„Wir freuen uns auf ein neues, attraktives Stück Innenstadt!“

Familien- und Singlewohnungen, betreutes Wohnen in Seniorengemeinschaften und eine Tagespflege, barrierefreie Zugänge und viel Grünfläche – so stellt sich die Firma Orbau die Zukunft des seit vielen Jahren brachliegenden Oase-Areals an der Ecke Bierkeller-/Kanzmattstraße vor. Einstimmig hatte der Gemeinderat Ende Juli beschlossen, den Entwurf der Firma Orbau umzusetzen. Bei einem von der Stadt organisierten Bürgerinformationsabend am 7. November stellte das unter anderem im Baugebiet Schneeflären aktive Bauunternehmen aus Zell am Harmersbach seinen Entwurf gemeinsam mit Oberbürgermeister Toni Vetrano, Baubürgermeister Harald Krapp, Landschaftsplaner Pit Müller aus Freiburg und dem einstigen Offenburger Bürgermeister und inzwischen als Berater tätigen Christoph Jopen den rund 130 Bürgerinnen und Bürgern im Zedernsaal vor. In der Diskussion übten einige Teilnehmer vor allem an der Höhe der Bebauung Kritik, die sie zudem als „blockartig“ bezeichneten.

Insgesamt sechs Gebäude sollen auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Areal entstehen, erläuterte Orbau-Inhaber Burkhard Isenmann. Gemäß der Vorgaben der Stadt seien die Baukörper so konzipiert, dass sie verschiedene Funktionen erfüllen könnten.
So sind in dem Entwurf insgesamt 66 Wohnungen für Familien und Alleinstehende mit Wohnflächen von 45 bis 130 Quadratmetern vorgesehen sowie eine Tagespflege für Senioren an der Ecke Kanzmattstraße/Bierkellerstraße. Die unter Denkmalschutz stehende „alte Zollburg“ in der Mitte des Geländes, die viele Jahre als Nachtclub „Oase“ genutzt worden war und dem Areal seinen Namen gegeben hat, soll erhalten bleiben. Im historischen Gewölbekeller der Zollburg soll ein Gemeinschaftsraum entstehen, darüber sind zwei Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Senioren mit jeweils zwölf Plätzen geplant. Im südlichen Bereich des Geländes, neben der Tagespflegeeinrichtung, sollen darüber hinaus gesundheitsorientierte, gewerbliche Einrichtungen wie eine Apotheke und eine Arztpraxis angesiedelt werden. Dadurch werde das Areal kein abgeschlossener Bereich nur für die Bewohner und Nutzer, sondern sei für alle Kehlerinnen und Kehler zugänglich und damit ein gelungenes Beispiel für die Kehler Stadtentwicklung, betonte Oberbürgermeister Toni Vetrano.

Das Bauunternehmen Orbau stellte vor rund 130 Bürgerinnen und Bürgern seinen Entwurf für die Bebauung des Oase-Areals vor.zoom

Durch die zentrale Lage und die Nähe zu wichtigen Infrastruktureinrichtungen wie Krankenhaus und Schule habe das Areal unglaubliches Potenzial, für die Bürgerinnen und Bürger Kehls „zu einem neuen Stück Innenstadt“ zu werden.
Nach den Erläuterungen von Burkhard Isenmann und Christoph Jopen schilderte Landschaftsarchitekt Pit Müller die vorgesehene Freiraumplanung auf dem Gelände. So solle jeder Zugang zum Areal barrierefrei gestaltet werden; durch viele Lücken zwischen den Gebäuden könne genügend Licht in die Räume gelangen. Dass in den Entwurf aus seiner Sicht „ein Maximum an Grün eingebracht“ wurde, stellte Pit Müller dar: 24 Bäume sollen dort gepflanzt werden, außerdem wird jedes Gebäudedach begrünt. Spielflächen für Kinder, über 100 Fahrradabstellplätze, Gemeinschaftsbeete und geschützte Bereiche durch verschiedene Pflanzungen sind zur Auflockerung des Areals im Konzept vorgesehen. Zwei Innenhöfe sollen darüber hinaus das Leben der Senioren in der Tagespflege sowie der Familien im nördlichen Bereich verschönern.

Christoph Jopen erläuterte den Anwesenden den Entwurf der Firma Orbau.

„Morgen ist noch kein Spatenstich. Wir befinden uns momentan im Dialog, die Beschlüsse müssen erst noch gefasst werden“, versuchte Oberbürgermeister Toni Vetrano die Befürchtungen einiger Anwohner zu beschwichtigen. In der Diskussion übten einige Teilnehmer vor allem an der Höhe der Bebauung Kritik, die sie zudem als „blockartig“ bezeichneten. Sie äußerten in der Diskussion die Befürchtung, dass die Verkehrsbelastung auf der Bierkellerstraße durch die Bewohner des Oase-Areals noch zunehmen werde, dass die teils viergeschossigen Gebäude ihren Einfamilienhäusern das Licht nehmen könnten und die Wohnstraßen, auch auf der Insel, zugeparkt werden könnten, wenn die Oase als Parkplatz für die Krankenhausmitarbeiter wegfalle. Die Forderung einiger Diskussionsteilnehmer, doch alle sechs Gebäude um ein Geschoss zurückzunehmen, wies Burkhard Isenmann zurück: Die geplanten Gebäude stellten zwar einen Kontrast zu den angrenzenden Einfamilienhäusern dar, dennoch dürfe man nicht vergessen, dass sich das Oase-Areal eben mitten in der Stadt befinde. Innenentwicklung und Verdichtung reduziere den Flächenverbrauch und schütze das Klima: „Wir können heute nicht mehr bauen wie vor 30 Jahren.“ Anregungen der Teilnehmer des Bürgerabends, wie das Einrichten von Nistplätzen für Vögel und Fledermäuse auf dem gesamten Areal, nahm Burkhard Isenmann dagegen gerne auf.

Im Anschluss an die Präsentation hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Anregungen und Kritik zu äußern.zoom

„Ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt und es werden noch viele weitere folgen, bis das Bauvorhaben im Oase-Areal umgesetzt werden kann“, sagte Toni Vetrano am Ende der dreistündigen Veranstaltung. Bis dahin würden die Bürgerinnen und Bürger noch mehrmals die Gelegenheit bekommen, um sich an der Weiterentwicklung des Projekts zu beteiligen. „Wir hoffen, dass wir hierdurch ein neues, attraktives Stück Innenstadt bekommen, das Areal hätte es auf jeden Fall verdient“, zog Baubürgermeister Harald Krapp das Fazit.

08.11.2016

 

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