Stadt hat von Alt-OB Detlev Prößdorf Abschied genommen

23 Jahre lang – länger als jeder andere in der Geschichte der Stadt – war Detlev Prößdorf Oberbürgermeister von Kehl. Am Montag (12. Juni) ist er im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Stadt Kehl trauert um einen Menschen, der in schwierigen Zeiten für entscheidende Veränderungen in der Stadt gesorgt hat: Unter seiner Ägide wurde die Fußgängerzone errichtet und die Bewerbung von Kehl und Straßburg für die Landesgartenschau eingereicht. Auch die Gründung der Städtischen Wohnbau reicht in seine Amtszeit zurück.Bei der Trauerfeier am Samstag (24. Juni) haben Oberbürgermeister Toni Vetrano für die Stadt Kehl, Joachim Parthon, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanauerland für die Sparkasse, Theo Faller für das Deutsche Rote Kreuz und Horst Weitzmann für die Badischen Stahlwerke in der Friedhofskapelle das Lebenswerk von Detlev Prößdorf gewürdigt.

„Die jeweils notwendigen Dinge in der angemessenen Zeit halbwegs richtig hingekriegt zu haben – zusammen mit anderen, die mir verdammt geholfen haben.“ Mit diesem Satz hat Detlev Prößdorf in einem seiner Abschiedsinterviews im April 1998 zusammengefasst, was er für seine größten Erfolge für die Stadt Kehl gehalten hat. „Ich hoffe, dass die Bürger eine positive Bilanz sehen.“
Als er 1975, damals 45-jährig, sein Amt antrat, waren die Eingemeindungsverträge mit den zehn Kehler Ortschaften gerade drei Monate in Kraft. Und die Einwohner der neuen Kehler Stadtteile beobachteten kritisch, ob der neue OB die Zusagen einhalten würde, die sein Vorgänger Trudpert Müller gemacht hatte. So schnell wie möglich musste ein Flächennutzungsplan aufgestellt werden, mussten die Probleme mit dem Abwasser gelöst werden – längst nicht alle Ortschaften waren damals an eine Kläranlage angeschlossen.
Aber nicht nur wegen der – teilweise von Seiten der Ortschaften ungewollten – Eingemeindungen trat Detlev Prößdorf ein schwieriges Amt an: „Wir haben überlebt“ – mit diesem Satz drückte Detlev Prößdorf die Befindlichkeit der Generation aus, die er in Kehl als neues Stadtoberhaupt antraf. Der hochgebildete einstige Ministerialrat und Protokollchef der hessischen Staatskanzlei hatte Philologie, Psychologie, Geschichte und Rechtswissenschaften studiert. Er kannte die Geschichte Kehls und hatte verstanden, was die Evakuierungen und der Umstand, dass der Wiederaufbau Kehls erst nach der Rückgabe der Stadt von Frankreich an Deutschland 1953 hatte beginnen können, für die Kehlerinnen und Kehler bedeuteten.
Dass sie sich in seinen Anfangsjahren gegen Veränderungen wehrten, nahm er ihnen nicht übel: „Sie müssen dranbleiben – mit professioneller Beharrlichkeit“, erklärte er seine Vorgehensweise am Ende seiner 23-jährigen Amtszeit. Dass er damit Erfolg hatte, davon zeugt heute noch die Fußgängerzone, „die viele nicht wollten“, oder der Bau des Centrums am Markt, gegen den sich ebenfalls Widerstand in der Stadt geregt hatte. Obwohl der Gemeinderat zweimal beschlossen hatte, die Friedhofskapelle abzureißen, steht sie heute noch – auch das ist ein Ergebnis von Detlev Prößdorfs Beharrlichkeit. Der Bau der Ringstraße – für damals 17 Millionen Mark – und die Umgestaltung des Rheinvorlands „von einem Baumacker zu einer Parklandschaft“, wie Detlev Prößdorf selber einst formulierte, sind weitere Großprojekte, die in seinen (fast) drei Amtszeiten verwirklicht wurden.

Der ehemalige Kehler Oberbürgermeister Detlev Prößdorf bei seiner Festrede zum 25-jährigen Bestehen der von ihm initiierten Städtischen Wohnbaugesellschaft im September 2008.zoom

