Ringbus ist eine gute Sache

OB Britz: Ringbus ist eine gute Sache – Stadt braucht Partner, um handeln zu können

Auch wenn der Stadtbus Stadtbus heißt, kann die Stadtverwaltung nicht allein entscheiden, welche Routen die Kernstadtlinien K1, K2 und K3 nehmen und wo sie ihre Haltestellen haben. Der Grund: Nicht die Stadt hat die Konzessionen, sondern die Tarifgemeinschaft Ortenau (TGO) beziehungsweise die SWEG. Deshalb lässt sich der Vorschlag der Kehler Grünen zur Einführung eines Ringbusses nicht so einfach umsetzen, obwohl Oberbürgermeister Wolfram Britz die Idee, die er bereits im OB-Wahlkampf propagiert hat, gut findet: „Wir brauchen unsere Partner, um handeln zu können.“

Ein Stadtbus im Kehl-Design steht am Rendezvous-Halt vor dem Rathaus
Zwei Stadtbuslinien könnten in der Kernstadt zu einem Ringbus zusammengelegt werden, um mehr Fahrgäste zu erreichen.

Deshalb wird die Stadt die TGO, beziehungsweise die SWEG, bitten, die für die von den Grünen vorgeschlagene Ringbusline notwendige Zusammenlegung der Linien K1 und K3 zu prüfen. Dazu gehört auch, dass geklärt wird, ob am Gasthaus Sternen in Sundheim ein Umsteigepunkt zur Linie 106/301 eingerichtet werden könnte. Auch die Kosten und der Umsetzungszeitpunkt sollen benannt werden.
Ideal wäre es, findet OB Wolfram Britz, wenn der Ringbus bis zum Beginn des neuen Schuljahres im September eingeführt werden könnte – Fahrplanänderungen erfolgten aber in der Regel im Dezember, dämpft er die Erwartungen. Dass die Stadt nicht allein handeln kann, liegt daran, dass die Konzessionen für die Buslinien bis Ende Mai 2024 vergeben sind. Änderungen – sei es in der Linienführung oder bei den Tarifen – sind bis dahin nur im Einvernehmen mit dem Konzessionsinhaber möglich, erklärt er – auch mit Blick auf das von den Grünen wieder ins Gespräch gebrachte Ein-Euro-Ticket (als Vier-Fahrten-Karte).

Dieses wird in Offenburg bereits erprobt – ob es in Kehl in gleicher Form eingesetzt werden kann, müsste ebenfalls mit der TGO erörtert werden. Denn: Die Stadt Kehl ist nicht Gesellschafterin der TGO, sondern nur assoziiertes Mitglied. „Ein Vierer-Ticket, das Busfahrten für einen Euro ermöglicht, ist auf jeden Fall attraktiv“, findet OB Britz – allerdings muss der Zuschussbedarf ermittelt und das Geld vom Gemeinderat bereitgestellt werden.