Nr. 7, Januar-Februar 2020

#klimafit

Wir freuen uns sehr darüber, dass wir im Frühjahr 2020 den VHS-Kurs „klimafit“ Klimawandel und Folgen verstehen – Zukunft gemeinsam gestalten – zusammen gemeinsam mit der Volkshochschule Ortenau nach Kehl bringen konnten! Was sind die Ursachen des Klimawandels? Wie wird er global, regional und lokal spürbar? Welche Auswirkungen hat er auf den Oberrhein und Kehl? Das alles und noch mehr, vermittelt der Kurs „klimafit“ Klimawandel und Folgen verstehen – Zukunft gemeinsam gestalten. Rund um den Globus fordern Menschen, unter anderem im Rahmen von „Fridays for Future“, ein entschlossenes Handeln für mehr Klimaschutz von der Politik. Dass die Auswirkungen des Klimawandels auch Deutschland betreffen, merken wir immer deutlicher, beispielsweise: vermehrte Hitzetage über 30 Grad, Dürren, Starkniederschlagsereignisse oder durch den steigenden Meeresspiegel.

Klimafit

Klimaschutz und Klimaanpassung sind eine zentrale Aufgabe der Kommunen. Um diese Aufgaben wahrnehmen zu können, braucht die Kommune Bürgerinnen und Bürger, die sich gemeinschaftlich engagieren, mit den Hintergründen vertraut machen und wissen, wie sie sich in ihrem persönlichen Umfeld schützen und anpassen können. Der WWF Deutschland und der Helmholtz-Forschungsverbund Regionale Klimaänderungen (REKLIM) haben diesen innovativen Kurs entwickelt, gefördert wird das Projekt durch die Robert Bosch Stiftung und die Klaus Tschira Stiftung.

An sechs Kursabenden im Kulturhaus Kehl macht Sie „klimafit“ mit den wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema Klima und Klimawandel vertraut. Der Fokus liegt auf Veränderungen, die der Klimawandel in Deutschland und in Ihrer Region herbeiführt. Darüber hinaus will der Kurs Anregungen zum gemeinsamen Handeln und effektiven Klimaschutz auch über den Kurs hinaus geben. Die erfolgreiche Teilnahme wird am Ende des Kurses mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

Mittwoch, 19. Februar 2020: Grundlagen des Klimawandels und Einführung in die kommunale Herausforderung
Mittwoch, 04. März 2020: Ursachen des Klimawandels und Klimaschutz auf kommunaler Ebene
Mittwoch, 18. März 2020: Expertendialog mit führenden Klimaforscherinnen- und Forschern (online)
Mittwoch, 01. April 2020: Regionale Folgen des Klimawandels und was kann ich selbst tun?
Donnerstag, 23. April 2020: Expertentipps zu Energie und Mobilität (online)
Mittwoch, 06. Mai 2020: Klimaanpassung – wie geht das? Zertifikatsverleihung


Streuobstschnitt

In Zusammenarbeit mit der VHS bietet die Stadtverwaltung vom 14. bis 15. Februar 2020 ganztägig einen Kurs in der fachkundigen Pflege von Streuobstbäumen an. Die Dipl. Ing. Landschaftspflegerin Birgit Mayer vermittelt Wuchsgesetze und Kenntnisse von Pflanzenerziehungs- und Erhaltungsschnitt. Der Kurs beinhaltet einen theoretischen Teil im Kulturhaus sowie die praktische Anwendung auf einer Streuobstwiese.

Anmeldungen erfolgen über die VHS (Kursnr. 1.1002 KE). Die Teilnahmegebühr beträgt 20,00 €.

Streuobstschnittkurs

Tippen mit Kippen

Die zwei neuen Kipp-O-Meter an der Tramhaltestelle am Bahnhofsvorplatz sollen Raucherinnen und Raucher dazu animieren, ihre Zigarettenstummel in die von ihnen bevorzugte Wahlöffnung und nicht einfach achtlos auf die Straße zu werfen. Die beiden Automaten dienen als Versuchslauf. Wenn die Kipp-O-Meter gut angenommen werden, kann das Projekt gegen die Verschmutzung der Stadt durch Zigarettenstummel auch auf weitere Gebiete Kehls ausgeweitet werden.

