Nicht mehr warten, bis der Notarzt kommt - Stadt verteilt laiengerechte Defibrillatoren an mehreren Standorten

Auch Laien können künftig Leben retten: An verschiedenen Standorten in Kehl stehen bald sogenannte automatische externe Defibrillatoren (AED) zur Verfügung, die anhand einer einfachen Anleitung von Jedermann bedient werden können. Sie erlauben es, im Fall plötzlich auftretender Herzrhythmusstörungen schon Erste Hilfe zu leisten, bevor der Notarzt eintrifft. Insgesamt 15 AED werden innerhalb der kommenden zwei Wochen im Stadtgebiet verteilt – das erste Gerät hat am Dienstag die Hauptstelle der Sparkasse Hanauerland in der Hauptstraße bekommen. Es ist dort ab sofort griffbereit, sollte ein Notfall auftreten. Die Sparkasse hat fünf der AED finanziert, die Kosten für die restlichen Geräte hat die Stadt Kehl übernommen.

Dr. med. Rolf Ermerling (Zweiter von rechts), der für die Stadt Kehl zuständige Notarzt, erklärt OB Toni Vetrano (rechts), Feuerwehrkommandant Gerhard Stech (Zweiter von links) und Sparkassen-Chef Joachim Parthon, wie die neuen Defibrillatoren funktionieren.zoom

Mehr als 100 000 Menschen sterben nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes alleine in Deutschland jedes Jahr an plötzlichem Herzversagen. Dieser „plötzliche Herztod“ kann immer und überall eintreffen, auch bei jungen Menschen. Die frühestmögliche Elektroschockbehandlung durch Defibrillatoren ist dann die einzig wirksame Maßnahme, um das Überleben der Betroffenen zu sichern. Deshalb wurden mit den AED Defibrillatoren entwickelt, die auch Laien verwenden können. Sie verfügen über eine einfache Anleitung, die jeden Handlungsschritt mit einem Bild veranschaulicht. In verschiedenen Sprachen – die richtige kann vor Beginn der Behandlung ausgewählt werden – erklärt eine Stimme aus dem AED dem Helfer, welchen Schritt er als nächstes unternehmen soll. Die Elektroschocks werden automatisch gesteuert, die dafür nötigen Platten auf die in der Anleitung angezeigten Stellen auf der Brust des Patienten aufgeklebt. Eine Fehlbedienung der Geräte kann keinerlei Schaden verursachen: Merken die Sensoren im Gerät, dass das Herz des Notfallpatienten wieder zu schlagen beginnt, wird kein Elektroschock mehr abgegeben. Grundkenntnisse in Erster Hilfe sind trotzdem von Vorteil, da neben der Defibrillation oft auch eine Herz-Lungen-Massage gemacht werden muss.

Eine einfache Anleitung erklärt dem Helfer oder der Helferin, welche Schritte als nächstes unternommen werden müssen.zoom

Je schneller in einem Fall von Herzrhythmusstörungen Hilfe geleistet wird, desto besser: In jeder Minute ohne Sauerstoff sterben Millionen Gehirnzellen ab; das Herz hört bei Kammerflimmern schnell auf zu pumpen. Kommt innerhalb der ersten Minuten nach Einsetzen der Herzrhythmusstörungen ein Defibrillator zum Einsatz, kann es diese in 60 bis 70 Prozent der Fälle durchbrechen, wie das Deutsche Rote Kreuz auf seiner Internetseite erklärt. Die Pumpleistung des Herzens wird wieder hergestellt und das Gehirn erneut mit Blut und so auch mit Sauerstoff versorgt.
Nach Absprache mit dem für die Stadt Kehl zuständigen Notarzt Dr. med. Rolf Ermerling werden in Kehl die Standorte ausgestattet, an denen sich regelmäßig viele Menschen aufhalten. Bisher verfügen bereits die Freibäder in Kehl und Auenheim sowie das Kehler Hallenbad über AED; außerdem die Stadthalle, das Foyer der Sparkasse Hanauerland in Bodersweier sowie die Feuerwehr Kehl. Neben der Hauptstelle der Sparkasse Hanauerland sollen nun auch das Polizeirevier Kehl, das Rathaus und der Bahnhof mit den laientauglichen Defibrillatoren ausgestattet werden, außerdem das Rheintalcenter, das City-Center, das Rheinstadion sowie die Mehrzweckhallen in Niedereich, Auenheim, Bodersweier, Goldscheuer, Kork, Marlen, Leutesheim, Neumühl und Zierolshofen. An allen Standorten wird das Personal im Umgang mit den AED geschult und erhält zusätzlich eine Ausbildung in der Herz-Lungen-Massage.

Der neue Defibrillator in der Hauptstelle der Sparkasse Hanauerland in der Hauptstraßezoom

09.03.2016

 

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