. Das Frauen- und Mütterzentrum reagiert, indem es sich an diese veränderten Lebenswirklichkeiten anpasst. Während der Corona-Pandemie ändert die Einrichtung ihren Namen in Frauen- und Familienzentrum. Denn längst sind es nicht mehr nur Frauen, die die Angebote in der Villa RiWa annehmen. Vermehrt kommen auch Väter. Im Mai 2021 übernahm Juliane Peter als Nachfolgerin von Edeltraut Böhler die Leitung des FFZ. „Das Frauen- und Familienzentrum ist heute, 30 Jahre nach seiner Gründung, mit einem veränderten Aufgabenspektrum, mindestens genauso wichtig wie 1992“, sagte Oberbürgermeister Wolfram Britz während der Feierstunde zum 30. Jubiläum und ergänzte: „Es ist aus dem Angebot der freiwilligen Leistungen der Stadt nicht mehr wegzudenken.“ Den vielen ehrenamtlichen Kräften, die sich über die Jahre für das FFZ engagiert haben, dankte er für ihren Einsatz und verband dies mit der eindringlichen Bitte: „Bleiben Sie weiterhin aktiv.“ Wie wichtig ein unterstützendes Netzwerk aus Ehrenamtlichen ist, unterstrich auch FFZ-Leiterin Juliane Peter: „Letztlich sind es die Kehlerinnen und Kehler, die das Frauen- und Familienzentrum zu dem machen, was es ist.“

Das Jubiläumsprogramm umfasste neben der Feierstunde auch abwechslungsreiche Angebote wie Kinderschminken oder Henna-Tattoos. Es wurde ein internationales Buffet aufgetischt, das gleichsam die multikulturelle Prägung des Wohnviertels Kreuzmatt verdeutlichte. Die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule verköstigten die Gäste mit selbst gemachten Waffeln. Zum Abschluss zeigte die Theatergruppe „Mensch: Theater“ ein Präventionstheaterstück.

Weitere Impressionen vom Jubiläumsfest

Mit Fingerfarben malen Kinder Grußbotschaften auf ein weißes Laken.
In der Villa RiWa feiert das Frauen- und Familienzentrum sein 30-jähriges Bestehen.
Anwohnerinnen und Anwohner besuchen die Jubiläumsfeier am Samstag, 22. Oktober.
Im Erdgeschoss wird den Besucherinnen und Besuchern ein buntes Programm geboten. 
Mit Fingerfarben malen Kinder Grußbotschaften auf ein weißes Laken.