Ortschaftsrat in Goldscheuer befürwortet Nahverkehrskonzept

Wie die Busse nach der Inbetriebnahme des neuen Stadtbussystems fahren könnten und welche Maßnahmen das Radverkehrskonzept für die jeweiligen Ortschaften vorsieht, haben Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke vom Planungsbüro Modus Consult und Baubürgermeister Harald Krapp mit fachlicher Unterstützung von Kora Herrmann, Leiterin des Bereichs Stadtplanung/Umwelt, und Dr. Silke Roder, Leiterin des Bereichs Tiefbau, den Ortschaftsräten von Goldscheuer und Hohnhurst sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern bei einer Informationsveranstaltung am 15. Februar erläutert. Nach der Bürgerbeteiligungsrunde, bei der Anregungen aufgenommen und Verständnisfragen geklärt wurden, befürwortete der Ortschaftsrat Goldscheuer das neue Buskonzept – das Hohnhurster Gremium wird in der kommenden Woche Stellung nehmen.

Mehr Fahrten, eine dichtere Haltestellenfolge – fünf neu Haltestellen alleine in den südlichen Ortschaften Marlen, Goldscheuer und Kittersburg –, direkte Wegstrecken, Umstiegssicherheit beim geplanten Bus-Rendezvous, kurze Umsteigezeiten, ein Angebot auch in den Schwachverkehrszeiten, einprägsame Taktzeiten sowie ein voll integrierter Schülerverkehr: So fasste Verkehrsplaner Frank Gericke die Vorzüge der Pläne für das neue Buskonzept zusammen und betonte: „Mit dem verbesserten Angebot wollen wir auch diejenigen erreichen, die öffentliche Verkehrsmittel bisher noch nicht nutzen.“

Wie die Busse nach der Inbetriebnahme des neuen Stadtbussystems fahren könnten und welche Maßnahmen das Radverkehrskonzept für die jeweiligen Ortschaften vorsieht, haben Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke vom Planungsbüro Modus Consult und Baubürgermeister Harald Krapp (Kopfseite der Tische von links) den Ortschaftsräten von Goldscheuer und Hohnhurst sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt.

Darum habe man sehr viel Wert darauf gelegt, das Netz – auch in Richtung Straßburg – auszubauen. Beschließt der Gemeinderat das neue System, werden die Buslinien werktags in der Kernzeit zwischen 6 Uhr und 18 Uhr alle 30 Minuten fahren; freitags und samstags bestehe die Möglichkeit, den Bus bis ein Uhr nachts zu nutzen.
Damit Kehlerinnen und Kehler auch in den Nachtstunden unter der Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren können, soll zusätzlich ein Anruf-Linien-Taxi eingeführt werden. Als Teil der regulären Buslinien hätte das Taxi dieselben Fahrtwege, Fahrzeiten und Haltestellen wie Busse, zudem würden bei der Nutzung dieselben Fahrpreise gelten. Der einzige Unterschied zu den regulären Bussen bestehe darin, dass das Taxi spätestens 30 Minuten vor der regulären Abfahrtszeit geordert werden muss, damit es die Route bedient. Vor allem Hohnhurst soll durch das Anruf-Linien-Taxi an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden – denn wegen der dichten Taktung an der Rendezvous-Haltestelle sei es zeitlich nicht möglich, dass die Stadtbuslinien bis in die Ortschaft durchfahren, wie Frank Gericke erklärt.
„Das ist kein verbessertes Angebot für uns“, bemängelte ein Hohnhurster. Er sei sicher, dass niemand den extra Aufwand auf sich nehme und mit dem Taxi auf den öffentlichen Nahverkehr umsteige. Viele andere Städte hätten dieses System erfolgreich eingeführt, um auch Haltestellen mit geringer Nachfrage bedienen zu können, erläuterte Baubürgermeister Harald Krapp und hob die Flexibilität hervor: „Pendler können beispielsweise das Taxi auch nutzen, ohne jeden Tag anzurufen, man bestellt es einfach sonntags für die gesamte Woche vor.“ Es bestehe für die Hohnhurster demnach auch ohne reguläre Stadtbuslinie ein deutlich verbessertes Angebot. Zudem könne das Bussystem nachträglich auf Hohnhurst ausgeweitet werden, wenn die Nachfrage in der Ortschaft tatsächlich steige. Solange die Busse aber mehr oder weniger leer blieben, sei das Anruf-Linien-Taxi deutlich wirtschaftlicher.
„Alle Kehler Schulstandorte wurden in das neue System voll integriert“, beantwortete Frank Gericke die Frage einer Bürgerin, die sich nach Verbesserungen für den Schülerverkehr erkundigte. Bessere Anbindungen nach Offenburg oder in die Realschule nach Ichenheim seien im Rahmen des Konzepts allerdings nicht möglich gewesen. Änderungen beim Regionalverkehr, die Auswirkungen auf das gesamte Regionalnetz haben, müssten vom Landkreis beschlossen und vom jeweiligen Schulträger oder der jeweiligen Gemeinde – im Falle von Ichenheim ist das Neuried – beantragt werden. „Die Stadt Kehl hat das nicht in der Hand und kann nur Gespräche führen“, bestätigte auch Harald Krapp.

