Nr. 4, Juli-August 2019

In Kehl summts

Blumenwiese

Mit dem Wettbewerb „Natur nah dran“ fördert das Land gemeinsam mit dem Naturschutzbund Baden-Württemberg Kommunen, die bestehende Freiflächen naturnah umwandeln und so innerorts Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten schaffen. Der Bereich Grünflächenmanagement vom städtischen Betriebshof hatte sich mit mehreren Projekten beworben und im Frühjahr den Zuschlag für eine Förderung in Höhe von 15 000 Euro bekommen – die maximal mögliche Fördersumme. Mit dem Geld sollen im gesamten Stadtgebiet bis zu fünf Flächen in artenreiche Blumenwiesen oder blühende Wildstaudenbeete verwandelt werden.

Anfang Mai wurden die vorgeschlagenen Flächen mit den Vertretern der Initiative „Natur nah dran“ gemeinsam begutachtet. Bis Mitte Juli soll endgültig entschieden werden, welche Flächen umgearbeitet und künftig attraktiven Lebensraum für Insekten bieten werden. Es bleibt also spannend.

Natur nah dran, Logo

Der Kehler Wochenmarkt sagt dem Einwegmüll auch weiterhin den Kampf an!

Mehrwegsystem für Essen auf dem Kehler Wochenmarkt

Nach der kehlblauen Markttasche sollen jetzt auberginefarbene Teller, Schüsseln und Becher das Aufkommen an Plastikmüll auf dem Kehler Wochenmarkt weiter reduzieren.

Mehr als 340 000 Tonnen Abfall fiel 2018 laut der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) für Einweggeschirr und To-Go-Verpackungen bundesweit an. Zu dieser Zahl trug auch der Kehler Wochenmarkt seinen Anteil bei, denn dort bieten bis zu vier Stände warmes Essen zum Mitnehmen an. Bisher gab es für die Gastronomen allerdings keine Möglichkeit, ihren Kunden die Unterwegsverpflegung abfallfrei anzubieten.

Das soll sich auf Initiative des städtischen Bereichs Stadtplanung/Umwelt und Kehl Marketing mit der Einführung von Mehrwegbehältern für Unterwegsverpflegung ändern. Mit der Bestellung von Essen in der wiederverwendbaren reBOX gibt es jetzt eine saubere, umweltfreundiche und schadstofffreie Alternative zu Einwegverpackungen. Für eine Pfandgebühr von zehn Euro kann der Kunde das Essen mitnehmen und das benutzte Geschirr später überall dort wieder abgeben, wo die reCircle-Produkte angeboten werden.
Wird das System auf dem Wochenmarkt gut angenommen, hoffen wir, es nach und nach auch in Kehler Restaurants etablieren zu können. Mehr Informationen erhalten Sie bei der städtischen Umweltreferentin Ann-Margret Amui-Vedel telefonisch unter 07851 88- 4321 oder per email an a.amui-vedel@stadt-kehl.de.


Ausstellung Weltenacker im UFO

Wie ernähren wir uns morgen? Das ist eine Frage der Fläche: 2000 Quadratmeter stünden jedem Menschen zur Verfügung, wenn wir die globalen Ackerflächen gleichmäßig aufteilen würden. Die neue Ausstellung „Weltenacker“ zeigt anschaulich, wieviel Fläche wir für unseren Lebensstil tatsächlich brauchen.

UFO, Rheinvorland

Inwiefern unterscheidet sich unser individueller Flächenverbrauch, wenn wir beispielsweise eine vegetarische Mahlzeit einer mit Fleisch vorziehen oder statt Raps für Treibstoff Lebensmittel auf diesen Flächen anbauen? Finden Sie es heraus!
Die neue Ausstellung „Weltenacker“ ist im UFO zu sehen vom 6. Juli bis 25. August, immer an Wochenenden und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.


AG Blühendes Kehl

Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Kehl e. V. und die Ortsgruppe Kehl-Hanauerland des Naturschutzsbunds (NABU) haben eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft (AG) „Blühendes Kehl“ ins Leben gerufen, um die Kehlerinnen und Kehler bei der naturnahen Gestaltung ihres Gartens und Balkons zu unterstützen. Am Donnerstag, 11. Juli, um 19 Uhr wird die Gruppe im Naturgarten in der Dankwartstraße 2 offiziell gegründet. Die AG bittet um Anmeldung uper E-Mail an naturgarten.kehl@web.de .
Erstes Projekt der AG ist es, den Kehler Einwohnerinnen und Einwohnern eine kostenlose private Gartenberatung vor Ort anzubieten. Ziel der Beratung ist, den Interessenten Tipps zu geben, wie man im jeweiligen Garten durch einfache Maßnahmen mehr Nahrung und Lebensraum für Insekten und andere Tiere schaffen kann.

