Neuer Jugendgemeinderat stellt Programm für Legislaturperiode vor

Es ist ein bisschen wie im Klassenzimmer. Warten auf den Unterrichtsbeginn, es wird gekichert, getuschelt, aber nicht zu laut, wohlwissend, dass der Lehrer jeden Moment den Raum betreten könnte. Nur dass es in diesem Fall nicht der Lehrer ist, sondern Oberbürgermeister Toni Vetrano, der den Bürgersaal im Rathaus betritt. Und die Jugendlichen sind nicht in ihrer Funktion als Schülerinnen und Schüler da, sondern als angehende Jugendgemeinderätinnen und –räte. Bei der konstituierenden Sitzung des Jugendgemeinderates hat der OB die 26 Jungs und Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren in ihr Amt eingeführt.

„Mit eurer neuen Funktion habt ihr das Recht, bei allen Dingen mitzuwirken, die die Stadt betreffen“, sagt der Rathaus-Chef vor dem versammelten Plenum des neuen Jugendgemeinderates, „aber auch Pflichten“. Zu diesen Pflichten gehöre etwa, dass die Jugendlichen regelmäßig an den Sitzungen des Jugendgemeinderates teilnehmen. Außerdem sollten sie nicht ausschließlich ihre eigenen Interessen vertreten oder die der Schule, die sie besuchen, sondern auch die der restlichen Kehler Jugendlichen.
Nachdem OB Toni Vetrano sie offiziell für ihr Amt verpflichtet hat, stellen die Jungs und Mädchen den eingeladenen Vertretern der städtischen Fachbereiche Gebäudemanagement und Grünflächenmanagement Fragen: Was hat die Stadt im Hinblick auf die Schulgebäude sowie Sport- und Spielplätze für die kommenden zwei Jahre geplant? Wäre es möglich, eine Parkour-Anlage zu errichten und, wenn ja, wo? Was wird eigentlich auf dem Zollhof-Areal umgebaut? Soll im Zuge der Verlängerung der Tram auch das Rathaus saniert werden? Und könnte man in der Stadt mehr Blumen pflanzen, um sie schöner zu machen?

Oberbürgermeister Toni Vetrano eröffnete die erste öffentliche Sitzung des Jugendgemeinderates.zoom

Bei der letzten Frage geht ein Kichern durch die Reihen. Der 14-jährige Mete Sadic von der Tulla-Realschule hat sie gestellt – seine Altersgenossen drehen sich verwundert zu ihm um, grinsen, aber keiner lacht laut. Die jungen Räte und Rätinnen zollen sich gegenseitig Respekt – und haben ebenso viel Achtung vor den „Offiziellen“, die die Sitzung begleiten und im Rathaus die Geschehnisse in der Stadt mitbestimmen. Mit ehrlichem Interesse gehen die Jugendlichen ins Gespräch mit den Vertretern der Stadt und tragen ihre Ideen und Vorschläge vor. So richtig wohl scheint sich der oder die ein oder andere dabei noch nicht zu fühlen – die offizielle Rolle ist noch neu, ungewohnt. Nur zögerlich beugen sich die Jugendlichen vor zum Mikro, um eine Frage zu stellen oder einen Vorschlag zu machen. Es wird gewitzelt, um die Aufregung zu vertreiben; als zwei Jungs wenige Minuten verspätet den Bürgersaal betreten und nach einem jovialen „‘Tschuldigung“ in der zweiten Reihe Platz nehmen, geht Gelächter durch die Runde.

Trotz der lockeren Atmosphäre, die noch ein wenig an Schule erinnert, führt der Vorsitzende Alp Sisman, der bereits seine dritte Legislaturperiode im Jugendgemeinderat antritt, seine Ratskollegen und –kolleginnen souverän durch die Tagesordnungspunkte. Er stellt die ersten Aktionen für die kommende Legislaturperiode vor, die Send-A-Bunny Spendenaktion, bei der Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig Grußkärtchen mit Schokohasen zuschicken können, und den Internationalen Brunch – beides bereits Klassiker im Jugendgemeinderat. Es wird beschlossen, für wie viel Geld die insgesamt 935 Hasen verkauft werden und ein Termin bestimmt, an dem sie verpackt werden. Ein neuer Punkt in der Agenda des Rates ist das Politik-Café, in dem darüber beraten wird, welche Beteiligungsform sich die Jugendlichen – parallel zum Jugendgemeinderat – noch wünschen. Das kann etwa ein Jugendforum sein oder ein sogenanntes „Jugendhearing“, bei denen Jugendliche ihre Verbesserungsvorschläge für städtische Angelegenheiten Vertretern der Stadtverwaltung, Stadträten oder Experten vom Fach vortragen. Neben den geplanten Aktionen werden die jungen Räte und Rätinnen sich, wie jeher, für die Instandhaltung und Aufwertung von Schulgebäuden und deren Umfeld sowie von Spiel- und Sportplätzen einsetzen.
Bei der nächsten Sitzung des Jugendgemeinderates, die voraussichtlich nach den Osterferien im April stattfinden wird, dürfte zunächst die gewünschte Parkour-Anlage zur Sprache kommen – nach Anfrage eines jungen Rates zu Möglichkeiten der Umsetzung bat Thomas Zipp, Leiter des städtischen Bereichs Grünflächenmanagement, die Jugendlichen, ein genaues Konzept auszuarbeiten: Wie soll die Parkour-Anlage genau aussehen, wie viel Fläche wird benötigt? Neben der Recherche für die Parkour-Anlage werden sich die Jugendlichen außerdem den Vorbereitungen für das Politik-Café widmen, Plakate entwerfen und Material organisieren.

09.03.2016

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de