Kehler Feuerwehr dreimal so häufig im Einsatz wie andere Wehren im Kreis

Wer in Kehl zu den aktiven Feuerwehrleuten zählt, ist dreimal so häufig im Einsatz wie der durchschnittliche Feuerwehrangehörige im Ortenaukreis: Das hat Kreisbrandmeister Reinhard Kirr ausgerechnet und die Kehler Wehrmänner bei ihrer Hauptversammlung in der Korker Gemeindehalle gelobt: Der Ausbildungsstand der Kehler Feuerwehr sei „sehr gut“; die Führungsriege lege darauf „akribisch wert“. Hauptamtliche und ehrenamtliche Feuerwehrleute ergänzten sich in Kehl bestens, sagte der Kreisbrandmeister: „Das ist eine gute Kombination.“ Feuerwehrkommandant Gerhard Stech berichtete, dass die Zahl der Einsätze im vergangenen Jahr weiter auf 408 (2014: 376) angestiegen sei und erinnerte an die drei Großbrände innerhalb von nur zehn Monaten, die Havarie der MS Klipper und die veränderte Sicherheitslage nach den Anschlägen von Paris. An der mangelnden Tagalarmierungsfähigkeit habe sich nichts verbessert, stellt Gerhard Stech fest und kündigte an, dem Gemeinderat im Laufe des Jahres Vorschläge zu unterbreiten, „wie die Stadt Kehl ihrer Organisationsverantwortung in diesem Bereich wieder gerecht werden kann“.

Lob bekamen die Kehler Wehrleute auch von Oberbürgermeister Toni Vetrano: Gerade bei den drei Großbränden – Wohngebäude in Odelshofen, Schreinerei Kleinhans und Mixmarkt – habe er beobachtet, wie „professionell und routiniert“ auch die freiwilligen Feuerwehrmänner und –frauen agierten. Dass hier jeder unaufgeregt und konzentriert seine Aufgabe erfülle, sei nur deshalb möglich, weil „Sie gut ausgebildet sind, ständig üben und sich permanent weiterbilden“. Dies sei mit einem hohen zeitlichen Einsatz verbunden, den die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in ihrer Freizeit erbrächten. „Bei Ihren Einsätzen leisten Sie Großes“, bedankte sich der Korker Ortsvorsteher Patric Jockers bei den Feuerwehrangehörigen. Er sei sehr dankbar, dass die Feuerwehr immer ganz schnell vor Ort sei, wenn im Wohnheim der Diakonie die Brandmeldeanlage auslöse. „Die Bewohner brauchen besondere Hilfe in solchen Situationen.“
Nicht allein die zunehmende Zahl der Einsätze zeige die steigende Belastung der Feuerwehr, erklärte Kommandant Gerhard Stech, auch die qualitativen Anforderungen im Einsatz nähmen immer mehr zu. Er erinnerte dabei zum Beispiel an die Havarie der Klipper im Kehler Hafen, von der bis zur endgültigen Bergung eine möglich Umweltgefährdung ausgegangen sei. Dies bedeute einen erheblichen Aufwand bei der Ausbildung und Qualifizierung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Die Anschläge in Paris im Januar und im November 2015 hätten überdies dazu beigetragen, dass sich die Sicherheitslage in Mitteleuropa verändert habe: So hätten die Straßburger Kollegen die Kehler Feuerwehr beispielsweise bei der Einsatzplanung für den Straßburger Weihnachtsmarkt um Unterstützung durch die ABC- und Dekontaminationskomponente gebeten.

Oberbürgermeister Toni Vetrano konnte bei der Hauptversammlung der Kehler Feuerwehr gleich mehrere Beförderungsurkunden überreichen. Von links nach rechts: Kommandant Gerhard Stech, Marco Oberle, Markus Kehret, Helmut Kruß, Stefan Jockers, Mario Hauß, Simeon Kassautzki, OB Toni Vetranozoom

Auch die Stadtentwicklung bringe für die Feuerwehr neue Aufgaben mit sich: Das gelte für die Tram ebenso wie für große öffentliche und private Bauvorhaben; der organisatorische und technische vorbeugende Brandschutz sei ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt für die hauptamtlichen Feuerwehrleute geworden. Auch wenn auf Landesebene eine gemeinsame Leitlinie für den für Umgang mit der Unterbringung von Flüchtlingen gefunden worden sei, sei die Feuerwehr in der Einzelfallbetrachtung der jeweiligen Unterkünfte gefordert.

Stolze Leistung: Ehrungen für 25 und 40 Jahre bei der Feuerwehr. Von links nach rechts: Kreisbrandmeister Reinhard Kirr, Heiko Galler, Gerhard Stech, Bernd Ross, Heinz Hetzel, OB Toni Vetranozoom


Zur Beförderung gratulieren konnte Oberbürgermeister Toni Vetrano bei der Hauptversammlung folgenden Feuerwehrmännern:

Yves Brett und Simeon Kassautzki wurden zu Löschmeistern befördert, Hendrik Wandres zum Oberlöschmeister. Helmut Kruß und Markus Kehret sind jetzt Hauptlöschmeister; Marco Oberle wurde zum Oberbrandmeister befördert. Die Beförderungsurkunde zum Hauptbrandmeister konnte der OB Jürgen Ringel, Uwe Wiedemer und Michael Schneider überreichen.

Mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre langen aktiven Dienst in der Feuerwehr wurden Heiko Galler und Guido Heidt ausgezeichnet.
Für 40-jährigen aktiven Feuerwehrdienst wurden Kommandant Gerhard Stech, Heinz Hetzel und Gerhard Ross mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold geehrt.


Feuerwehr in Zahlen

254 aktive Feuerwehrleute gehören der Kehler Wehr an – das sind zwei weniger als im vergangenen Jahr. 2014 war die Zahl der aktiven Feuerwehrangehörigen noch um zehn gesunken.

19 Feuerwehrleute sind neu zur Kehler Wehr gekommen, davon vier aus der Jugendfeuerwehr.

85 Kehler Feuerwehrleute haben an 18 verschiedenen Lehrgängen teilgenommen.

Von 408 Feuerwehreinsätzen waren 193 Brandeinsätze und 215 technische Hilfeleistungen.

1282 Stunden lang waren die Fahrzeuge der Kehler Feuerwehr 2015 im Einsatz.

843 Atemluftflaschen wurden 2015 in der Kehler Feuerwache befüllt; 1564 Atemschutzmasken gereinigt.

19 Kilometer Feuerwehrschläuche wurden geprüft und gereinigt.

15 606 Liter Kraftstoff haben die Feuerwehrfahrzeuge und –boote 2015 im Einsatz verbraucht.

24.03.2016

 

Flüchtlingshilfe Kehl

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