Dolmetscherpool ist gefragt wie nie zuvor

864 Mal sind die Frauen und Männer vom Kehler Dolmetscherpool im Jahr 2015 zum Einsatz gekommen – mehr als doppelt so oft wie noch im Vorjahr. Am häufigsten wurden sie für Behördengänge, Beratungsgespräche und Arztbesuche gebucht, aber auch für die Anmeldung zum Sprachkurs, in Schulen oder Kindertageseinrichtungen.

Schon im Vorjahr haben die Arztbesuche und Behördengänge sowie der Gang zu Beratungsstellen das Gros der Dolmetschereinsätze ausgemacht. Die Zahl ist jedoch rasant angestiegen: Zählte der Dolmetscherpool 2014 noch 424 Einsätze, waren es 2015 864.
180 Mal haben die Dolmetscherinnen und Dolmetscher im Jahr 2015 Menschen bei Behördengängen begleitet, in 196 Fällen haben sie mit ihnen Beratungsstellen aufgesucht. Genauso oft waren sie als Begleitung bei Besuchen beim Arzt oder in Kliniken gefragt. Zur Anmeldung in Kindertageseinrichtungen und Schulen wurden mehr als 100 Mal Dolmetscher gebucht – im Vorjahr waren es nur 60.
Der Anstieg dürfte sich einerseits durch die Zahl an Flüchtlingen erklären, die 2015 in Kehl angekommen sind. Ende 2015 zählte die Stadt knapp 400 Flüchtlinge – Ende 2014 waren es nur 74. Angesichts der steigenden Zahlen haben sich im Laufe des Jahres in der Kernstadt und in den Ortschaften Neumühl, Kork und Marlen Helferkreise gebildet, die eng mit dem Dolmetscherpool kooperieren. Mehr als 20 Mal kamen 2015 in den Helferkreisen Dolmetscher zum Einsatz.

Einige der Mitglieder des Dolmetscherpools im Sommer 2015. Ganz rechts: Koordinatorin Claudia Mündelzoom

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Einsatzzahlen beeinflusst hat, ist laut Claudia Mündel, Koordinatorin des Dolmetscherpools, die hohe Anzahl an Zuwanderern aus dem osteuropäischen Raum. Diese könnte auch erklären, warum die Sprachen, die im vergangenen Jahr am meisten benötigt wurden, Rumänisch und Ungarisch waren. Bei 32 Prozent der Einsätze waren sie gefragt. Arabisch wurde in 23 Prozent der Fälle gebraucht, Türkisch und Kurdisch machten jeweils acht Prozent der Einsätze aus. Doppelt so oft wurde noch aus dem Polnischen, dem Russischen und dem Litauischen übersetzt (insgesamt 16 Prozent).
Die 60 Mitglieder des Dolmetscherpools decken insgesamt 35 Sprachen ab, vom hauptsächlich in Afghanistan gesprochenen Dari über das auf den Philippinen gebräuchliche Tagalog bis hin zum ostafrikanischen Swahili. Auch europäische Sprachen wie Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Englisch und Französisch können die Dolmetscher übersetzen, außerdem Balkansprachen wie Albanisch, Mazedonisch oder Rumänisch.
Für das Jahr 2016 rechnet Claudia Mündel damit, dass die Dolmetscherinnen und Dolmetscher ähnlich oft gebraucht werden wie im vergangenen Jahr: „Einen Rückgang sehe ich noch nicht kommen“, sagt sie. Aktuell würden aber keine Dolmetscher mehr gesucht, der Bedarf könne gedeckt werden.

Weitere Informationen zum Dolmetscherpool

02.02.2016

 

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