70 Bürgerinnen und Bürger diskutieren Entwurfsplanung fürs Rathaus-Umfeld

Wie das Rathaus-Umfeld im Zusammenhang mit der künftigen Endhaltestelle der Tram vor dem Haupteingang und dem Bus-Rendezvous-Halt an der Längsseite in der Großherzog-Friedrich-Straße gestaltet werden könnte, war das Thema des Bürgerabends, der am Montagabend (29. Februar) etwa 70 Bürgerinnen und Bürger in die Stadthalle gelockt hat. Breiten Raum nahm dabei die Diskussion über die Lage der geplanten Spielmöglichkeiten für Kinder, über die Führung der Radfahrer und über die notwendige Zahl an Parkplätzen im Umfeld des Rathauses ein.


Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke erläuterte, welche Themenbereiche bei der Gestaltung des Rathaus-Umfelds besonders berücksichtigt wurden.zoom

Noch bevor Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke seinen Vortrag begann, konnten sich die Kehlerinnen und Kehler die Pläne für das Rathaus-Umfeld anschauen, das bis auf die gegenüberliegende Seite vor die Sparkasse reicht. Jeder Interessierte hatte die Möglichkeit, mit insgesamt sieben Punkten zu bewerten, wie er die heutige Situation einschätzt und welche Aspekte ihm bei der Umgestaltung am wichtigsten sind.
Wenn voraussichtlich Ende 2018 die Tram bis zum Rathaus fährt, wird sich nicht nur der Kreuzungsbereich der Hauptstraße und der Großherzog-Friedrich-Straße grundlegend verändern, sondern der gesamte Raum zwischen Rathaus und Sparkasse bis zum Eingang der Fußgängerzone. Dass sich der Autoverkehr in diesem Abschnitt deutlich reduzieren wird, eröffne die Möglichkeit, die Fußgängerzone optisch in die Hauptstraße hinein zu erweitern, erläuterte Frank Gericke in seinem Vortrag. Ein besonderer Belag soll dem Autofahrer signalisieren, dass der Fußgänger hier ein präsenter Verkehrsteilnehmer ist.
Eine große Veränderung wird auch dadurch entstehen, dass die Endhaltestelle der Tram ein Ausfahren aus der Herderstraße in die Hauptstraße nicht mehr zulässt. Nur noch die Polizei wird in Notfällen mit Sondersignal über den Rathausplatz in die Hauptstraße einfahren können. Die Herderstraße im Bereich des Rathauses verschwinde daher im Plan quasi.
Verschwinden wird auch der Kiosk zwischen Rathaus und Polizeigebäude in seiner heutigen Form, wie der Planer aufzeigte: Etwas zurückgesetzt Richtung Rathaus wird er durch einen neuen Pavillon ersetzt werden, der nicht nur Verkaufsstand, sondern zugleich Café sein soll, mit Sitzplätzen im Freien. Während der Planer die Spielgeräte für Kinder relativ nahe am Polizeigebäude platziert hatte, regten Diskussionsteilnehmer am Montagabend an, diese doch eher in den Bereich des Cafés zu legen. Dort könnten die Eltern ihren Nachwuchs zum einen besser beaufsichtigen, zum anderen sei er dort geschützter, wenn die Polizei den Platz überqueren müsse.

Auf Schautafeln konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Bewertung abgeben.zoom


Die Freifläche zwischen dem Rathauseingang und der Endhaltestelle der Tram soll nach dem Willen des Verkehrsplaners „ein repräsentativer städtischer Platz“ werden, ohne viel Grün. Frank Gericke stellt sich in diesem Bereich Belagsstreifen aus Rheinkieseln vor, die jedoch so geschliffen sind, dass sie auch gehbehinderten Menschen keine Schwierigkeiten bereiten. Mit einem solchen Belag könnte man das Kehler Thema Rhein aufnehmen, schlug er vor. Zwischen den Kieseln könnten kleine LED-Strahler eingebaut werden, welche zusammen mit Lichtstelen für eine angenehme Platzbeleuchtung sorgten.
Die jetzige Grünzone hinter dem Rathaus soll erhalten werden, allerdings in etwas veränderter Form mit einer klaren Wegeführung und Rasenkissen, die für Höhenunterschiede sorgen und zum Ausruhen einladen.
Durch die Umgestaltung soll sich die Zahl der Parkplätze im Rathaus-Umfeld – so ist es bislang vorgesehen – um zehn erhöhen: Anstelle der aktuell 108 Stellflächen könnten nach der Umgestaltung 118 zur Verfügung stehen. Während ein Teil der Diskussionsteilnehmer dafür plädierte, die Zahl der Parkplätze im Rathaus-Umfeld zu reduzieren, mahnten andere Diskussionsteilnehmer, auch an die Abendstunden zu denken, wo bei Veranstaltungen in der Stadthalle, aber auch für Gaststättenbesuche in der Innenstadt die Zahl der Parkplätze heute zu knapp bemessen sei.

