Jeden Tag Umweltschützer

Für Nachhaltigkeit und Biodiversität: Kehls Grünhüter sind Umweltschützer – jeden Tag

Nachhaltigkeit und Biodiversität sind bereits seit Jahren Grundlage für die Gestaltung der Grünzonen im Stadtgebiet. Mehrjährige Staudenpflanzen bieten Lebensraum für zahlreiche Insekten und Kleintiere und sind überdies kostengünstiger als der früher praktizierte Wechselflor. Samenmischungen für die zahlreichen Blumenwiesen werden im städtischen Betriebshof angepasst an den Standort selber gemischt. Dass Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau auch Umweltschützer sind, zeigt ein (weiterer) Video-Clip.

zwei Auszubildende, die Blumensamen aussäen,  ein Mitarbeiter des Betriebshofs, der den Boden dafür vorbereitet
Sie sorgen für Nachhaltigkeit und Lebensräume für Insekten und Kleintiere: Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau sind Umweltschützer - jeden Tag.

Lara List hat es keinen Tag bereut: Die 20-jährige leidenschaftliche Geigerin hat ihr Studium an den Nagel gehängt und im vergangenen September beim städtischen Betriebshof eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau begonnen. Die Arbeit im Freien und die körperliche Anstrengung „machen den Kopf frei“ und schaffen für sie den Ausgleich zur Musik. Außerdem sieht sie täglich „Ergebnisse“: nachdenken, planen, umsetzen – das ist genau ihr Ding.

Lara hat ein deutsch-französische Abitur gemacht, in Heidelberg mit dem Studium der Übersetzungswissenschaften begonnen und sich in Straßburg professionell mit Musik beschäftigt. Nach einem Semester war klar: „Ich wollte gerne etwas Praktisches machen, anfangen zu arbeiten.“ Obwohl sie „privat nicht viel mit Gärtnern zu tun“ hat, hat sie sich beim Betriebshof der Stadt Kehl um eine Ausbildungsstelle im Garten- und Landschaftsbau beworben. Nach einem dreitägigen Praktikum, bei dem sie Ausbilder Siegfried Koger kennen gelernt hat, stand ihr Entschluss fest: „Das mache ich.“

Lara List mit ihrer Geige im Freien, Bäume verschwommen im Hintergrund
Lara List spielt leidenschaftlich gerne Geige: Die körperliche Arbeit bei ihrer Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau ist für sie der perfekte Ausgleich zur Musik.

„Es läuft super“, sagt sie ein Jahr später, „ich bin definitiv froh, diese Ausbildung ausgewählt zu haben“. Laras Noten in der Berufsschule sind spitze und auch im praktischen Bereich, sei es beim Baggerfahren oder bei der Arbeit mit der Motorsäge, steht sie ihren männlichen Kollegen in nichts nach: Anstrengend ist es schon, räumt sie ein, „ich bin müder aber auch fitter, eben weil ich körperlich ausgelastet bin“. Ihre Rückenmuskulatur trainiert sie in ihrer Freizeit zusätzlich, um die Belastung beim Arbeiten auszugleichen. Lara ist lieber draußen als drinnen und das gilt auch, nachdem sie alle Jahreszeiten einmal durchhat. „Der Winter ist weniger schwierig: Man kann viel anziehen und wird beim Arbeiten warm.“ Gegen die aktuelle Sommerhitze lässt sich dagegen wenig ausrichten.

Pflanzen, Biologie, Biodiversität, Umwelt- und Klimaschutz: Der Garten- und Landschaftsbauer „ist nicht unbedingt der, der die großen Entscheidungen trifft“, das ist Lara bewusst. Aber er – oder sie – braucht spezifisches Wissen. Und damit kann er – oder sie – den Rathauschef in diesen wichtigen Themenfeldern beraten. Noch hat Lara zwei weitere Lehrjahre vor sich. Wie es danach weitergeht, hat sie schon überlegt, aber noch nicht entschieden: „Vielleicht mache ich danach den Techniker“, sagt sie. „Das ist praktischer angelegt als ein Studium und umfangreicher als die Fortbildung zum Meister.“ Eines aber steht am Ende des ersten Ausbildungsjahres für die 20-Jährige fest: „Ich mag den Beruf so, wie er ist.“ Und wenn sie Bekannten vom Abwechslungsreichtum ihres Arbeitsalltags erzählt, dann sagten die immer: „Das ist ja ein super Job.“
 

Was zur Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau gehört:

  • Unterbau oder Oberbau und Substrat für Pflanzungen vorbereiten, Pflanzen und Jungbäume setzen, für Letztere einen Dreibock bauen;
  • Jungbaumpflege;
  • Rasenaussaat, Rollrasenpflege, Rasenmähen mit Aufsitzrasenmäher;
  • Heckenschneiden;
  • Pflanzenpflege, gießen;
  • Sportplätze pflegen;
  • Bagger- und Radladerfahren (den Erdbaumaschinenschein machen die Auszubildenden mit einem Meister vom Betriebshof);
  • mit der Motorsäge arbeiten (der Motorsägenschein wird in einem fünftägigen Pflichtkurs erworben);
  • Bodenbearbeitung mit Maschinen;
  • maurerspezifische Arbeiten: Unterbau für Pflaster, planieren, ausmessen, ausrechnen, stampfen, rütteln, Platten und Pflaster legen, Beeteinfassungen bauen, Kantensteine setzen;
  • Fahrradbügel, Mülleimer oder Schilder aufstellen.
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