Kipp-O-Mat, Tramhaltestelle Bahnhof Kehl

Laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) sind Zigaretten weltweit das am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt. Das Zentrum für Tabakforschung der Universität von San Franzisco zeigt auf, dass 75 Prozent, der weltweit jährlich gerauchten mehr als sechs Billionen Zigaretten, auf Straßen, Bürgersteigen und in der Natur landen. Dies sind mehr als 750 Millionen Kilogramm Zigarettenstummel pro Jahr.

Dieses Abfallprodukt ist nicht nur ein unschöner Anblick auf Straßen, Bürgersteigen und Grünflächen in Kehl: Zigarettenfilter sind nicht, wie oft angenommen wird, biologisch abbaubar, sondern bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat. Die Stummel enthalten neben Nikotin, Schwermetallen, Pestiziden und Herbiziden, zahlreiche weitere krebserregende und toxische Substanzen. Diese Gifte werden ausgewaschen und landen so in unseren Stadtgewässern, Seen, Flüssen und dem Boden.

Die Filter von Zigaretten verschmutzen nicht nur Kehls Stadtbild, und die Umwelt. Sie können je nach Situation auch für Kinder gefährlich werden. Der Berliner Vergiftungszentrale lagen 2017 deutschlandweit mehr als 8000 Fällen von Vergiftungen von Kindern aufgrund von Tabak vor.

Die Kipp-O-Meter sollen Raucher nun auf eine humorvolle Weise dazu animieren, die Kippen nicht auf den Boden zu werfen, ohne auf Verbote oder Strafen zurückgreifen zu müssen.


Novellierung des Förderprogrammes

Als Stadt Kehl haben wir uns mit unserem Klimaschutzkonzept ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Doch Klimaschutz geht nicht alleine. Aus diesem Grund fördert die Stadt schon seit über 20 Jahren private Hausbesitzer bei der Gebäudesanierung und dem Einsatz von Erneuerbaren Energien. Durch eine Steigerung der Energieeffizienz und dem Einsatz von erneuerbaren Energien wird Klimaschutz vor Ort umgesetzt. Mit der Bereitstellung der Fördermittel wird ein gezielter Investitionsanreiz für Kehler Bürgerinnen und Bürger angeboten. Die durch das Förderprogramm entstehenden Maßnahmen sind nicht nur zugunsten des Umwelt- und Klimaschutzes zu sehen, sondern verbessern die Wohnqualität und stärken das regionale Handwerk.

Unser neues Förderprogramm „Klimafreundlich Wohnen“, tritt ab 01.01.2020 in Kraft. Bis dahin gelten noch die aktuellen Förderrichtlinien

Neuerungen sind unter anderem der Wegfall der Förderung für Heizungen mit Brennwerttechnik, die Erhöhung der Förderung von Photovoltaik, sowie die Förderung von Elektro-Ladesäulen in Wohngebäuden. Weitere Informationen finden Sie unter kehl.de.

Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus

Graue Gärten

Beewrap

Schottergärten sind pflegeleicht - dieser weit verbreiteten Ansicht tritt die AG Blühendes Kehl im neuen Einleger ihres Flyers entgegen. Zu den vielen Gründen, die gegen die Anlage eines Steingartens sprechen, gehört nämlich auch der, dass diese im Laufe der Zeit immer mehr Arbeit verursachen. Die Wurzeln mancher Unkräuter durchdringen nach einigen Jahren selbst Folie oder Vlies und lassen sich dann nur mit hohem Arbeitsaufwand entfernen.

Die Initiative „Blühendes Kehl“ gibt Tipps zu pflegeleichten Alternativen. Diese sind ökologisch wertvoll und wirken sich positiv auf das Kleinklima in Ihrer nahen Umgebung und in der Stadt aus. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.


