Vorstellung möglicher Regelungsinhalte für die
Änderung des Bebauungsplans „Kronenhof“

Beschränkungen der Gebäudegröße, die Festsetzung der Anzahl an Wohneinheiten, eine Lösung für die Parkplatzproblematik und genauere Vorgaben bezüglich der Regelungen zur Abwasserentsorgung: Bei der Vorstellung der möglichen Regelungsinhalte für die erste Änderung des Bebauungsplans „Kronenhof“ in der Stadthalle wurden die unterschiedlichen Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner hinsichtlich der zukünftigen Festsetzungen für ihr Quartier deutlich. Die Stadtplaner nahmen die teilweise konträren Anregungen auf. Noch vor der Sommerpause soll dem Gemeinderat eine Zusammenfassung vorgelegt werden, die als Grundlage für den Entwurf zum Offenlage-Beschluss dienen wird.

OB Toni Vetrano eröffnete die Veranstaltung in der Stadthalle.

Nach Inkrafttreten des Bebauungsplans „Kronenhof“ im Februar 2014 hatte sich gezeigt, dass der Bebauungsplan zu wenige Regelungen enthält. So wurde im Oktober 2015 vom Gemeinderat der Aufstellungsbeschluss zur ersten Änderung gefasst. Zur Sicherung der Planung ist eine sogenannte Veränderungssperre erlassen worden, mit der verhindert werden soll, dass während des laufenden Verfahrens Entwicklungen eintreten, welche die künftige Umsetzung der Planung beeinträchtigen. Ziel der Änderung des Bebauungsplanes ist es, städtebaulich erwünschte und der näheren Umgebung angepasste Entwicklungen im Geltungsbereich zu erreichen. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umschließt den Kronenhof mit Ausnahme des Bereichs zwischen der Heiligenfeldstraße und der Pionierstraße. Für diesen Bereich besteht seit den 70er-Jahren der rechtsgültige Bebauungsplan „Heiligenfeld“.
Für den Bebauungsplan „Kronenhof“ sollen nun konkretere Festsetzungen getroffen werden, die beim Bürgerabend vorgetragen wurden. Die bereits vorliegenden acht schriftlichen Äußerungen der Anliegerinnen und Anlieger im Zuge der Bekanntmachung des Aufstellungsbeschlusses zur ersten Änderung des Bebauungsplans wurden aufgegriffen und flossen in die Präsentation mit ein.
„Wir stellen kein fertiges Konzept vor“, betonte Baubürgermeister Harald Krapp beim Bürgerabend, „sondern lediglich Möglichkeiten“. Er erwähnte auch, dass dann mit Inkrafttreten der ersten Änderung nicht wieder zurückgerudert werden könne: „Wir werden nicht jedes Jahr Änderungen vornehmen können. Die Einschränkungen, die wir jetzt festschreiben, bleiben.“ Unumstritten sind die Art der baulichen Nutzung im Bereich des Kronenhofs als allgemeines Wohngebiet, sowie das Maß der baulichen Nutzung mit einer Grundflächenzahl von 0,4. Diese gibt an, wieviel Fläche eines Grundstücks überbaut werden darf.

Was wurde vorgeschlagen?

- Die maximale Gebäudehöhe/Fristhöhe beträgt weiterhin 9,5 Meter, die maximale 
  Traufhöhe sieben Meter. Vorstellbar wäre, künftig als unteren Bezugspunkt für die 
  Höhe das Straßenniveau heranzuziehen und nicht wie bisher ein Wert von 138,90
  ü.NN. („über Normal Null“).

- Das Gebäudevolumen soll nicht über die Anzahl der Vollgeschosse definiert werden,
  sondern über die bereits festgesetzten maximalen Trauf- und Firsthöhen in
  Verbindung mit Dachgauben. Dachgauben dürfen dabei maximal die Hälfte der
  Gebäudelänge einnehmen.

- Die künftige Dachform soll sich mehr an den bestehenden Gebäuden orientieren.
  Zulässig wären Sattel- und Mansarddächer, sowie versetzte Pultdächer mit einer
  Dachneigung von mindestens 30 Grad.

