Letzte Gelegenheiten für Besuch der Ausstellung „Zwischenzeit: Kehl von 1944 – 1953“

Die Ausstellung „Zwischenzeit: Kehl von 1944 – 1953“ neigt sich ihrem Ende entgegen. Bis einschließlich Sonntag, 27. November, können Interessierte die Ausstellung über die Zeit von der Evakuierung bis zur Rückkehr der Kehler in ihre Stadt im Hanauer Museum noch besuchen. Am Freitag, 25. November, um 13 Uhr und am Sonntag, 27. November, um 13 Uhr und 15 Uhr finden dort ein letztes Mal öffentliche Führungen statt. Dabei erklärt Archiv- und Museumsleiterin Ute Scherb den Teilnehmern, welche persönlichen Geschichten von der Evakuierung, der Flucht und der Rückkehr nach Kehl hinter den ausgestellten Gegenständen stecken. Sowohl Oberbürgermeister Toni Vetrano als auch Studierende und Doktoranden aus Freiburg haben in dieser Woche noch die Möglichkeit genutzt, sich die Ausstellung erläutern zu lassen.

Am 23. November 1944 wurde Straßburg befreit und Kehl evakuiert. Fluchtartig mussten die Kehlerinnen und Kehler an diesem Tag ihre Heimatstadt verlassen – und die meisten ihrer Habseligkeiten zurücklassen. Nur die wichtigsten persönlichen Gegenstände konnten sie mitnehmen. Einige davon sind bis heute erhalten geblieben und seit Anfang Mai im Hanauer Museum zu sehen.

Archiv- und Museumsleiterin Ute Scherb erzählt OB Toni Vetrano Geschichten aus der Zeit der Evakuierung Kehls.zoom

Den Jahrestag der Evakuierung nutzte OB Toni Vetrano am vergangenen Mittwoch dazu, sich die Ausstellung noch einmal gemeinsam mit Ute Scherb anzusehen. „Wir haben hier ausschließlich Objekte, die eine konkrete Geschichte erzählen können“, erklärte die Museumsleiterin stolz. Wie zum Beispiel die mehr als 70 Jahre alte Kamera des Hobbyfotografen Herbert Schütz, die seine Frau bei der Evakuierung für ihn mitnahm. Dieser war nämlich zu der Zeit als Soldat an der Front und bekam von dem Leid in Kehl zunächst nichts mit. Beim Einmarsch der Franzosen vergrub Elsa Schütz die geliebte Kamera ihres Mannes und rettete sie dadurch vor einer Beschlagnahmung. Nach dem Krieg holte sie den Fotoapparat wieder aus ihrem Versteck und konnte ihn unbeschädigt ihrem Mann überreichen.

Studierende und Doktoranden aus Freiburg erhielten einen Eindruck über die Flucht und Rückkehr der Kehlerinnen und Kehler.zoom

Neben dem OB haben sich auch 18 Studierende und Doktoranden von der historischen Fakultät der Universität Freiburg diese Woche einen Eindruck von der Flucht und Heimkehr der Kehlerinnen und Kehler verschafft. Gemeinsam mit Sylvia Paletschek, Professorin für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, besuchten sie am Dienstag (22. November) das Hanauer Museum. „Das Thema der Ausstellung ist ein Stück Zeitgeschichte, das nicht in Vergessenheit geraten darf“, erklärte Sylvia Paletschek den Grund für den Ausflug nach Kehl. Geschichte finde schließlich überall statt, nicht nur in Metropolen wie Berlin oder München. Darum sei es wichtig, sich auch das anzuschauen, was in kleineren Städten passiert sei. „Jeder sollte sich mit seiner Regionalgeschichte auseinandersetzen“, sagte die Professorin. „Außerdem kenne ich Ute Scherb schon eine Weile und weiß, dass sie immer interessante und gute Ausstellungen macht“, lachte sie.
Das konnte Doktorandin Isabelle Luhmann nur bestätigen. Sie sei selber schon in einer Ausstellung über den Ersten Weltkrieg in Kehl gewesen. Diese habe ihr sehr gut gefallen, deswegen sei sie gerne erneut ins Hanauer Museum gekommen. „Meine Dissertation beschäftigt sich mit dem Thema Erinnerungskultur, also damit, wie sich eine Stadt über ihre erlebte Geschichte definiert und identifiziert“, sagte sie. „Auch deshalb ist die Ausstellung für mich sehr interessant.“

Die Ausstellung „Zwischenzeit: Kehl von 1944 – 1953“ ist noch diesen Freitag, 25. November, und Sonntag, 27. November, jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Führungen in deutscher Sprache finden noch am Freitag, 25. November um 13 Uhr, und am Sonntag, 27. November um 13 Uhr und um 15 Uhr, statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

24.11.2016

 

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