Für den Klimaschutz: Bereich Umwelt ruft Aktion zum Verzicht auf Plastiktüten ins Leben

Eigentlich ist es ganz leicht: Einfach eine Tragetasche mit zum Einkauf nehmen, statt jedes Mal nach einer Plastiktüte zu fragen. Das erspart unnötigen Müll und tut dem Klima gut. Zahlen belegen jedoch: Die Deutschen greifen noch lieber zum Plastikbeutel. 11 700 Stück werden davon in Deutschland pro Minute verbraucht; pro Einwohner kommen so im Jahr 2,3 Kilogramm Verpackungsmüll zusammen. Auch auf dem Kehler Wochenmarkt stehen Einweg-Plastiktüten zum Verstauen von Obst und Gemüse hoch im Kurs. Mit einer Aktion will der städtische Bereich Umwelt die Marktbesucher und Marktverkäufer dazu bewegen, weniger Plastik zu verbrauchen.

Das Konzept ist einfach: Die Kunden des Kehler Wochenmarktes bringen ihre eigenen Tragetaschen oder Körbe mit, um ihre Einkäufe zu verstauen und verzichten auf eine Plastiktüte. Dafür bekommen sie am jeweiligen Stand eine Unterschrift auf einer Sammelkarte. Wer acht Unterschriften gesammelt hat, kann damit zur Tourist-Information gehen und sich eine Tragetasche aus Jute mit dem Kehler Klimaschutzlogo abholen. Die ersten 100 Taschen haben auf diese Weise bereits einen neuen Besitzer gefunden – Ann-Margret Amui-Vedel vom Bereich Umwelt freut sich, dass die Aktion so gut ankommt: „Mit einer solchen Nachfrage haben wir nicht gerechnet“, sagt sie.
Die Anti-Plastiktüten-Aktion auf dem Wochenmarkt war ihre Idee. Allen Marktbeschickern, die mitmachen wollten, hat sie Flyer zur Verfügung gestellt, auf denen diese dann unterschreiben können, wenn eine Kundin oder ein Kunde auf die Plastiktüten verzichtet. Die Flyer sind inzwischen vergriffen, genauso wie die Taschen in der Tourist-Information – beides wird aber diese Woche wieder geliefert. Dann können die Marktbesucher wieder Unterschriften bei den Verkäufern sammeln und eine der großen Jute-Taschen mit nach Hause nehmen.

Carolin Bohrer und Isabella Schmider von der Kehler Tourist-Information mit den Jute-Taschen, die es für den Verzicht auf Plastiktüten gibt.zoom

„Bei mir haben schon viele Kunden nachgefragt, wie es mit der Aktion weitergeht“, erzählt Ulrike Schäfer vom Hofladen Schäfer aus Marlen. Immer dienstags und freitags ist sie mit ihrem Wagen auf dem Marktplatz und hat im Rahmen der Anti-Plastiktüten-Aktion jeden Morgen mehr als 20 Unterschriften verteilt. Einige ihrer Kunden seien auch schon mit einer der Tragetaschen zurückgekommen, die es als Belohnung für den Plastiktüten-Verzicht in der Tourist-Information gab.
Auch Wolfgang Scheibel von der „Ölmühle“ in Willstätt hat sich an der Aktion beteiligt. Er verkauft an seinem Stand auf dem Marktplatz Öl in Glasflaschen und Nüsse in Papiertüten – „bei mir kommt eigentlich nichts in die Plastiktüte“, erzählt er. Einige Unterschriften habe er aber trotzdem schon verteilt – „es waren ungefähr zehn am Morgen“, schätzt er.
Helga Huth vom Gartenbaubetrieb Huth aus Neumühl verkauft auf dem Marktplatz zusammen mit ihrem Sohn Günter jeden Dienstag und Freitag Obst, Gemüse und Kartoffeln. Sie findet die Aktion vom Bereich Umwelt gut und hat auch schon ein paar Mal ihre Unterschrift auf die Aktionsflyer gesetzt – die Kaufgewohnheiten der Menschen zu verändern, findet die Marktbeschickerin aber schwierig: „Wir haben früher immer einen Korb oder Stofftaschen mitgenommen zum Einkauf - heute macht das noch kaum jemand.“ Die Huths verteilen an die Kunden auf Wunsch auch wiederverwertbare Tragetaschen, die ihnen gespendet wurden. Die wenigsten Kunden, die eine Tasche erhalten haben, bringen sie jedoch zum nächsten Marktbesuch wieder mit, berichtet die Marktverkäuferin: „Ich habe höchstens zwei gesehen, die wiedergekommen sind mit einer der Stofftaschen. Die meisten vergessen sie zu Hause.“ Sie hofft, dass die Marktbesucher durch die Aktion des Bereichs Umwelt aufmerksamer werden und bewusster einkaufen.

Verteilen an ihrem Stand auch Papiertüten: Helga und Günter Huth. Die Kunden bevorzugten aber Plastiktüten, besonders für feuchte Ware, berichten die Marktbeschicker.zoom

Info:
Jeder Deutsche verbraucht nach Angaben des Vereins „Deutsche Umwelthilfe“ pro Jahr ungefähr 70 Papiertüten, deutschlandweit sind es jährlich rund sechs Milliarden Stück. Ein Teil davon landet in der Umwelt und gelangt früher oder später über Flüsse ins Meer, wo er eine große Gefahr für die dort lebenden Tiere darstellt. Sie verwechseln Plastiktüten und Mikroplastik häufig mit Nahrung. Die Plastikfragmente schaden ihnen und können sie sogar töten. Allein in der Nordsee werden beispielsweise 600 000 Tonnen Abfall vermutet, der Großteil davon ist Kunststoff. Die Abbauzeit von Plastik beträgt mehrere hundert Jahre; Plastiktüten zersetzen sich häufig in immer kleinere Teile, sogenanntes Mikroplastik. Da Mikroplastik Schadstoffe in hoher Konzentration adsorbiert, kommen Schadstoffe dadurch in die Nahrungskette. Und auch zur Luftverschmutzung tragen die Plastiktüten bei: Der Verbrauch von jährlich rund einer Billion Plastiktüten weltweit verursacht CO2-Emmissionen von mehr als 30 Tonnen.

12.09.2016

 

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