Radwegekonzept
Im Anschluss stellten Frank Gericke und Gerd Baumer als Vertreter der Bürgerbeteiligungsgruppe den aktuellen Planungsstand des Radverkehrskonzepts vor und erläuterten den Anwesenden ausgewählte Maßnahmen, um das Radwegenetz in den einzelnen Ortschaften sicherer und komfortabeler zu gestalten. „Unsere Priorität liegt auf einer lückenlosen, sicheren und erkennbaren Verbindung der einzelnen Stadtteile“, erklärte der Verkehrsplaner. Auf Wunsch der Ortschaft Goldscheuer sollen mehr Straßen, wie beispielsweise der Gemeindeverbindungsweg zwischen Goldscheuer und Kittersburg, durch neue Beschilderungen als Radwege gekennzeichnet werden. Auch Bordsteinabsenkungen, Schutzstreifen, grüne Leit-Piktogramme und Querungshilfen, wie etwa in der Eschauer Allee, werden in dem knapp 90 Maßnahmen umfassenden Katalog aufgelistet.


Nach der Auftaktveranstaltung in Goldscheuer werden auch den anderen Kehler Ortschaften sowie den Bürgerinnen und Bürgern aus der Kernstadt in drei weiteren gebündelten Informationsveranstaltungen das ausgearbeitete Bussystem sowie die Maßnahmen für den Radverkehr präsentiert. Die Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Kehlerinnen und Kehler für das Radwegekonzept werden gesammelt und fließen in das Gesamtkonzept ein. Das Buskonzept dagegen ist bereits fertig ausgearbeitet und muss vom Gemeinderat nur noch beschlossen werden. Es wird dem Gremium vorgelegt, sobald die Ortschaften ihre Zustimmung bekundet haben. Eingeführt wird das neue System mit der Inbetriebnahme der Tramlinie D bis zum Kehler Rathaus im Dezember 2018.

Die noch folgenden Informationsveranstaltungen mit Verkehrsplaner Frank Gericke im Überblick:

19. Februar 2018: 18:30 Uhr, Foyer Halle Kork, Information für die Ortschaften Kork, Neumühl, Odelshofen und Querbach
20. Februar 2018: 18 Uhr, Bürgersaal Auenheim, Information für die Ortschaften Auenheim, Leutesheim, Bodersweier, Zierolshofen
27. Februar 2018: 17 Uhr, Zedernsaal der Stadthalle Kehl, Informationen für die Kernstadt


Hintergrund:
Das neue Buskonzept sieht vor, bestehende Regionalbuslinien und neue Stadtbuslinien miteinander zu verknüpfen. Die Ortschaften und Stadtteile der Kernstadt sollen dabei untereinander und mit der Innenstadt besser verbunden werden. Es wurde von der Stadtverwaltung 2012 in Auftrag gegeben und gemeinsam mit dem Karlsruher Planungsbüro Modus Consult entwickelt – außerdem hatten Kehlerinnen und Kehler bei verschiedenen Bürgerabenden die Möglichkeit, Anregungen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Auch während der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes, an der insbesondere die Gruppen Fahrradfreundliches Kehl und die Radlergruppe Kehl (entstanden aus der Bürgerwerkstatt Rad) beteiligt waren, hatten Kehlerinnen und Kehler mehrfach Gelegenheit, auf Problemstellen im Radwegenetz hinzuweisen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Verkehrsplaner stellte eine Bürgergruppe anschließend einen Katalog mit insgesamt 90 Maßnahmen zusammen, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden sollen.

16.02.2018

 

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