„Die Schwachen stark zu machen, ist eine Aufgabe der kommunalen Demokratie“, sagte der ehemalige Kehler Oberbürgermeister Detlev Prößdorf in seiner Festansprache zum 25-jährigen Bestehen der Städtischen Wohnbau im September 2008, „dazu ist eine Wohnbau ein geeignetes Instrument“. Wohnungen ermöglichten die Entfaltung der Persönlichkeit, vor allem die der Kinder. Dazu gehöre auch das Wohnumfeld: „Wer in hässlicher Umgebung aufwächst, kann nicht zu einer positiven Einstellung zur Gesellschaft finden.“
Wie sie Aussiedler integrierten, wie sie Ausländern und Asylbewerbern begegneten, damit haben die Kehlerinnen und Kehler ihr Stadtoberhaupt beeindruckt: Für ihn war es ein Zeichen, dass sie nicht vergessen hatten, dass auch sie einst von anderen Menschen aufgenommen wurden. „In Kehl sind viele Lebensentwürfe möglich“, beschrieb Detlev Prößdorf einen Charakterzug der Stadt, den er sehr schätzte. Einen anderen, den er den Kehlern zuschrieb, hat er sich selber zu Eigen gemacht: „Aggressivität gehört sich nicht.“ Auch wenn er sich aufregte, auch wenn er innerlich kochte, so versuchte er stets, die Explosion zu verhindern. Mit der eisernen Disziplin, die er sich selber abverlangte, führte er Stadtverwaltung und Gemeinderat mit strenger Hand. Mit seiner in der Sache bestimmten Art suchte er in 23 Jahren ohne Hausmacht im Gemeinderat erfolgreich seine Mehrheiten. Dass Detlev Prößdorf am 30. April 1998 seinen Schreibtisch im Rathaus räumte, war einzig dem Gesetz geschuldet, das Oberbürgermeister zwang, spätestens mit dem Ende des Monats, in dem sie ihr 68. Lebensjahr vollendeten, aus dem Amt zu scheiden. Er hätte gerne auch seine dritte Amtszeit noch zu Ende gebracht.
Vielleicht waren es eben diese eiserne Disziplin und sein unbeugsamer Wille, die ihn bereits während seiner Amtszeit und später im Ruhestand lebensbedrohliche Krankheiten überwinden ließen. Wer dem Pensionär Detlev Prößdorf auf dem Kehler Wochenmarkt begegnete oder ihn noch bis zu Jahresbeginn als Kreisvorsitzenden des Deutschen Roten Kreuzes erlebte (diesen hatte er seit 1975 inne), sah stets einen aufrechten Mann hellwachen und glasklaren Geistes. Lieber ging er unter Schmerzen aufrecht, als sich auf einen Stock zu stützen. Deshalb hat es ihn besonders getroffen, in seinen letzten Lebensmonaten auf den Rollstuhl angewiesen zu sein.
Am Wochenende musste er sich der Krankheit gegenüber geschlagen geben.

23.06.2017

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

  • Wochenmarkt-Termine in der Weihnachtszeit

    Wer zum Weihnachtsfest noch seine Einkäufe erledigen will, kann dies auf dem Kehler Wochenmarkt tun. Die Stände haben aufgrund der Feiertage ausnahmsweise am Montag, 24. Dezember, geöffnet. mehr...

  • Vollsperrung in der Feldstraße

    Bedingt durch die Aufstellung eines Autokrans wird die Feldstraße vor dem Anwesen mit der Hausnummer 20 am Donnerstag, 20. Dezember, voll gesperrt. mehr...

  • Öffnungszeiten in den Weihnachtsferien

    Für einige städtischen Einrichtungen gelten zwischen den Feiertagen eingeschränkte Öffnungszeiten. mehr...

  • Klima-Festival

    Die Stadt Kehl und der französische Umweltverein Zéro Déchet Strasbourg organisieren im Rahmen der deutsch-französischen Energiewendewoche am Samstag, 19. Januar, erstmals ein Klima-Festival. mehr...

  • Deponie und Wertstoffhof geschlossen

    Die Deponie und der Wertstoffhof Kehl-Kork sind von Montag, 24. Dezember, bis Mittwoch, 26. Dezember, sowie am Montag, 31. Dezember, und Dienstag, 1. Januar, geschlossen. mehr...

  • Freies Parken auf dem Läger

    Wer seine Weihnachtseinkäufe mit dem Auto erledigen möchte, kann an den letzten beiden Adventssamstagen sein Fahrzeug auf dem Parkplatz Am Läger kostenfrei abstellen. mehr...

  • Abfallkalender für 2018 verteilt

    Die Abfallkalender für das kommende Jahr sind in den vergangenen Tagen an alle Kehler Haushalte verteilt worden. mehr...

  • Vollsperrung Rheinauer Straße

    Für die Anlieferung und Aufstellung eines Fertighauses wird die Rheinauer Straße vor dem Anwesen mit der Hausnummer 26 am Mittwoch, 19. Dezember, voll gesperrt. mehr...

  • Sammler-Badgéos verfügbar

    Wer möchte kann auch weiterhin die Sammler-Badgéos erwerben, die mit einer Hin- und Rückfahrt zum Sondertarif aufgeladen sind. mehr...

  • Stadt bezuschusst Schwimmbadbesuche

    Kehlerinnen und Kehler können während der Wintermonate das Freizeitbad Stegermatt in Offenburg zu vergünstigten Eintrittspreisen nutzen. mehr...

  • Ansprechpartner am Busrendezvous

    Am Busrendezvous am Rathaus stehen den Fahrgästen noch bis Freitag, 21. Dezember, zwei Hostessen als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. mehr...

  • Teilsperrung auf der Otto-Hahn-Straße

    Aufgrund von Arbeiten an der Starkstromleitung wird die Otto-Hahn-Straße im Abschnitt zwischen der Stahlwerkbrücke und der Einmündung Neudorfstraße von Donnerstag, 3. Januar, bis Montag, 14. Januar, voll gesperrt. mehr...

  • Problemstoff-Sammeltermine

    Problemabfälle und Elektrokleingeräte können zu bestimmten Terminen gebührenfrei in der Kernstadt auf dem Läger-Parkplatz, in Auenheim in der Straße "An der Fohlenweide" oder in Goldscheuer am Parkplatz am Sportzentrum abgegeben werden. mehr...

  • Kehler Adventskalender

    Mit kleinen, kostenfreien Aktionen lädt der Kehler Adventskalender von Samstag, 1. Dezember, bis Freitag, 21. Dezember, wieder dazu ein, in der oft so hektischen Vorweihnachtszeit innezuhalten und sich am Advent zu erfreuen. mehr...

  • Schlagraum-Lose und Polterholz

    Wer Brennholz benötigt und in der Kernstadt wohnt, hat die Möglichkeit, am Samstag, 22. Dezember, um 10 Uhr an einer Versteigerung der Schlagraum-Lose im Korker Wald bei Kehl-Zierolshofen teilzunehmen. mehr...

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Rathausplatz 1 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de