Ergebnis der Bürgerwerkstatt: Durchgangsverkehr vor der Innenstadt abfangen

Mehr als 100 Vorschläge, wie der Verkehr durch die Kehler Innenstadt geführt werden könnte, wenn die Tram bis zum Rathaus fährt, haben die 13 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürger erarbeitet, die sich eineinhalb Tage lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Anleitung von Moderator Dr. Thomas Uhlendahl intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hatten. All diejenigen Vorschläge, die in ihrer Gruppe einen Konsens gefunden hatten, präsentierten sie am 15. März im Rahmen eines sogenannten für alle Interessierten offenen Bürgercafés in der Stadthalle. Rund 60 Kehlerinnen und Kehler waren hinzugekommen, um mit den Akteuren über ihre Ideen zu diskutieren. Auch Gemeinderäte, die in der Werkstatt-Phase ausdrücklich unerwünscht waren, machten sich ein Bild von den gesammelten Ideen.

„Bürgerbeteiligung“, stellte Oberbürgermeister Toni Vetrano eingangs klar, „ist kein Wunschkonzert“, sondern ein Instrument, um eine Ideenvielfalt zu generieren und politisches Handeln zu reflektieren. Dafür seien Verwaltung und Gemeinderat offen. Am Ende jedoch müsse die Entscheidung stehen und damit seien in der Regel nicht alle glücklich, gab er zu bedenken, als er sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihren Einsatz und ihr Engagement bedankte.
Rund 500 Bürgerinnen und Bürger hatten Post vom OB bekommen und waren gebeten worden, sich für die Mitarbeit in der Bürgerwerkstatt zur Verfügung zu stellen. 25 hatten ihre Teilnahme angeboten, 13 waren ausgelost worden. Elf davon haben sich dann tatsächlich – gemeinsam mit je einem Vertreter der Arbeitskreise Stadtentwicklung und Mobilität – an die Beantwortung der Frage gemacht, wie die Verkehrslenkung in der Innenstadt optimiert und die Belastungen möglichst angemessen verteilt werden können.

Elke Manßhardt stellte beim Bürgercafé die Ergebnisse aus der Bürgerwerkstatt zur Verkehrslenkung in der Innenstadt vor.

Keiner der zufällig ausgewählten Teilnehmer hatte bislang an einem Bürgerabend teilgenommen und keiner wäre der Einladung zu einem Workshop nach bisherigem Muster gefolgt, wie sich auf Nachfrage von Moderator Thomas Uhlendahl zeigte. „Sonst meckert man nur, hier sollte man auch Lösungen bringen“, lobte Inge Moser, für die der „Moderationsprozess komplettes Neuland war. „Ohne Moderation wäre wild diskutiert worden“, meinte sie, so habe man sich gegenseitig ausreden lassen. „Das war sehr gut.“ Auch Dr. Axel Klenner war zunächst mit Skepsis in die Bürgerwerkstatt gekommen, hat sich dann aber rasch überzeugen lassen: „Ich kann dem, was erarbeitet wurde, nur zustimmen.“
Einig war sich die Gruppe über zwei Punkte: Die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto muss gewährleistet bleiben und Durchgangsverkehr ist unerwünscht. Deshalb soll der Durchgangsverkehr nach den Vorstellungen der Werkstatt-Gruppe vor der Innenstadt abgefangen und zum Beispiel über die Ringstraße und die Vogesenallee um das Zentrum herumgeleitet werden. Zur Vereinfachung der Verkehrsbeziehungen wünschten sich die Werkstatt-Teilnehmer eine Verknüpfung der B 28 und der B 36.

Dr. Klenner erläuterte die Vorstellungen der Teilnehmer an der Bürgerwerkstatt zum Parken am Rande der Innenstadt.

Dass dieser Konsens gefunden worden sei, habe auch an der Zusammensetzung der Gruppe gelegen, erläuterte Elke Manßhardt: Während die Innenstadt-Bewohner den Verkehr am liebsten verbannt hätten, konnten die Einwohner aus den Ortschaften klarmachen, dass es gerade für ältere Menschen oder solche, die schlecht zu Fuß sind, wichtig ist, dass sie mit dem Auto ins Zentrum fahren können.
Der Verkehr in der Innenstadt soll auch dadurch reduziert werden, dass Parkmöglichkeiten an deren Rand geschaffen werden, auf die mit einem intelligenten Parkleitsystem hingewiesen wird. In den Wohnquartieren hielten die Werkstatt-Teilnehmer Anwohnerparkausweise für eine gute Lösung.

Mehr als 100 Vorschläge zur Verkehrslenkung in der Innenstadt haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Bürgerwerkstatt erarbeitet.zoom

Was das Bussystem angeht, so reichte den Werkstatt-Teilnehmern die Zeit nicht ganz, um zu einer Konsenslösung zu kommen. Einig war man sich jedoch in der Forderung, dass es eine Bushaltestelle direkt vor dem Krankenhaus geben müsse und dass die Buslinien das Stadtgebiet insgesamt besser abdecken sollten. Um dies zu ermöglichen, schlugen sie vor, dass die Busse auf dem Hin- und dem Rückweg eine andere Route fahren sollten. Auch der Einsatz von Klein- und Rufbussen wurde angeregt, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
Die ehrenamtliche OB-Stellvertreterin, Stadträtin Marina Nohe, zeigte sich am Ende des Abends „sehr beeindruckt, wie gut und zielgerichtet gearbeitet worden ist“. Sie hoffe, dass es dem Verkehrsplaner Frank Gericke gelinge, „möglichst viele der guten Ideen einzubauen“.

So könnte nach der Vorstellung der Teilnehmer an der Bürgerwerkstatt der Verkehr um die Innenstadt herum geführt werden.zoom

16.03.2016

 

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