Kehler Festungs-Modell neu aufgestellt

Aus Depot des Hanauer Museums: Altes Modell der Kehler Festung findet neuen Aufstellungsort (Bericht mit Video)

Filigrane Arbeit: Astrid Bronner bei der Restaurierung.
Volker Lorenz, Stadthallen-Marketing, und Dr. Ute Scherb, Leiterin Hanauer Museum und Stadtarchiv, vor dem frisch restaurierten Festungsmodell.
Mitarbeiter des Betriebshofs stellten am Montag, 18. Juli das Festungsmodell im oberen Stock der Stadthalle auf. 

Vier Mann waren nötig, um eines der markantesten Objekte aus der Sammlung des Hanauer Museums die Treppe in der Stadthalle hochzutragen. Die Rede ist vom historischen Modell der einstigen Kehler Festung. Am Montag, 18. Juli, fand es mit der tatkräftigen Unterstützung von Mitarbeitern des Betriebshofs seinen neuen Aufstellungsort.

18 Jahre lang lagerte das vorwiegend aus bemaltem Holz bestehende Werk im Museumsdepot. Zuletzt wurde es 2004 im Rahmen der Landesgartenschau in Kehl der Öffentlichkeit präsentiert. Der 1966 verstorbene Künstler Julius Gutekunst – ein Sohn der Rheinstadt – fertigte das Landschaftsmodell wahrscheinlich in den späten fünfziger Jahren an. „Ich bin froh, dass das für die Illustration der Kehler Festungs- und damit auch der Kehler Stadtgeschichte bestens geeignete Modell von Julius Gutekunst endlich seinen Dornröschenschlaf im Depot des Hanauer Museums beenden konnte. Unterstützung kam von Volker Lorenz vom Stadthallen-Marketing, der mit der Stadthalle einen passenden Aufstellungsort zur Verfügung gestellt hat, sowie vom Historischen Verein Kehl,“ freut sich Dr. Ute Scherb, die Leiterin des Hanauer Museums und des Stadtarchivs.

Es zeigt die historische Festung Kehls und die umliegende Region mit ihren vielen Rheininseln zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die Anlage wurde ab 1681 von den Franzosen zur Verteidigung Straßburgs erbaut, zu einer Zeit als Kehl unter dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. zu französischem Herrschaftsgebiet gehörte. 

Durch eine großzügige Spende des Historischen Vereins Kehl konnte das in die Jahre gekommene Festungsmodell konserviert und gesichert werden. Restauratorin Astrid Bronner nahm sich der Aufgabe an, es zu entstauben und alle Stellen, an denen die Farbe abgeblättert war, mit Pinsel und Farbe auszubessern. Im Anschluss daran schraubten Betriebshof-Mitarbeitern noch eine rund 50 Kilogramm schwere Acryl-Glasplatte als Schutzabdeckung auf das Ausstellungsstück. Ein kniffliges Unterfangen, denn innerhalb des Modells mussten kleine Stützen angebracht werden, damit die Platte nicht durchhängt.

Nun steht es fertig saniert im ersten Stock der Stadthalle und wartet darauf, vom Publikum bestaunt zu werden. Voraussichtlich ab September finden mit der Stadthalle als Ausgangspunkt Gästeführungen statt, bei denen alle Interessierten in die bewegte Geschichte der Kehler Festung eintauchen können.

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