Bierkellerstraße könnte zur Radfahrer-Schnellstrecke werden

In der Bierkellerstraße könnten künftig Radfahrer und Busse die Hauptrolle spielen, während in der Goldscheuerstraße Parkstreifen mit Bäumen der Vorrang vor den Radfahrern eingeräumt werden könnte. So hat Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke die Äußerungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Bürgerabends am Dienstag (21. Februar) im Zedernsaal der Stadthalle zusammengefasst. Oberbürgermeister Toni Vetrano betonte, dass man freilich nicht abstimmen lassen könne, aber doch ein Stimmungsbild vor der Entscheidung im Gemeinderat einholen wolle.

War in der ursprünglichen Planung vorgesehen gewesen, die Bierkellerstraße für alle Verkehrsteilnehmer einschließlich der Busse zur Einbahnstraße in Richtung Großherzog-Friedrich-Straße zu machen, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Bürgerwerkstatt zur Verkehrslenkung in der Innenstadt den Vorschlag entwickelt, dass die Busse in der Bierkellerstraße auch gegen die Einbahn-Richtung fahren sollen.

In der Bierkellerstraße könnten künftig Radfahrer und Busse die Hauptrolle spielen, während in der Goldscheuerstraße Parkstreifen mit Bäumen der Vorrang vor den Radfahrern eingeräumt werden könnte.zoom

Beim Bürgerabend versuchte Frank Gericke herauszufinden, welche Option die Anwesenden bevorzugten.
Unstrittig war, dass der Verkehr im neuen Konzept, das dann umgesetzt wird, wenn die Tram bis zum Rathaus gebaut und das Bus-Rendezvous auf der Längsseite des Rathauses eingerichtet ist, ausgewogener auf die Straßen im Rathaus-Umfeld verteilt werden soll. Sobald die Bierkellerstraße für den Autoverkehr zur Einbahnstraße wird und die zulässige Geschwindigkeit auf Stundenkilometer begrenzt wird, reduziert sich dort das Verkehrsaufkommen erheblich, weil der Durchgangsverkehr teilweise wegfällt; gleichzeitig wird Straßenraum frei, der für den Radverkehr genutzt werden kann.
Während auf einer Seite der Bierkellerstraße ein Radfahrstreifen eingerichtet werden soll, der mit einer durchgezogenen weißen Linie begrenzt wird und damit nicht überfahren werden darf, könnten die Radfahrer in der Gegenrichtung auf einem Schutzstreifen unterwegs sein, der allerdings von breiteren Fahrzeugen teilweise mitgenutzt werden könnte. Vor allem die Fahrradfahrer unter den Teilnehmern am Bürgerabend begrüßten diese Lösung: Dadurch entstünde quasi eine Radschnell-strecke in die Innenstadt, die auch von den künftigen Bewohnern des Baugebietes Schneeflären genutzt werden könne, freuten sie sich. Bei dieser Lösung hätten die Radfahrer sogar Vorrang vor den Bussen, will heißen, dass der Bus, der in Richtung Krankenhaus den Radfahrstreifen mitbenutzen dürfte, hinter dem Radfahrer herfahren muss. Eine Bürgerin wies darauf hin, dass der von einigen Teilnehmern kritisch gesehene Begegnungsfall zwischen zwei Bussen in der Bierkellerstraße nur höchst selten werde, weil die Busströme zum und vom Rendezvous zeitlich versetzt liefen. Zudem habe diese Variante den Charme, dass der breite Bus- und Radstreifen den Schulweg zumindest auf der westlichen Seite vom fahrenden Verkehr abschirme.
Dr. Frank Gericke sieht in dieser Variante außerdem die Vorteile, dass weniger Wendefahrten für die Busse erforderlich sind, um den Rendezvous-Halt auf der Längsseite des Rathauses in der Großherzog-Friedrich-Straße anfahren zu können und dass für die Bushaltestelle Klinikum eine für Fahrgäste optimale, barrierefrei ausgebaute Lösung angeboten werden könnte. Wenig Verbesserungspotential sieht er für die Fußgänger, weil der Straßenraum zu schmal ist, um die Gehsteige um mehr als 15 oder 20 Zentimeter zu verbreitern.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Bürgerwerkstatt zur Verkehrslenkung in der Innenstadt hatten den Vorschlag entwickelt, dass die Busse in der Bierkellerstraße auch gegen die Einbahn-Richtung fahren sollen. zoom

Für die Goldscheuerstraße brächte diese Lösung in der Bierkellerstraße den Umstand mit sich, dass dort keine Busse durchfahren würden. Die Parkbuchten könnten auf beiden Straßenseiten erhalten werden; Baumpflanzungen wären möglich. Wenn Autofahrer dort maximal mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern unterwegs sein dürften, könnten die Radfahrer im Verkehr mitfahren; außerdem dürften sie die Straße entgegen der Einbahnstraßenrichtung mit benutzen und bräuchten keine abgegrenzten Bereiche, erläuterte der Verkehrsplaner. Die Radfahrer im Publikum zeigten sich mit der parkraumoptimierten Variante trotzdem einverstanden, weil die Goldscheuerstraße keine so hohe Bedeutung für den Radverkehr habe, besonders dann nicht, wenn in der Bierkellerstraße ein „Fahrrad-Highway“ angeboten werde, wie ein Teilnehmer formulierte.
Einige Anwohner aus der Goldscheuerstraße regten an, Anwohnerparkausweise für die Stellflächen auszugeben, um die Fremdparker aus dem Gebiet draußen zu halten – ein Thema, über das OB Vetrano lieber getrennt verhandeln wollte: Wenn in der Goldscheuerstraße Anwohnerparken eingeführt werde, müsse man darüber auch in anderen Quartieren der Stadt sprechen.
Wenn der Gemeinderat die Grundsatzentscheidung über die Verkehrsführung im Rathaus-Umfeld getroffen hat, werden Verkehrsplaner und Stadtverwaltung erneut das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen: „Dann schauen wir uns jede Grundstücksausfahrt und jeden Baumstandort konkret an“, versicherte Frank Gericke.

22.02.2017

 

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