So ähnlich könnte das Rathausumfeld künftig aussehen.zoom


Folgende Fragen wurden diskutiert:

Macht die geplante Platzgestaltung eine Weiterführung der Tram in Richtung Sundheim unmöglich?

Nein, ganz im Gegenteil. Die Endhaltestelle der Tram wird so angelegt, dass eine Weiterführung in Richtung Süden möglich ist. Die Platzgestaltung berücksichtigt dies.

Warum soll die Grünfläche hinter dem Rathaus umgestaltet werden und kann nicht einfach so bleiben, wie sie ist?

Der Bereich hinter dem Rathaus soll als Ruhezone angelegt werden und so attraktiv gestaltet werden, dass dort auch Hochzeiten im Freien stattfinden können.

Sind auch Fahrrad-Parkplätze geplant?

Ja. Vorgesehen ist, dass auf dem heutigen Rathaus-Parkplatz ein überdachter Fahrradstellplatz errichtet wird. Auch Fahrradbügel sind geplant.

Warum wird auf der Hauptstraße kein Radweg angelegt, sondern nur ein Radfahrstreifen aufgebracht?

Radwege werden auf dem Höhenniveau der Gehwege für Fußgänger angelegt und führen dort häufiger zu Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern, als es bei Radfahrstreifen oder Schutzstreifen der Fall ist. Diese werden auf Ebene des Autoverkehrs parallel zur Fahrbahn angelegt. Durch die Umgestaltung im Rathausumfeld wird die Zahl der Pkw und Lkw im Bereich der Hauptstraßen-Kreuzung deutlich sinken. Daher soll ein etwa 1,5 bis 1,8 Meter breiter Radfahrstreifen mit durchgezogener Linie zur Fahrbahn angelegt werden, um für Radfahrer eine schnelle und sichere Verbindung zur Fußgängerzone anzubieten.

Auf Pinnwänden wurden Anregungen, Kritik und Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer festgehalten.zoom


Werden die Tramgleise in ein Rasenbett gelegt?

Die Tram bekommt ein grünes Gleisbett. In den Querungsbereichen, also dort, wo Auto- und Radfahrer die Tramgleise queren müssen und im Bereich der Haltestelle vor dem Rathaus, wird das Gleisbett befestigt.

Bleiben die Kurzzeitparkplätze vor der Bäckerei Dreher und der Gehweg dort und im Bereich der Buchhandlung Baumgärtner erhalten?

Sowohl Parkplätze als auch Gehwege bleiben erhalten; der Gehweg soll verbreitert werden, um die Café-Fläche im Freien erweitern zu können.

Bleiben die Stellplätze für die Carsharing-Autos erhalten und wird es am Rathaus auch Leihfahrräder geben?

Die Parkplätze für die Carsharing-Autos, die ja von den städtischen Mitarbeitern auch für Dienstfahrten genutzt werden, bleiben erhalten. Eine Mobilitätsstation mit Leihfahrrädern ist am Bahnhof geplant. Ob auch am Rathaus eine Leihstation möglich ist, muss geprüft werden.

Kann man nicht mehr Bäume erhalten, anstatt sie an anderer Stelle neu zu pflanzen?

Bislang sieht die Planung vor, dass 29 Bäume im Rathaus-Umfeld gefällt werden müssen; 39 Bäume werden neu gepflanzt werden. Vor allem die großen Bäume werden erhalten.

Zahlreiche Ideen, Vorschläge und Anregungen wurden geäußert.zoom

01.03.2016

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de