Bild

Termine

  • 18.Januar: Repair-Café von 14 bis 17 Uhr in der Wilhelmschule Kehl.
  • 23.Januar: Kostenlose Erstenergieberatung im Rathaus II. Anmeldung telefonisch unter 07851 88-4103 oder per E-Mail an buergerbuero.bauen@stadt-kehl.de
  • 30. Januar: Helga Schmidt erklärt im Rahmen des NABU-Hocks das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft um 19.30 Uhr im Stierstall, Sternenstr. 23, Kehl-Sundheim
  • 4. Februar: Garten-Stammtisch mit Vortrag von Aenne Richter (Hobbyimkerin) und Gérard Mercier (NABU) über richtig und falsch bei Insektenhotels ab 19 Uhr im Marienhäusle, Haydnstraße 1 in Kehl
  • 14. bis 15. Februar: Streubobstschnittkurs. Jeweils 9.30 Uhr bis 17 Uhr im Kulturhaus Kehl, Am Läger 12, 77694 Kehl, Raum 403, 4. OG. Teilnahmegebühren 20,00 €. Anmeldungen über die VHS Ortenau (Kursnr. 1.1002 KE).
  • 15. Februar: Repair-Café von 14 bis 17 Uhr in der Wilhelmschule Kehl.
  • 19. Februar: #klimafit - Klimawandel vor unserer Haustür und was kann ich tun? An sechs Kursabenden (19. Februar, 4. März, 18. März, 1. April, 23. April, 6. Mai) macht Sie „klimafit“ mit den wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema Klima und Klimawandel vertraut.
    Jeweils 18 bis 21 Uhr im Kulturhaus. Kursgebühr: 20 Euro, Anmeldung bei der VHS Ortenau
  • 27.Februar: Kostenlose Erstenergieberatung im Rathaus II. Anmeldung telefonisch unter 07851 88-4103 oder per E-Mail an buergerbuero.bauen@stadt-kehl.de
  • 27.Februar: Kehrt die kleine Hufeisennase in die Ortenau zurück? In einem Vortrag vermittelt Martin Straube Details zur faszinierenden Biologie dieser ungewöhnlichen Fledermaus um 19.30 Uhr im Stierstall, Sternenstr. 23, Kehl-Sundheim

Rückblick


Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung wurden in Kehl zahlreiche Aktionen zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung durchgeführt.


Logo der Europäischen Abfallvermeidungswoche

Bienenwachstücher und festes Spülmittel

Bienenwachstücher selbstgemacht

Evelyn Durban und Veronica Zanei, die zwei Absolventinnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres bei der Stadt Kehl, zeigten im Rahmen von einem Mitmach-Seminar die Herstellung von festem Spülmittel und Bienenwachstüchern. Für eine natürliche und wieder verwendbare Alternative zur Frischhalte- bzw. Aluminiumfolie braucht man lediglich ein Stück Baumwollstoff, einen Löffel flüssiges Bienenwachs und etwas Kokosöl.

Lebensmittel, mit der Ausnahme von rohem Fleisch, können mit dem Tuch eingewickelt und so im Kühlschrank gelagert werden. Durch die Flexibilität der Tücher können sie aber auch direkt über Töpfe gelegt und am Rand festgedrückt werden.

Der Kurs hat den Mitwirkenden sehr gut gefallen und wird bei Gelegenheit wieder angeboten werden. Den ausführlichen Presseartikel finden Sie hier.


#FillTheBottle Challenge von Schülern der Tulla Realschule und der Albert Schweitzer Schule

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation WHO landen 2/3 der täglich weltweit verkauften 15 Milliarden Zigaretten nicht im Mülleimer. 10 Milliarden Zigarettenstummel verschmutzen somit jeden Tag aufs Neue öffentliche Plätze, Parks oder Strände. Dort liegen sie meist über zehn Jahre und verunreinigen riesige Mengen Grundwasser mit Giftstoffen. Einige europäische Großstädte haben Bußgelder für achtloses Wegwerfen drastisch erhöht: Brüssel etwa auf 200 €, Lissabon sogar auf 250 €. In Kehl liegen sie derzeit bei 25 €, falls man denn erwischt wird.

