Blitzerbilanz zeigt: Autofahrer haben sich noch nicht an Tempo 30 in Ortsdurchfahrten gewöhnt

Dass in den Ortsdurchfahrten Bodersweier im Frühjahr, in Marlen und Goldscheuer wegen des Straßenumbaus im Herbst vergangenen Jahres die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert worden ist, ist offensichtlich noch nicht bei allen Autofahrern angekommen: Wo vor Inkrafttreten des Lärmaktionsplanes, auf den Tempo 30 in den genannten Ortsdurchfahrten zurückzuführen ist, noch 400 Schnellfahrer pro Woche von den stationären Radaranlagen erfasst wurden, sind es jetzt 1200.

Bis zum nächsten Sommer werde die Zahl der verhängten Bußgeldbescheide sicher wieder nach unten gehen, schätzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Verkehrswesen der Stadt Kehl. Denn auch im ersten Jahr nach der Installation der aus fünf Säulen bestehenden Anlage im Dezember 2011, haben die Kameras 6777 Mal ausgelöst – ein Jahr später wurden im gleichen Zeitraum noch 3100 Fahrzeuglenker fotografiert, weil sie zu schnell unterwegs waren. Die Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig durch Bodersweier, Marlen und Goldscheuer fuhren, hatten sich offenbar an die Radarsäulen gewöhnt und ihr Fahrverhalten angepasst.

Zu schnell unterwegs: Einige haben sich noch nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen in Bodersweier, Goldscheuer und Marlen gewöhnt.

Während noch 2013 60 Prozent der Schnellfahrer in den Ortsdurchfahrten Goldscheuer und Marlen nicht belangt werden konnten, weil sie in einem Auto mit französischem Kennzeichen unterwegs waren, hat sich dies mittlerweile geändert: Inzwischen erhalten auch französische Autofahrer ihre Strafzettel zugeschickt und zwar unabhängig von deren Höhe. „Die Zahlungsmoral ist gut“, heißt es von Seiten des Verkehrswesens der Stadt Kehl. Die französischen Staatsbürger neigten allerdings eher zu Barzahlungen vor Ort im Rathaus, anstatt das Geld zu überweisen, was wiederum die deutschen Verkehrssünder bevorzugten. Bei zwei bis drei Prozent der Verkehrsverstöße verhindere allerdings die in Frankreich nicht existierende Meldepflicht die Zustellung des Bußgeldbescheids und damit die Zahlung der Strafe.
2016 hat die Stadt durch die stationäre Radaranlagen bis Ende Juni 370 500 Euro an Bußgeldern von 12 702 Geschwindigkeitssündern eingenommen. 2015 wurden 8192 Autofahrer geblitzt und mussten insgesamt 211 150 Euro bezahlen. Als Vergleichsjahr eignet sich 2015 allerdings nur bedingt – während des Umbaus der Ortsdurchfahrten in Marlen und Goldscheuer waren die Blitzersäulen abgebaut; sie wurden erst im Oktober wieder in Betrieb genommen. Dass die Zahl der geblitzten Schnellfahrer und damit die städtischen Einnahmen dennoch höher ausgefallen sind als in den Vorjahren, ist auf die Einführung von Tempo 30 in Bodersweier im März 2015 zurückzuführen.

2016 hat die Stadt durch die stationäre Radaranlagen bis Ende Juni 370 500 Euro an Bußgeldern von 12 702 Geschwindigkeitssündern eingenommen.

Der höchste Bußgeldbescheid, der nach der Auswertung der stationären Anlagen bisher verhängt worden ist, belief sich auf 160 Euro – der Autofahrer war mehr als 33 Stundenkilometer zu schnell gewesen. Zum Vergleich: In Frankreich werden Geschwindigkeitsüberschreitungen im einstelligen Bereich bereits mit 90 Euro Bußgeld geahndet – die Bußgeldbescheide werden inzwischen auch deutschen Autofahrern zugestellt, in deutscher Sprache.
195 000 Euro hatte die Stadt für die Anschaffung der Anlagen ausgegeben – zusammen mit Eichung, Wartung und Unterhaltung belaufen sich die Kosten für die fünf Säulen inzwischen auf 220 000 Euro.

09.09.2016

 

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