NABU/Helge May
NABU/Helge May

Die AG „Blühendes Kehl“ wird von der Umweltabteilung der Stadt Kehl begleitet und plant für die nächsten Jahre weitere Aktivitäten zur Förderung des naturnahen Gärtnerns. Weitere Informationen werden in Kürze unter www.nabu-kehl.de zu finden sein.


KABS Umfrage

Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V (KABS) führt eine Umfrage zur Stechmückensituation und -bekämpfung am Oberrhein durch. Das entsprechende Formular können Sie hier herunterladen. Es wird ebenfalls den Mitteilungsblättern der Kehler Ortschaften beigelegt. Ausgefüllte Fragebögen können Sie in die Briefkästen am Rathaus sowie bei den Ortsverwaltungen einwerfen oder direkt an die KABS zurückzusenden.

Schnaken

Nacht der Fledermäuse

Mit den Händen fliegen und mit den Ohren sehen – wie machen diese kleinen Tiere das nur? Zur 23. Europäischen Nacht der Fledermäuse veranstaltet der Bereich Stadtplanung/Umwelt auch in diesem Jahr wieder ein farbenfrohes Programm. Umweltpädagogin Insa Espig gestaltet ein spielerisches Kennenlernen rund um die kleinen Flugakrobaten, gefolgt von einem Kurzvortrag. Anschließend geht es mit dem Fledermausdetektor auf Spurensuche am Altrhein. Die „European Bat Night“ wird seit 1997 alljährlich am letzten Augustwochenende gefeiert. Weitere Veranstaltungen zum Thema finden Sie hier.

Eurobats Logo

Bild

Termine

  • 27. Juni: NABU-Hock mit Film & Diskussion "Mensch Gottfried, Bio-Selbstversorger.“ um 19.30 Uhr, im Vereinsheim Stierstall, Sternenstraße 23 in Kehl-Sundheim 
  • 30. Juni: NABU-Exkursion zum Feldberg mit dem Pflanzenkundler und Orchideenkenner Harald Baumgartner. Die Strecke beträgt etwa elf Kilometer, 400 Höhenmeter sind zu überwinden. Festes Schuhwerk ist nötig, ebenso Vesper für eine Pause. Treffpunkt ist um 8.45 Uhr am Rewe-Parkplatz in Sundheim. Bei Regen fällt die Tour aus. Um Anmeldung bei Birgitt Mylo telefonisch unter 07851 482179 oder per E-mail an b.mylo@outlook.de wird gebeten. Weitere Informationen finden Sie hier.
  • 4. Juli: NABU-Blumenexkursion unter fachkundiger Anleitung. Abfahrt um 19 Uhr mit dem Fahrrad am Reitplatz in Kehl-Sundheim. Anschließend ist eine Einkehr möglich.
  • 6. Juli bis 25. August: Ausstellung "Weltenacker" im UFO im Rheinvorland in Kehl
  • 11. Juli: Gründungstreffen der AG "Blühendes Kehl" um 19 Uhr in der Dankwartstraße 2 in Kehl
  • 23. August: Die Nacht der Fledermäuse. Spielerisches Kennenlernen rund um die kleinen Flugakrobaten, Kurzvortrag und anschließender Spaziergang mit Fledermausdetektor. Treffpunkt ist um 18 Uhr am UFO im Rheinvorland in Kehl. Die Veranstaltung ist geeignet für Familien mit Kindern ab sechs Jahren und anderweitig Interessierte. Bei schlechtem Wetter entfällt der Spaziergang.

Rückblick

Kleidertausch im Stubenhocker

„Tauschen macht Spaß und schont den eigenen Geldbeutel.“ - das fanden auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Kleidertauschs im Stubenhocker. Die Organisatoren der Stadt Kehl und des Umweltreferats Hochschule Kehl freuten sich über den Riesenerfolg und hoffen, damit ein Zeichen zu setzen für ein nachhaltigeres Konsumverhalten. Sensibilisierung für mehr Wertschätzung gegenüber der Kleidung ist den Veranstaltern sehr wichtig.

Bis 18 Uhr wurden Berge an Kleider sortiert und auf Ständern und Tischen verteilt. Die meisten Anlieferinnen kamen später wieder zum Stöbern zurück. Rund 30 bis 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sichtlich Spaß; manche kamen am Rande des Trubels ins Gespräch. Vor allem den vorherigen Besitzern hat man die Freude angemerkt, dass ihre Schrankhüter in gute Hände geraten sind und wieder gewürdigt werden.
Die Kleidungsstücke, welche keinen neuen Eigentümer fanden, wurden dem Secondhand Kaufhaus Stoff-Wechsel in Kehl übergeben.

