Rohbau des Kultur- und Bildungszentrums ist fertiggestellt

Der erste Schritt ist geschafft: Das Rohbauunternehmen hat das historische Gebäude der Tulla-Realschule, das zum Kultur- und Bildungszentrum umgebaut wird, inzwischen verlassen – der Innenausbau kann beginnen. Die 180 Fensteröffnungen des Gebäudes sind bereits vermessen – bis sie mit Fenstern mit Drei-Scheiben-Isolierverglasung geschlossen werden können, wird es noch etwa sieben Wochen dauern. Die vom städtischen Architekten Christian Castner ersonnenen horizontal schräg verlaufenden Wände, die dem Inneren des historischen Gebäudes einen besonderen Charakter geben und gleichzeitig dem Denkmalschutz Genüge tun, sind nicht Teil des Rohbaus: Sie dürfen Böden und Decken nicht belasten und werden selbsttragend auf die Außenmauern und tragenden Innenwände aufgelegt.

Die Statik und damit verbunden die Lasten, welche die Decken des historischen Gebäudes tragen können, spielten bereits bei den Überlegungen, welche Einrichtungen in der ehemaligen Schule untergebracht werden können – und welche nicht – eine entscheidende Rolle. So war nach den ersten statischen Untersuchungen rasch klar, dass weder die Mediathek noch das Stadtarchiv mit ihren schweren Regalen in der ehemaligen Tulla-Realschule werden einziehen können. Aus diesem Grund hat Michael Heitzmann, technischer Leiter des Gebäudemanagements, nach alternativen Lösungen für die zusätzlich notwendigen Trennwände gesucht; schließlich war die Größe der ehemaligen Klassenräume für die neuen Nutzer wie Musik- oder Volkshochschule und Kulturbüro nicht geeignet.

Die schrägen Wände liegen nicht auf dem Boden auf, sondern werden selbsttragend auf die Außenmauern und tragenden Innenwände aufgelegt.zoom

Deutlich sichtbar ist nach dem Ende der Rohbauarbeiten die großzügige Eingangshalle, die sich in Richtung Läger öffnet: Zwei runde Säulen aus Sichtbeton werden die als Pfosten-Riegel-Fassade gestaltete 13 Meter breite Glasfront strukturieren, die mit ihren neun Metern Höhe bis in den Veranstaltungsraum hinauf reicht, der bis zu 120 Personen fassen kann und über eine Bühne mit Nebenräumen verfügt. Über eine neue eingebaute Treppe gelangen die Besucher ein halbes Stockwerk höher in die zweite Ebene des Kultur-Cafés – auch der Aufzug macht dort Halt; das Kultur- und Bildungszentrum wird komplett barrierefrei sein.

Bis in den Veranstaltungsraum hinaus reicht die neun Meter hohe Glasfassade im Eingangsbereich zum Läger hin.zoom
Der Haupteingang des künftigen Kultur- und Bildungszentrums wird auf der Seite zum Läger hin liegen und bietet direkten Zugang zum Aufzug, mit dessen Hilfe alle Stockwerke barrierefrei zugänglich sind.zoom

Nachdem der Außenbereich vom Gestrüpp befreit ist, zeigt sich bereits, dass das Kultur-Café über ansprechende Flächen für die Außenbewirtung verfügen kann – zum einen zur Kinzigstraße und zum anderen zum Blumenplatz hin.

Großzügig öffnet sich das Kultur-Café in Richtung Blumenplatz und zur Kinzigstraße hin.zoom

Der Aufzug fährt auch bis in den Keller des Gebäudes, wo im Ostflügel ein Teil der Räume für die Musikschule untergebracht sein wird, und bis ins Dachgeschoss, wo die Volkshochschule im Westflügel über Unterrichtsräume mit sichtbarem Dachgebälk verfügen wird. Die Flächen im Ostteil des Dachgeschosses sind bislang nur teilweise mit Räumen der Volkshochschule belegt – auf den restlichen Flächen sind eventuell Künstlerateliers angedacht.

Die Volkshochschule erhält einen Teil ihrer Räume im Dachgeschoss des historischen Gebäudes.zoom

Der bestehende Turm des historischen Gebäudes stellte bei der Sanierung eine statische Herausforderung dar: Weil er allein auf der Decke des zweiten Obergeschosses auflag und die Lasten über Unterzüge auf die Außenwand in Richtung Läger abgeleitet wurden, musste er im Zuge der Rohbauarbeiten „bis in den Keller mit sogenannten Lasttürmen abgefangen werden“, wie Christian Castner erläutert.
Insgesamt wird im Gebäude erhalten, was erhalten werden kann: Der damalige Schulgrundriss wird ablesbar bleiben und der Umbau erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt. So sollen die einstigen Jugendstil-Waschbecken in den Fluren wieder ihren Platz finden (allerdings ohne Wasseranschluss), das gesamte vorhandene Treppenhaus bleibt in seiner Struktur bestehen, die Fliesenbeläge auf den Treppenpodesten bleiben erhalten, die Treppe aus Betonwerkstoff wurde während der Rohbauarbeiten durch eine Holzverschalung extra geschützt und die begleitenden Säulen des Treppenhauses werden an den Ausbruchstellen nachgebildet. Vor allem die kassettenartigen Decken in den Fluren vor dem Treppenhaus werden erhalten. Teilweise müssen sie allerdings ausgebessert werden. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Umbau- und Sanierungsarbeiten im vierten Quartal 2017 abgeschlossen sein.

05.09.2016

 

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