Kinderferienprogramm bei der Feuerwehr

Von Verkehrshütchen und Wärmebildkameras: Kinderferienprogramm bei der Feuerwehr

Oberbrandmeister Sven Ruland präsentiert seine Einsatzmontur.

Oberbrandmeister Sven Ruland steht in voller Einsatzkleidung im Obergeschoss der Feuerwache Kehl. „Könnt ihr mich noch verstehen?“, fragt er und klingt ganz dumpf unter seiner Atemschutzmaske. Einige Kinder nicken. Der Leiter der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt, Tilman Berger, und die Studentin der Sozialen Arbeit, Lea Szebedits, sind mit dem Kinderferienprogramm der GWA Kreuzmatt bei der Feuerwehr.

Sven Ruland, sein Kollege Robin Nass und der FSJler Max Engelmann bringen den fünf Jungen und vier Mädchen bei, was sie beachten müssen, wenn es brennt. „Ihr müsst euch die Nummer der Feuerwehr merken und dann am Telefon sagen, wo ihr wohnt“, erklärt Sven Ruland. Doch das ist nicht so einfach, wie sich schnell herausstellt – einige der jüngeren Kinder kennen ihr Adresse überhaupt nicht. Weil das aber im Ernstfall entscheidend sein kann, bittet er die Jungen und Mädchen darum, sich Straße, Hausnummer und die 112 gut zu merken. „Wollt ihr mal die Wache sehen?“, fragt Robin Nass. Nur wenige Minuten später recken sich neun Köpfe im Schlauchturm nach oben. Hier werden die langen Feuerwehrschläuche nach einem Einsatz zum Trocknen aufgehängt. Die Jungen und Mädchen staunen, wie viele Ausrüstungsgegenstände sich hinter den Rollläden des nagelneuen Löschgruppenfahrzeugs verbergen, das erst Anfang August feierlich in Betrieb genommen wurde. „Sehr schwer“ sei das Strahlrohr, stellen die Kinder fast einhellig fest, als Sven Ruland dieses herumreicht. Als besonders beliebt erweist sich die Wärmebildkamera. Ihr Display gibt die Wärmesignatur eines Handabdruckes auch noch Sekunden später als weiße Fläche aus. Eine faszinierende Entdeckung, die ausgiebig getestet wird.
Sven Ruland hofft, dass sich die Kinder auch durch solche Momente für das Ehrenamt bei der Feuerwehr begeistern lassen. Er erinnert sich gut, wie er selber damals durch das Kinderferienprogramm von der Jugendfeuerwehr erfahren hat. Und tatsächlich fassen mehrere Kinder den Plan, im September bei einem Treffen der Jugendgruppe der Feuerwehr vorbeizuschauen. Die neunjährige Eliza und die gleichaltrige Verjin sind ein bisschen enttäuscht, weil sie das Mindestalter zum Mitmachen (zehn Jahre) noch nicht erreicht haben

Mit einem Druckschlauch Pylonen umspritzen oder hoch hinaus auf der Drehleiter: Für die Kinder gab es einiges zu erleben.

In der Einsatzzentrale erklären Sven Ruland und Robin Nass ihren jungen Gästen, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und was passiert, wenn ein Einsatz ansteht. „90 Sekunden nachdem ein Notruf eingegangen ist, müssen wir schon startklar sein“, sagt Sven Ruland. Dann geht es für die Hälfte der Kinder auf der Drehleiter hoch hinaus. Zusammen mit Robin Nass bestaunen die Jungen und Mädchen den Blick über die Stadt. „Man hat wirklich alles gesehen“, stellt Limar beeindruckt fest. Eine zweite Gruppe spritzt währenddessen mit dem gebündelten Wasserstrahl eines Druckschlauches und ein wenig Assistenz von Sven Ruland einen Satz Pylonen um. „Das hat sich für die Kinder ein wenig so angefühlt, als ob sie ein echtes Feuer löschen“, erzählt Lea Szebedits.

Abwechslungsreiches Ferienprogramm bei der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt

Ein Besuch im Zoo, plantschen im Badesee oder gemeinsam etwas leckeres kochen: Beim zweiwöchigen Kinderferienprogramm der Gemeinwesenarbeit Kreuzmatt war für jeden etwas dabei. Maßgeblich erarbeitet wurde es von Lea Szebedits. Die große Herausforderung bestand darin, die Bedürfnisse aller teilnehmenden Kinder zusammenzubringen. Da die Altersspanne Kinder zwischen den Kindern bis zu sechs Jahren beträgt, war das nicht einfach. Besonders wichtig war es der Studentin der Sozialen Arbeit viele Ausflüge einzuplanen, damit die Jungen und Mädchen, die nicht in den Urlaub fahren, trotzdem Eindrücke sammeln und Neues erleben können.