Friedhofskapelle und gärtnergepflegtes Grabfeld auf Kehler Friedhof eingeweiht

Nach fast einem Jahr war es am Dienstag (23.Mai) soweit: Die grundsanierte Friedhofskapelle auf dem Kehler Friedhof konnte eingeweiht werden. „Die Mühen haben sich gelohnt“, befand Oberbürgermeister Toni Vetrano bei der Feierstunde, bei der zugleich das gärtnergepflegte Grabfeld seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Auch Baubürgermeister Harald Krapp, der Geschäftsführer der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner (GBF), Thorsten Baege sowie die Vertreter der Kirchen zeigten sich mit dem Ergebnis der monatelangen Arbeit mehr als zufrieden. „Ich freue mich, dass wir den Kehlerinnen und Kehlern endlich wieder einen würdevollen Rahmen für den letzten Abschied von einer geliebten Person bieten können“, erklärte OB Toni Vetrano bei der Eröffnungsfeier. Weil andere Projekte – wie die Sanierung der Dächer der Mehrzweckhalle in Auenheim und der Turnhalle des Einstein-Gymnasium – im Arbeitsprogramm des Gebäudemanagements ungeplant eingeschoben werden mussten, hatten sich die Arbeiten an der Friedhofskapelle deutlich länger hingezogen als geplant.

Pastoralreferentin Sybille Harter, OB Toni Vetrano, Baubürgermeister Harald Krapp und Pfarrerin Claudia Baumann bei der Einweihungsfeier für die sanierte Friedhofskapelle.zoom

Jetzt erstrahlt das in den 1920er-Jahren errichtete Bauwerk in neuem Glanz: Wände, Böden, Fenster und das Dach wurden erneuert und die gesamte Kapelle auch energetisch saniert. Bevor die Arbeiten am und im Gebäude jedoch überhaupt beginnen konnten, musste es stabilisiert werden: Dafür wurden rund 70 Bohrungen um die Kapelle herum niedergebracht, über die dann stabilisierendes Material unter das Fundament der Kapelle gepresst wurde.
Parallel zur Sanierung der Friedhofskapelle wurden in den vergangenen Monaten auf den Friedhöfen in der Kernstadt und in Goldscheuer sogenannte gärtnergepflegte Grabfelder angelegt. Die bunt bepflanzten Flächen sind keine traditionellen, viereckigen und getrennte Grabstätten, sondern kleine Parkanlagen, die im Gesamtbild eine Einheit darstellen und sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Damit nicht jedes Grabfeld gleich aussieht, wurden die Flächen mit unterschiedlichen Stauden und Sträuchern bepflanzt, die zu jeder Jahreszeit ein buntes Bild abgeben. Verstorbene können innerhalb dieser Fläche ein individuelles Grabmal erhalten, so dass sich die einzelnen Gedenkstätten voneinander abheben.

Noch müssen die kleinen Pflanzen etwas wachsen, bevor das gärtnergepflegte Grabfeld auf dem Kehler Friedhof in bunten Farben blühen kann. zoom

Der große Vorteil der gärtnergepflegten Grabfelder besteht darin, dass sie nicht mehr von den Angehörigen bepflanzt und gepflegt werden müssen. Stattdessen wird die Arbeit von den durch die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner beauftragten Gartenbaubetrieben Hopp aus Bodersweier und Beinert aus Kork übernommen. Damit möchte die Stadt gerade jenen Angehörigen ein Angebot machen, die weit entfernt wohnen oder keine Zeit für die Grabpflege haben. In Kehl reicht die Größe des Grabfeldes für 76 Grabstätten aus, in Goldscheuer für etwa die Hälfte. Auf beiden Friedhöfen ist ausreichend Fläche vorhanden, um die Grabfelder bei Bedarf erweitern zu können.
Neue Grabfelder sind zudem in Kork und Bodersweier entstanden, auch in Leutesheim und Zierolshofen sind alternative Bestattungsmöglichkeiten in Planung. Dazu zählen nicht nur gärtnergepflegte Grabfelder, sondern auch Urnenbeisetzungen in der Natur, unter Bäumen und Sträuchern auf Friedhöfen. In Bodersweier und Kork wurden insgesamt 45 Rasenurnengräber für jeweils bis zu zwei Urnen angelegt, die kreisförmig um einen kleinen Baum oder Blütenstrauch angeordnet sind. Die Gräber erhalten anschließend eine Steinplatte mit Namensschildern; die Zwischenräume werden mit Rasen eingesät, so dass keine Pflege durch die Angehörigen erforderlich ist. Außerdem besteht seit dem vergangenen Sommer bereits die Möglichkeit, sich auf dem alten Friedhof in Auenheim in einer Erdurnenröhre unter einem Baum bestatten zu lassen. Wer möchte, kann sich hier seinen Grabplatz bereits zu Lebzeiten auswählen.


Info:

Bei den gärtnergepflegten Gräbern kaufen Interessenten das gewünschte Grab bei der Stadt und schließen anschließend mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner einen Pflegevertrag für die gesamte Liegedauer ab. Mehr als 400 gärtnergepflegte Grabfelder gibt es mittlerweile im Bereich der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner. Auch bundesweit werden immer mehr Gemeinschaftsgrabfelder nach badischem Vorbild errichtet. Wer Interesse an alternativen Bestattungsmöglichkeiten hat, kann sich telefonisch unter 07851 88-1219 oder per E-Mail an s.marx@stadt-kehl.de an die städtische Friedhofsverwaltung wenden; die Ortsverwaltung Goldscheuer ist telefonisch unter 07854 9698-15 erreichbar. Wegen der gärtnergepflegten Grabfelder kann man auch direkt telefonisch unter 0721 944 87 0 oder per E-Mail an service@dauergrabpflege-baden.de bei der GBF in Karlsruhe anfragen.

23.05.2017

 

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