FSJ bei der Kehler Feuerwehr: jeden Tag eine neue Herausforderung

Bereits mit neun Jahren schlüpfte er zum ersten Mal in eine Feuerwehrkluft, und seither ist er den Rettungskräften treu geblieben – als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Appenweier und aktuell als FSJ-ler bei der Feuerwehr Kehl: Adrian Krieg ist „ein Feuerwehrmann durch und durch“, wie der stellvertretende Kommandant der Kehler Wehr, Roland Walter, sagt. Junge Männer wie er oder Frauen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Wache in Kehl leisten wollen, werden noch gesucht: Ab Anfang September sind wieder zwei Stellen frei.

„Nirgendwo lernt man in einem Jahr mehr als hier“, sagt Adrian Krieg am Ende seines Freiwilligen Sozialen Jahres. Seit September 2016 ist er Teil des Teams der Feuerwache und hat in seiner Zeit dort mehr als 150 Einsätze erlebt.
Es ist die Abwechslung, die Adrian Krieg an der Tätigkeit als Feuerwehrmann so gefällt: „Kein Tag ist wie der andere. Ich komme jeden Morgen zur Wache und weiß nicht, was mich erwartet.“ Natürlich gibt es einen Plan für das Freiwillige Soziale Jahr, in dem genau beschrieben wird, was die jungen Männer oder Frauen bei der Feuerwehr lernen sollen: Neben der Wartung und Pflege von Fahrzeugen und Einsatzequipment, wie zum Beispiel Atemschutzmasken, zählt dazu etwa auch die Dokumentation von Einsätzen und die Archivierung von Berichten sowie das Besorgen von Ersatzteilen für Geräte. Der Tag strukturiert sich aber nach den Einsätzen, zu denen die Feuerwehr ausrücken muss: Wenn der Alarm ertönt, heißt es blitzschnell Schutzkleidung anzulegen und loszufahren – ob es nun darum geht, einen Brand zu löschen, den Austritt gefährlicher Substanzen aus einem Zugwaggon zu verhindern oder auch nur eine Taube zu befreien, die im Gemäuer der Friedenskirche feststeckt.

Am Hörer im Einsatzleitwagen: In seinem FSJ bei der Feuerwehr hat Adrian Krieg nicht nur Feuer gelöscht, sondern auch koordinative Aufgaben übernommen.

Zu den Einsätzen, an die sich Adrian Krieg am Ende seines FSJs am besten erinnert, zählt ein Großbrand im Kehler Hafen, wo im September 2016 ein 15 Meter hoher Schrotthaufen Feuer gefangen hatte: Riesige, dichte Rauchwolken stiegen in den Himmel; die im Hafen ansässigen Firmen wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mithilfe des deutsch-französischen Löschbootes gelang es den Rettungskräften innerhalb von vier Stunden, das Feuer zu löschen. Aber auch andere, kleinere Einsätze, werden Adrian Krieg in Erinnerung bleiben, zum Beispiel der, bei dem die Feuerwehrleute mit einer Kettensäge die Tür zu einer verrauchten Wohnung öffnen mussten: Der Versuch, die Sicherheitstür mit dem konventionellen Mittel – einem Beil – zu öffnen, war misslungen und so sahen die Rettungskräfte keine andere Möglichkeit als die, sich mit einem größeren Gerät Zutritt zu verschaffen.
Als Voraussetzung für das FSJ bei der Kehler Feuerwehr musste Adrian Krieg den ersten Teil der Feuerwehrgrundausbildung durchlaufen haben: Durch seine langjährige Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr konnte er dies ohne Probleme belegen. Wer sich auf ein Freiwilliges Soziales Jahr bewirbt, muss außerdem volljährig sein, den Führerschein haben und ein ausreichendes Maß an Motivation und körperlicher Belastbarkeit mitbringen, erklärt Roland Walter, der stellvertretende Feuerwehrkommandant. Er hat in den acht Jahren, seit denen es das Freiwillige Soziale Jahr auf der Wache Kehl gibt, schon einige FSJ-ler mitbetreut und weiß, auf was es ankommt. Männer und Frauen ohne Vorkenntnisse bei der Feuerwehr haben es generell eher schwer, erklärt er. Handwerkliches Geschick sei von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Die wichtigsten Eigenschaften seien Motivation und Leistungsbereitschaft.

FSJ-ler Adrian Krieg (rechts) mit dem stellvertretenden Feuerwehrkommandanten Roland Walter

Bisher hätten sich ausschließlich Abiturienten auf ein FSJ bei der Feuerwehr beworben, berichtet Roland Walter, teilweise kamen sie von weit her, etwa aus Niedersachsen. Der Nachteil: Die Jungs bleiben meist nicht bei der Feuerwehr in Kehl, sondern entscheiden sich danach für eine Ausbildung oder ein Studium. Die Feuerwehr erhofft sich hingegen, durch das Freiwillige Soziale Jahr auch Nachwuchskräfte zu gewinnen – denn die sind rar. Die Nachwuchsgewinnung sei aber nicht der einzige Grund, warum die Kehler Wache jedes Jahr zwei Stellen für den Freiwilligendienst bereit hält, sagt Roland Walter: Die jungen Leute – bisher waren es ausschließlich Männer – bringen „frischen Wind“ in das Team, „das ist eine gute Sache“, meint der stellvertretende Kommandant.
Für Adrian Krieg war das FSJ bei der Feuerwehr wiederum die beste Schule, die er sich vorstellen kann; als „Talentschmiede“ bezeichnet er die Wache.
Ob er später einmal Berufsfeuerwehrmann werden will, weiß er noch nicht, aber dafür müsste er ohnehin erst einmal eine Ausbildung oder ein Studium abschließen. „Der Freiwilligen Feuerwehr werde ich auf jeden Fall treu bleiben“, versichert der 20-Jährige und erklärt, warum er sich so sehr für die Tätigkeit als Feuerwehrmann begeistert: „Es ist einfach eine Genugtuung, Hilfe geleistet zu haben.“

Hintergrund
Auf ein FSJ bei der Feuerwehr können sich junge Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren bewerben, die den ersten Teil der Feuerwehrgrundausbildung (Truppmannausbildung) abgeschlossen haben und einen Führerschein besitzen. Der Freiwilligendienst ist auf ein Jahr angelegt, kann auf Wunsch aber auch auf 18 Monate verlängert werden. Bestandteil des FSJs sind neben der Arbeit auf der Wache und der Begleitung zu Einsätzen auch drei Seminare, die auswärts (zum Beispiel am Gardasee) stattfinden und jeweils eine Woche dauern. Das Deutsche Rote Kreuz, der Träger des FSJs, organisiert die Seminare. Die FSJ-ler werden während ihres einjährigen Einsatzes nicht bezahlt, erhalten aber eine finanzielle Aufwandsentschädigung sowie eine Unterkunfts-, eine Fahrkosten- und eine Verpflegungspauschale. Außerdem haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld.
Weitere Informationen zum Freiwilligen Sozialen Jahr bei der Feuerwehr Kehl erteilt Roland Walter, Telefon: 07851 88-1177, E-Mail: r.walter@stadt-kehl.de.

21.08.2017

 

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