Keine Einbußen bei Kinder- und Jugendarbeit aufgrund von Flüchtlingszustrom

Wie die kommunale Kinder- und Jugendarbeit auch auf junge Flüchtlinge ausgerichtet werden kann, war das Hauptthema bei einem Frühjahrstreffen der Arbeitsgemeinschaft (AG) der Jugendreferate des Städte- und Gemeindetags Baden-Württemberg.

40 Jugendreferentinnen und Jugendreferenten tauschten die Erfahrungen aus, die sie in ihren Kommunen gesammelt haben. In einem Positionspapier hielten sie fest, dass Angebote gezielt für junge Flüchtlinge geschaffen werden sollen, dass dies jedoch nicht zulasten des bereits bestehenden Angebots geschehen dürfe.
Das Thema Integration und Flüchtlinge sei derzeit eine Herausforderung, berichteten Nanine Delmas, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste und Soziales, und Jugendkoordinatorin Binja Frick nach einer Begrüßungsrede von Oberbürgermeister Toni Vetrano, in der er die besondere geographische Lage Kehls an der Grenze hervorhob und als Beispiel für die Kinder- und Jugendarbeit die deutsche-französische Kinderkrippe anführte. In der Offenen Jugendarbeit sei es wichtig, betonte Nanine Delmas, dass Raum für Integration sowie Angebote für Flüchtlinge zwar geschaffen werden, aber ohne die ursprüngliche Zielgruppe, die Kehler Kinder und Jugendlichen, die die Angebote seit jeher genutzt haben, zu vernachlässigen. Die sogenannte Offene Jugendarbeit umfasst außerschulische, nicht anmeldepflichtige Angebote. Kochtreffs, an denen jeder freiwillig teilnehmen kann, Frauen- und Mädchenabende für Bürgerinnen mit und ohne Migrationshintergrund, Musikprojekte sowie Spielangebote für Kinder zur Sprachförderung könnten dazu beitragen, junge Flüchtlinge in die Gemeinschaft zu integrieren, erklärten Binja Frick und Nanine Delmas.
Jedoch dürften die Projekte nur Ergänzungen zu dem bereits bestehenden Angebot sein und dieses nicht ersetzen oder verkleinern, hielten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft in einem Positionspapier zum Umgang von Kinder- und Jugendarbeitern und -Arbeiterinnen mit jungen Geflüchteten fest. Stellen in der Kinder- und Jugendarbeit dürften demzufolge nicht in Stellen für die Flüchtlingsarbeit umgemünzt werden, sondern es müssten zusätzliche Stellen geschaffen werden.
Neben dem Thema Flüchtlinge stand auch die Planung von Ferienprogrammen auf der Tagesordnung des Treffens: Welche Schritte müssen bei der Organisation vorgenommen werden, und wie können die Kinder versichert werden? Tipps und mögliche Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Ferienprogramm haben die 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Handlungsempfehlung festgeschrieben.
Neben Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Kinder- und Jugendarbeitsverbände aus ganz Baden-Württemberg, wie zum Beispiel der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg (LAGO) oder der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten B-W e.V. (AGJF), des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) hat auch je eine Vertreterin des Städte- und Gemeindetags an der Sitzung teilgenommen. Ihre Aufgabe ist es, die Ergebnisse des Treffens der AG dem Städte- und Gemeindetag weiterzuleiten. Dessen Aufgabe ist es wiederum, die von den Kommunen und den Arbeitsgemeinschaften zusammengetragenen Informationen, Wünsche und Vorschläge auf der Landes-, Bundes- und der EU-Ebene zu vermitteln.

26.04.2016

 

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