Umgestaltung der Hauptstraße: "Nichts ist in Stein gemeißelt“

Ein freier Platz, der kleine Märkte und Anwohnerfeste ermöglicht, eine ausreichende Zahl von Parkplätzen, eine Beleuchtung, die keine düstere Ecke auslässt: So stellen sich Bewohner der südlichen Hauptstraße den Platz vor, der durch die Christus-Kirche, das Hanauer Museum und das Ärztehaus begrenzt wird. Ob eine umgestaltete Hauptstraße von Bäumen gesäumt werden soll oder nicht, wurde beim Bürgerabend im Dr. Friedrich-Geroldt-Haus kontrovers diskutiert, während die meisten der rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Brunnen auf einem umgestalteten Dorfplatz eher kritisch sahen: Die meisten Versuche mit Wasserspielen in Kehl seien gescheitert, hieß es.

Sowohl Baubürgermeister Harald Krapp als auch Landschaftsplaner Martin Schedlbauer vom Büro faktorgruen betonten in ihrer Einführung zum Bürgerabend, dass es sich bei der vorgestellten Planung um eine Vorentwurfsplanung handle. „Nichts ist in Stein gemeißelt“, erklärte Moderator Dr. Thomas Uhlendahl; es gehe darum, die Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger zu sammeln und zu dokumentieren.

Rund 50 Kehlerinnen und Kehler nahmen am Bürgerabend zur Umgestaltung der südlichen Hauptstraße teil.zoom
Dass in der Hauptstraße zwischen der Oberländerstraße und der Friedhofstraße „endlich etwas geschehen müsse“, darüber bestand Einigkeit unter den Diskussionsteilnehmern, die zum Teil im Quartier um den Dorfplatz wohnen, arbeiten oder mit dem Rad und zu Fuß in diesem Teil der Stadt unterwegs sind. Auch Baubürgermeister Harald Krapp bedauerte, dass die Entwicklung, die sich in der südlichen Hauptstraße vollzogen habe, „sehr schlecht für die Stadt“ sei, aber eben nur bedingt habe von der Stadt beeinflusst werden können. Schließlich seien es private Hausbesitzer, die darüber entschieden, ob sie an einen Spielhallen- oder Automaten-Bistro-Betreiber vermieteten oder an einen anderen Interessenten. Auf alle Fälle wolle die Stadt den öffentlichen Raum so aufwerten, „dass andere Nutzungen wieder Fuß fassen“, sagte Harald Krapp.
Die Anregungen und kritischen Anmerkungen der Bürgerinnen und Bürger zur Gestaltung des Dorfplatzes.zoom

Dass die Stadtverwaltung jetzt die Umgestaltung der südlichen Hauptstraße vorschlage, begründete der Baubürgermeister mit dem Umstand, dass die Hauptstraße zum Jahresbeginn von der Bundesstraße (B 36) zur Stadtstraße abgestuft worden sei. Erst jetzt könne die Stadt bestimmen, was mit der Straße geschehen solle; dies sei auch eine der Ursachen dafür, dass die bereits 2009 entwickelten Gestaltungsüberlegungen nicht umgesetzt worden seien. Sie seien jedoch, versicherte der Beigeordnete, „in die Planungen miteingeflossen“.
In der Diskussion nahm die mögliche Gestaltung des einstigen Platzes von Dorf-Kehl breiten Raum ein: Die meisten Bürgerinnen und Bürger, die sich zu Wort meldeten, sprachen sich für eine eher spärliche Möblierung des Platzes aus; zu viele Sitzgelegenheiten könnten vielleicht zu nächtlicher Stunde das falsche Publikum anlocken, wurde befürchtet. Speziell Anwohner rund um den Platz wünschten sich, dass auf dem Platz ein kleiner Markt oder Weihnachtsmarkt oder auch mal ein Nachbarschaftsfest stattfinden könne. Wichtig war den Diskussionsteilnehmern zudem, dass sowohl das Ärztehaus als auch die Kirche anfahrbar bleiben – auch für Krankenwagen und die Fahrzeuge, die bei Hochzeiten die Braut zur Kirche brächten.

Moderator Thomas Uhlendahl nahm die Aussagen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bürgerabend auf und fasste sie zusammen.zoom

Während Einigkeit darüber bestand, dass der große Baum am Eingang des Platzes stehen bleiben solle, sorgte das Thema Bäume entlang der Hauptstraße und hinter dem Ärztehaus für Kontroversen: Hinter dem Ärztehaus solle man lieber zugunsten von zwei zusätzlichen Parkplätzen auf Bäume verzichten, hieß es. Entlang der Hauptstraße teilten sich die Meinungen der Baumbefürworter, die diese gerne als Schattenspender sähen und der Baumgegner, die das Laub im Herbst abschreckte.
Auf Skepsis stießen bei manchen Besucherinnen und Besuchern des Bürgerabends die in der Hauptstraße beidseitig geplanten Schutzstreifen für Radfahrer, die beispielsweise von Lkw-Fahrern oder im Begegnungsverkehr von breiten Fahrzeugen auch überfahren werden dürfen. So fürchteten manche Diskussionsteilnehmer, dass die Schutzstreifen zugeparkt würden und Radfahrer dann in gefährlichen Manövern auf die Fahrbahnen ausweichen müssten. Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke stellte in diesem Zusammenhang dar, dass die Gehwege verschmälert werden müssten, wenn man eigene Radwege anlegen wollte oder auf den Parkstreifen für die Autos verzichtet werden müsse.
Kritisch gesehen wurde von Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Bürgerabend das Vorhaben, die Busbucht vor der Wilhelmschule aufzugeben und den Bus auf der Straße halten zu lassen. Einige fürchteten, dass Kinder dadurch in Gefahr geraten könnten.

10.03.2016

 

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