Zehn Einwender stellen Fragen beim Erörterungstermin zum Trambau

Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen der Offenlage im Planfeststellungsverfahren für den zweiten Bauabschnitt der Tram Einwendungen formuliert haben, hatten am Donnerstag (25. Februar) in der Stadthalle die Möglichkeit, ihre Bedenken und Anregungen persönlich vorzutragen und mit der Stadt Kehl als Vorhabensträger zu erörtern. Zehn von insgesamt rund 80 Einwenderinnen und Einwendern machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Dabei ging es um mögliche Lärmbelästigung und andere durch den Bau der Tramstrecke vom Bahnhof bis zum Rathaus verursachte Umweltauswirkungen, um das geplante Mobilitätskonzept und den künftigen Rendezvous-Halt der Busse auf der Längsseite des Rathauses, die vorgesehenen Veränderungen in der Verkehrsführung und den zu erwartenden Baulärm. Ein Thema war auch die Zufahrt zur Esso-Tankstelle während der Bauphase.

Die Anwohnerinnen und Anwohner aus der Goldscheuerstraße, die sich mehrfach zu Wort meldeten, fürchteten vor allem um einen Verlust der Lebensqualität in ihrer Straße: Aufgrund der durch die Endhaltestelle der Tram vor dem Rathaus und der damit verknüpften Rendezvous-Haltestelle für die Busse veränderten Verkehrsführung, würden Verkehrs- und Luftbelastung in ihrer Straße in unverhältnismäßig starker Form wachsen, argumentierten gleich mehrere Einwender. Sie hätten den Eindruck, dass sie die Hauptlast der durch Tram und Mobilitätskonzept verursachten Veränderungen tragen müssten, führten sie an.
Die Vertreter der Kehler Stadtverwaltung hielten dem entgegen, dass die Tram über das Mobilitätskonzept in ein abgestimmtes Gesamtkonzept eingebunden werde, das neben dem Öffentlichen Nahverkehr und dem motorisierten Individualverkehr auch eine Neuordnung der Parkplätze und des Radwegenetzes vorsehe. Die Vertreterinnen der Anhörungsbehörde (Landratsamt), Andrea Kern und der Planfeststellungsbehörde (Regierungspräsidium Freiburg), Katharina Sutor, wiesen die Einwenderinnen und Einwender immer wieder darauf hin, dass der Rendezvous-Halt für die Busse zwar ebenso wenig Gegenstand der Planfeststellung sei wie das Mobilitätskonzept, dass die entsprechenden Auswirkungen jedoch sowohl bei den Berechnungen der künftigen Lärmbelastungen in den betroffenen Straßen als auch bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit der Kreuzungen in der Innenstadt mit berücksichtigt worden seien.
Die Befürchtung, dass die Tram beim Abbiegen in die Hauptstraße aufgrund des nur 25 Meter betragenden Kurvenradius‘ laute Quietschgeräusche verursachen könnte, teilten die Gutachter nicht: Der Radius sei zwar eng, aber keineswegs ungewöhnlich und komme auch an anderen Stellen im Straßburger Tramnetz bereits vor. Die Tram sei mit einem speziellen System ausgestattet; sie gebe in den Kurven eine Art Schmiermittel ab, welches das Quietschen verhindere. Darüber hinaus seien an dieser Stelle sowohl ein schwingungsdämpfender Unterbau als auch ein besonderes Schienenmaterial vorgesehen.
Fragen und Bedenken wurden beim knapp sechs Stunden dauernden Termin in der Stadthalle vor allem von Privatpersonen gestellt; die sogenannten Träger öffentlicher Belange, also die Vertreter der im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens angehörten Behörden, erklärten, ihre Belange seien bereits vollständig in der Planung berücksichtigt.
Anderen Einwendern ging es auch um die Baumfällungen und die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen dafür: Dass in Willstätt eine Wiese aufgewertet werde, wenn in der Innenstadt Bäume gefällt werden, könnten sie nicht wirklich als Ausgleichsmaßnahme akzeptieren. Gerade bei der hohen Luftbelastung in Kehl seien Bäume im Stadtgebiet wichtig. Vertreter der Stadt hielten dem entgegen, dass mit der sogenannten Ökokonto-Maßnahme den rechtlichen Anforderungen genüge getan werde. Darüber hinaus hatte sich die Stadt Kehl bereits vor dem Erörterungstermin bereit erklärt, über die gesetzlich notwendigen Maßnahmen hinaus 50 Bäume am Rand des Lägeparkplatzes neu zu pflanzen und statt Baumfällungen möglichst Baumverpflanzungen vorzunehmen.
Dass bei der Darstellung der Luftbelastung nur auf die Messstation im Kehler Hafen zurückgegriffen worden sei und nicht auf die durch das grenzüberschreitende Projekt Atmo-Idee erstellten Schadstoffkarten, die viel genauer und aussagekräftiger seien, bemängelte ein Vertreter der Bürgerinitiative Umweltschutz. Bürgermeister Harald Krapp sagte zu, dieses Instrument zu nutzen, um die Belastungen genau aufzeigen zu können.
Die Anhörungsbehörde wird sich nun mit den Einwendungen und Stellungnahmen sowie den im Termin erörterten Sachverhalten auseinander setzen, bevor das Regierungspräsidium einen Planfeststellungsbeschluss erlässt.

26.02.2016

 

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