- Bedingt durch die vorhandenen Strukturen soll zwischen der Ölbergstraße und der
  Straße „Am Schloßjockelskopf“ durch Baufenster eine Bebauung in den
  rückwärtigen Bereichen nicht mehr möglich sein. Hier orientiert man sich an den
  vorhandenen vorderen und hinteren Gebäudefluchten. Auf den übrigen Grundstücken
  sollen großzügige Baufenster ausgewiesen werden, die die bereits rückwärtigen
  Bebauungen berücksichtigen.

- Die Stellplatzverpflichtung, das heißt die Anzahl an Parkplätzen auf dem jeweiligen
  Grundstück, soll bei 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit belassen werden.

- Vorstellbar wäre, die Mindestgrundstückgröße künftig mit 500 Quadratmeter
  festzusetzen, um die Gebäudedichte regulieren zu können.

- Um die Gebäudegröße stärker am Bestand zu orientieren, soll die maximale
  Gebäudelänge beziehungsweise -tiefe maximal 20 Meter betragen.


Nach der Präsentation erörterten die rund 80 Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit OB Toni Vetrano, Baubürgermeister Harald Krapp und Kora Herrmann, Leiterin des städtischen Bereichs Stadtplanung, die möglichen Änderungen des Bebauungsplans „Kronenhof“.

Welche Fragen wurden gestellt?

Warum wird die Anzahl der Wohneinheiten in einem Gebäude nicht geregelt? Mehr Wohneinheiten bedeuten mehr Stellplätze, die benötigt werden, und schon jetzt parken zu viele Menschen in der Straße.

Für das Erscheinungsbild eines Gebäudes ist das Gebäudevolumen mit Gebäudegröße sowie Trauf- und Firsthöhe das entscheidende Kriterium, nicht die Anzahl an Wohneinheiten. Wenn ein Gebäude den Festsetzungen im Bebauungsplan entspricht und sich somit in die Umgebungsbebauung und den ursprünglichen Charakter der Siedlung einfügt, ist die Anzahl der Wohneinheiten nicht entscheidend.
Die Stellplatzverpflichtung wirkt sich lediglich auf Neu-, Um- und Anbauten aus. Die bestehende Stellplatzproblematik bleibt erhalten, da der Straßenraum nicht verbreitert werden kann.


Was passiert mit dem anfallenden Oberflächenwasser? Wenn zu viele Flächen versiegelt werden, könnte dies zu Problemen führen.

Die TDK (Technische Dienste Kehl) prüfen dies auf der Ebene der Baugenehmigung. Dabei muss der Antragsteller den Nachweis führen, dass das anfallende Oberflächenwasser auf dem Grundstück vor Ort versickert werden kann.

Aus welchem Grund wird die Bebaubarkeit der rückwärtigen Bereiche zwischen Ölbergstraße und der Straße „Am Schloßjockelskopf“ mit verhältnismäßig kleinen Baufenstern eingeschränkt?

Die historische Struktur mit großen Garten- und Grünflächen soll in diesem Bereich, wie sie heute noch vorhanden ist, erhalten bleiben. Die Bebauung erfolgt entlang der Straße analog zu den vorhandenen Gebäudefluchten der Nachbargebäude.

Weshalb werden für einzelne Bereiche in der Siedlung nicht differenzierte Festlegungen getroffen?

Um Entwicklungsmöglichkeiten im gesamten Gebiet gewährleisten zu können, soll die Änderung des Bebauungsplans lediglich die Rahmenbedingungen in Verbindung mit den heutigen Anforderungen an Wohnen festlegen. Eine differenzierte Betrachtung für einzelne Bereiche müsse städtebaulich begründbar sein und könne meist nicht in Betracht gezogen werden.


Wie geht es nach dem Bürgerabend weiter?

Die Ergebnisse des Bürgerabends werden zusammengefasst und sollen noch vor der Sommerpause dem Gemeinderat vorgelegt werden. Mit dem Gemeinderatsbeschluss erfolgt die Offenlage der Entwurfsplanung, zu der die Bürgerinnen und Bürger Stellung beziehen können.


10.03.2016

 

Flüchtlingshilfe Kehl

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