Kleidertausch im Stubenhocker
Dein Dach kann mehr

Photovoltaik-Kampagne

Vier Wochen lang ging es in den Städten Kehl, Lahr und Offenburg rund um das Thema Solarstrom. Im Rahmen der Kampagne „Dein Dach kann mehr!“ haben sich 14 Kehler Haushalte über eigene Photovoltaik-Anlagen mit dem Solar-Check der Verbraucherzentrale informiert. Auf der Veranstaltung „Ja, es lohnt sich! Solarstrom von Ihrem Firmendach!“ erfuhren mehr als 50 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region, wie sie selbst erzeugten Strom beispielsweise in ihrem Fuhrpark nutzen könnten.


Im eigenen Garten die Welt retten?

Zum Tag der Artenvielfalt am Mittwoch, 22. Mai, gab Nicole Stirnberg in der Mediathek verschiedenste Hinweise und Tipps, um der Natur im eigenen Garten etwas Gutes zu tun. Die begeisterte Naturgärtnerin las aus verschiedenen, in der Mediathek vorhandenen Gartenbüchern und -zeitschriften vor und wies auf einige Internetseiten hin. So können beispielsweise alle Hörbeiträge der SWR-Aktionswoche „Rettet die Insekten!“ mit ihren zahlreichen Tipps hier nachgehört und auch nachgelesen werden.
Gemeinsam mit dem Publikum wurden Ideen gesammelt, was man in Kehl tun könnte, um Menschen dabei zu unterstützen, ihren Garten naturnah und gleichzeitig pflegeleicht anzulegen. Diskutiert wurden unter anderem eine kostenlose Gartenberatung vor Ort, der Ausbau der Pflanzentauschbörse oder ein regelmäßiger Beratungsstand auf dem Wochenmarkt. Auch über die Auslobung eines Wettbewerbs oder einer öffentlichen Besichtigung naturnah gestalteter Privatgärten ähnlich zum „Tag der offenen Gartentür“ wurde gesprochen. Zudem fanden sich einige Personen, die diese Ideen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „Blühendes Kehl“ gemeinsam umsetzen wollen (s. oben).


Heute: Hirschkäfer - bitte melden

Zu Beginn der Hirschkäfersaison bittet die  Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wieder Bürgerinnen und Bürger, Sichtungen der seltenen Art über die Artenmeldeplattform zu melden. Der kastanienfarbige Käfer ist durch seine Größe und sein imposantes Geweih auch für Laiinnen und Laien unverwechselbar.

Hirschkäfer, Männchen (Quelle LUBW)
Hirschkäfer, Männchen (Quelle LUBW)

"Die Hirschkäfer-Saison ist kurz und jede Meldung hilft uns, einen guten Überblick über die aktuelle Verbreitung der Art zu erhalten. Nur so können wir Bestände auch schützen“, erläutert Dr. Jürgen Marx, stellvertretender Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit und Naturschutz der LUBW.

Die Männchen sind an schwülwarmen Tagen in der Dämmerung besonders aktiv, aber auch am Tag sieht man die Tiere nicht selten. Die Weibchen werden häufig auf Wegen sitzend gefunden. Die LUBW hat mit dem Citizen Science-Projekt „Artenmelde-Plattform“ gute Erfahrungen gemacht. Seit dem Start im Jahr 2013 sind landesweit rund 2200 Meldungen eingegangen.

Hirschkäfer, Weibchen (Quelle LUBW)
Hirschkäfer, Weibchen (Quelle LUBW)

Der Hirschkäfer ist besonders geschützt und auf der roten Liste Baden-Württembergs als gefährdet eingestuft, bundesweit gilt er sogar als stark gefährdet. Auch deshalb trägt Baden-Württemberg für die Erhaltung dieser Art und die Verbesserung ihrer Lebensräume eine besondere Verantwortung.

Funddaten können einfach von unterwegs über die App "Meine Umwelt" (Download hier) versandt werden. Die Meldeplattform ist auch über die Webadresse www.hirschkäfer-bw.de erreichbar. Hier finden sich Informationen zum Hirschkäfer sowie eine interaktive Karte mit den bisherigen Fundmeldungen. Meldungen sind ebenfalls postalisch über die Adresse LUBW mit dem Stichwort Hirschkäfer an das Postfach 100163 in 76231 Karlsruhe möglich. Bei der fotografischen Pirsch auf den Hirschkäfer sollte es selbstverständlich sein, die Tiere nicht zu stören oder aufzuheben. Jegliches Sammeln ist verboten.


 

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Rathausplatz 1 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de