Kehler Integrationskonzeption auf gutem Weg

Bessere Information, mehr Überblick: Was benötigt wird, um die Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen zu erleichtern, dazu wurde zwischenzeitlich der erste Konzeptionsentwurf vorgestellt. Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bei dem rund zweistündigen Treffen letzte Ergänzungen und Änderungswünsche vorgeschlagen.

Umfassen soll die Konzeption neben einer Bestandsaufnahme vor allem einen Aktionsplan mit Zielen, Maßnahmen und den wichtigsten Schritten für deren Umsetzung. Der Aktionsplan wird hauptsächlich durch den städtischen Fachbereich Bürgerdienste und Soziales erarbeitet. Ideen für die Gesamtkonzeption hatten rund 30 Ehrenamtliche, Stadt- und Ortschaftsräte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Schulen und Kindertageseinrichtungen, Vertreter der Unternehmen, des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe und des Netzwerks Integration sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei drei vorherigen Foren bereits gesammelt. Anwesend war bei den Foren auch Franck Jessen, Diplom-Soziologe aus Duisburg, der den Integrationsprozess in Kehl begleitet und mit ausarbeitet.

Nanine Delmas und Frank Jessenzoom

Beim vierten Forum Integration wurde in einzelnen Diskussionsgruppen noch einmal intensiv über die Aspekte Partizipation und Ehrenamt, Bildung, Arbeit und Ausbildung sowie Freizeit, Kultur und Religion beratschlagt. Zunächst stellten Nanine Delmas, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste und Soziales bei der Stadt, und Franck Jessen die Integrationsmaßnahmen vor, die schon in ihrer Umsetzungsphase sind: So präsentierten sie zum Beispiel einen Stadtplan von Kehl, in dem wichtige Einrichtungen wie beispielsweise Schulen, Kindergärten, Ärzte, Apotheken, Rathäuser, Lebensmittelmärkte und kulturelle Angebote als Piktogramme eingezeichnet werden sollten. Der Plan ist inzwischen fast fertig, nur an den Übersetzungen ins Französische, Englische und Arabische der Legende wird noch gefeilt. Sobald auch diese abgeschlossen sind, kann der Stadtplan gedruckt werden. Geplant ist zunächst eine Auflage von 500 Stück.

Tafel mit Anmerkungen nach der Diskussionzoom

Im Bereich Partizipation und Ehrenamt wird ein Willkommenspaket für Zugezogene vorbereitet, mit allen wichtigen Informationen zur Stadt und dem Leben in Deutschland. Für die schnelle Integration von Jugendlichen wird ein Stadtrundgang von Jugendlichen für Jugendliche organisiert, bei dem ebenfalls alle wichtigen Anlaufstellen gezeigt werden. Ein Patenpool hat sich gebildet, in dessen Rahmen deutsche Familien ausländische Familien betreuen und ihnen bei der Integration helfen. Dieser Pool sollte noch besser eingebunden werden, befanden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums Integration. Des Weiteren schlugen sie vor, den Austausch zwischen den Helfern zu vereinfachen, etwa durch die Einrichtung einer Internetplattform.
Um Bildung zugänglicher zu machen, wurden ebenfalls bereits diverse Maßnahmen eingeleitet. Durch die Integrationsarbeit der Stadt habe man unter anderem schon erreicht, dass Kinder und Jugendliche mit geringen Deutsch-Kenntnissen eingeschult werden könnten, auch in der Oberstufe, berichtete Nanine Delmas. Ein Ziel der Stadt Kehl sei es, das Land Baden-Württemberg mehr in die Integrationsprojekte miteinzubeziehen. So könnten zum Beispiel interkulturelle Fortbildungen für Lehrkräfte landesweit angeboten werden. Der Wunsch, eine Broschüre mit Schulprofilen zu erstellen und das Bildungssystem vorzustellen, bestehe noch immer.
Auch der Übergang zwischen Schule und Ausbildung solle vereinfacht werden, hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vierten Integrationsforums als Ergänzung zu den bereits beschlossenen Maßnahmen fest. Junge Menschen müssten auf ihrem Weg in den Beruf besser begleitet werden.

Diskussion bei dem 4. Forum Integration

Das Themenfeld Freizeit, Kultur und Religion wurde ebenfalls eifrig diskutiert. Die Vertreterinnen der Stadt betonten, dass Flüchtlinge sich durch die dezentrale Unterbringung in Kehl besser integrieren könnten und dass deshalb an diesem Konzept festgehalten werden solle. Die Flüchtlinge seien sehr bemüht, sich zu integrieren. In Kork wurde ein Flüchtlingssprecher gewählt, um die Kommunikation nach außen zu vereinfachen. Ebenfalls haben mehrere Vereine schon Flüchtlingsbeauftragte gewählt. In Sportvereinen ist deren Aufgabe etwa, die Flüchtlinge zum Sport einzuladen und ihnen leicht verständliche Informationen zu vermitteln. Ein großes Anliegen, das aus den vorherigen Foren zum Thema Integration hervorgegangen ist, ist die Organisation eines interkulturellen Festes, um Menschen verschiedener Kulturen zusammen zu bringen. Nanine Delmas beendete den Abend mit folgenden Worten: Das alles sei „nur ein Anfang, an dem Prozess bleiben wir dran und machen weiter. Ich bin stolz, dass wir schon so weit sind.“
Die Abschlussveranstaltung findet am Dienstag, 14. Juni, um 17 Uhr im Haus der Jugend statt. Dort wird der Entwurf der Kehler Integrationskonzeption vorgestellt.

09.05.2016

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de