Bürger wünschen sich, dass Kultur überall in der Stadt sichtbar wird

Auf Stellwänden und an Kaffeetischen haben am Montagabend Bürgerinnen und Bürger ihre Vorstellungen von der Kulturstadt Kehl niedergeschrieben: Bei der dritten Kick-off Veranstaltung auf dem Weg zu einer Kulturkonzeption waren sie an der Reihe, ihre Wünsche und Ideen einzubringen. „Sie dürfen alles denken und sich vorstellen“, leitete Nanine Delmas, Fachbereichsleiterin für Bürgerdienste und Soziales, den Abend ein, zu dem sich 35 Kehlerinnen und Kehler in der Stadthalle eingefunden hatten. Was sich hinterher auf Karten oder auf den Tischtüchern festgehalten fand, deckte sich in groben Zügen mit den Vorschlägen der Kulturschaffenden und der Vereinsvertreter, die sich im März mit den Themenfeldern Raum für Kultur, kulturelle Teilhabe, kulturelle Vielfalt, kulturelles Profil sowie Kultur und Stadtentwicklung beschäftigt hatten.

„Ich erkenne langsam einen roten Faden“, konstatierte Nanine Delmas am Ende der Veranstaltung und gab sich zuversichtlich, dass mit Unterstützung der Moderatorin und Prozessbegleiterin Elke Sieber eine gute Konzeption erarbeitet werden kann, die noch vor der Einweihung des Kultur- und Bildungszentrums im historischen Gebäude der Tulla-Realschule öffentlich vorgestellt und vom Gemeinderat verabschiedet werden soll.

35 Kehlerinnen und Kehler kamen zum Kulturforum in die Stadthalle.zoom

Was die alte Tulla-Realschule angeht, so wurde am World-Café-Tisch von Armelle Aubier vom städtischen Kulturbüro „deutlich mehr darüber geredet, was draußen stattfinden soll als drinnen“. Eine Bühne auf der Fläche hinter dem Gebäude sei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz wichtig gewesen, berichtete sie, dort solle gerappt werden können oder Veranstaltungen wie Poetry Slams stattfinden. Auch für die Sportart Parkour solle die Freifläche Möglichkeiten bieten. Weitere Wünsche seien, dass das Gebäude so geöffnet wird, dass Lichtinstallationen und andere Kunstwerke von außen sichtbar sind.
Die Mediathek solle ins Kulturkonzept miteinbezogen werden, gaben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mediathek-Leiter Andreas Leister mit auf den Weg. An seinem World-Café-Tisch wünschten sich die Bürgerinnen und Bürger nutzerfreundlichere Öffnungszeiten und schlugen vor, die Mediathek in besucherschwachen Zeiten zu schließen und stattdessen jeden Samstag zu öffnen. In einer Mediathek nach ihren Vorstellungen sollte es nicht nur Bücher geben, sondern eine Vielfalt an Medien; außerdem könne der Lesegarten in Richtung Altrhein stärker genutzt werden, fanden sie.

Auf Pinnwänden hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Wünsche und Anregungen fest.zoom

Ins Rheinvorland wollten einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Kick-off-Veranstaltung die Kunst bringen: Sie wünschten sich eine Bühne mit Sitzreihen und Stromversorgung sowie einen Kunstgarten – das ist eine Fläche, auf der jeder seine mitgebrachte Kunst abstellen könnte. An vielen Orten in der Stadt könnten sie es sich vorstellen, über Kunst gewissermaßen zu stolpern, Street Art könne dazu ebenso beitragen wie Schaukästen auf dem Marktplatz, gefüllt mit musealen Objekten. Überhaupt solle die Stadtgeschichte stärker präsentiert werden, fanden einige, einen Platz für geplante und spontane Aufführungen wünschten sich andere am World-Café-Tisch von Kulturbüro-Mitarbeiterin Cécile Noёl.
Auf die Suche nach dem Besonderen in der Kehler Kultur machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der von Archiv- und Museumsleiterin Ute Scherb betreuten Pinnwand: Kehl könnte ein Zentrum für mittelalterliche Musik oder jährlich stattfindende Tanzfestivals werden, wurde dort auf Karten notiert. Die Besonderheiten der Kehler Geschichte, die grenzenlose Kultur, welche die mehr als 100 in Kehl lebenden Nationen in den Vordergrund stellt, wollten die Bürgerinnen und Bürger zum Profil der Kehler Kultur schärfen. Weitere Vorschläge gingen dahin, die Kultur des Eurodistrikts zu definieren und Kehl zur Hauptstadt einer neuentwickelten Eurodistrikt-Kultur zu machen, regelmäßig ein Stra-ßenfest in der Hauptstraße zu feiern oder ein Fest mit internationalen Genüssen unter dem Motto „Kostet die Welt“ zu veranstalten.

Auf Pinnwänden hielten die Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche und Anregungen fest.zoom

Mit Kulturgutscheinen könnten Neubürger auf die kulturelle Vielfalt in Kehl aufmerksam gemacht werden, wurde an der Stellwand von Michaela Könner vom Bereich Familie und Bildung vorgeschlagen. Weil Sport, Musik oder Kunst für sich sprechen, könnten sie für Integration genutzt werden, wurde hier auf Karten geschrieben. Die Vernetzung zwischen Deutschland und Frankreich solle intensiviert werden, mit einer Art Kulturmesse könne auf die kulturellen Aktivitäten in der Stadt hingewiesen werden, ebenso wie auf einer eigenen Website für Events. Kultur fange in der Kindertageseinrichtung an, hieß es hier: Kinder, die mit Kultur aufwüchsen, würden zu Erwachsenen, die Kultur zu schätzen wissen.
Um Orte der Kultur und für Kultur ging es bei der Frage, wie Kultur in die Stadtentwicklung hineinwirkt. Den Rosengarten und den Garten der zwei Ufer wollten die Bürgerinnen und Bürger als Orte der Kultur aktiviert sehen, die sich an der von Nanine Delmas betreuten Stellwand äußerten. Sie wünschten sich einen Stadtplan, in dem die Orte der Kultur verzeichnet sind, wollten Kultur ausschildern und zeigen, zum Beispiel durch Veranstaltungstafeln in den Ortschaften, aber auch durch das Bespielen von Räumen in den Ortsteilen.
Ein Ort wie der Offenburger „Kessel“, Förderprogramme ohne bürokratische Anforderungen, selbstverwaltete Kulturräume, in denen verschiedene Kunstrichtungen zusammentreffen könnten, Kunst-Apps, aber auch Litfaßsäulen wurden als Wünsche auf der von der Fachkoordinatorin Jugend, Binja Frick, betreuten Pinnwand befestigt.

Auf Pinnwänden hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Wünsche und Anregungen fest.

Um Information über kulturelle Veranstaltungen ging es am World-Café-Tisch von Fiona Härtel, Geschäftsführerin der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungs-GmbH. Elektronische Infotafeln in den Ortschaften wurden hier ebenso angeregt wie Schaukästen oder ein Abreißkalender in papierener und elektronischer Form über Kulturangebote. Gerade zum Thema Kulturmarketing hat sich bereits in der Kick-off-Veranstaltung im März eine Arbeitsgruppe gebildet, die weiterhin gemeinsam Ideen entwickelt und an der sich weitere Mitstreiter beteiligen können.
Auch zu den anderen Themenbereichen können sich Arbeitsgruppen bilden – ihre Vorschläge und Anregungen würden in die Kulturkonzeption miteinfließen, versprach Kulturbüroleiterin Stefanie Bade.

27.04.2016

 

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