Fill the bottle Kehl, November 2019, Felix Neumann, Credits: Felix Neumann
Fill the bottle Kehl, November 2018, Credits: Felix Neumann

Fotos: Felix Neumann

Mehr Bewusstsein für die Umweltgefährdung wollen die #FillTheBottle Challenges schaffen, die seit Sommer in Kehl und infolge anderen Städten Deutschlands stattfinden. Initiator Felix Neumann (Zweierpasch) hat über das Diakonische Werk mit zahlreichen Helfern inzwischen über 55.000 Kippenstummel in Baden-Württemberg gesammelt und lagert einige davon in Tüten in seinem Garten. Mit Akteuren aus Kehl plant er eine öffentliche Ausstellung oder Weiterverarbeitung in einer Kunstinstallation.
Im Rahmen der Europäischen Abfallvermeidungswoche organisierte er in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Kehl einen Challenge für Schüler der Tulla Realschule und der Albert Schweitzer Schule. In einer Stunde sammelten die rund 20 Helferinnen und Helfer 5000 Kippenstummel in der Kehler Innenstadt.


Handysammelaktion

Sie befinden sich in Kopfhörern, Fernsehgeräten, Waschmaschinen und sogar in Brillengläsern: Viele Gebrauchsgegenstände des Alltags gäbe es ohne die sogenannten Metalle der Seltenen Erden nicht. Deren Abbau findet allerdings oft unter Bedingungen statt, die sowohl für die beteiligten Menschen als auch für die Umwelt in hohem Maße schädlich sind.


Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, wurde vom 1. bis 22. November eine Handysammelaktion durchgeführt. Kehlerinnen und Kehlern füllten in diesem Zeitraum mehr als 23 Sammelkisten. Insgesamt konnten somit 285 Handys gesammelt werden. 217 Exemplare und damit der Großteil der Handys wird recycelt.

Ergebnis der Handysammelaktion

Basierend auf den Durchschnittsmengen an Rohstoffen, die in einem Handy verbaut sind, können somit knapp 66 Gramm Silber, 6,5 Gramm Gold und 2,5 Gramm Palladium wiederverwertet werden. 68 der gespendeten Altgeräte sind sogar noch in einem so guten Zustand, dass sie – gegebenenfalls mit kleineren Reparaturen – weiterverkauft werden können. Die Erlöse der Aktion gehen an Sozialprojekte in Afrika.

Aufgrund des Erfolgs der Aktion wird weiterhin eine Sammelbox für Althandys im Bürgerbüro Bauen (Rathaus 2) zur Verfügung stehen.


Kleidertausch


In toller Atmosphäre fand am 18. November der zweite Kleidertausch, organisiert von der Stadt Kehl, dem Umweltreferats Hochschule Kehl und der katholischen Seelsorgeeinheit Kehl, im Gemeindehaus St. Johannes Nepomuk statt. Die Aktion soll für mehr Wertschätzung gegenüber der Kleidung sensibilisieren und Möglichkeiten für ein nachhaltigeres Konsumverhalten aufzuzeigen.
Die dritte Auflage der Aktion ist für Mai 2020 geplant.

Kleidertausch November 2019

Wir rocken den Rhein

Althrein Putzete im November 2019

Acht Freiwillige folgten dem Aufruf von Laura Caferra und trafen sich am Sonntag, 17. November um 10 Uhr am Weißtannenturm für eine Müllsammelaktion. In nur zwei Stunden wurden fast 14kg leere Flaschen, Dosen, Alufolien, viele Zigarettenkippen sowie allerlei anderer Unrat an den Ufern des Altrheins gesammelt.

Wir möchten uns der positiven Resonanz der Passanten anschließen: "Respekt!"


Heute

Obstbaumschneider gesucht

Der Bereich Umwelt sucht dringend über die Wintermonate Unterstützung beim Streuobstschnitt auf den städtischen Wiesen. Details können Sie der Stellenanzeige entnehmen. Interessierten und erfahrenen Obstbaumschneidern gibt Sarah Koschnicke gerne telefonisch Auskunft unter 07851 88-4323.

Apfel

 

Termine

 
 

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