Kork, Neumühl, Odelshofen und Querbach befürworten neues Nahverkehrskonzept

Mit einstimmigen Beschlüssen empfehlen die Ortschaftsräte von Neumühl, Odelshofen und Querbach dem Gemeinderat, das neue Nahverkehrskonzept in seiner Sitzung am Mittwoch, 28. Februar, zu beschließen; im Korker Gremium gab es bei der Beschlussempfehlung eine Enthaltung. Gemeinsam mit den Ortschaftsräten hatten sich knapp 40 Bürgerinnen und Bürger in der Korker Gemeindehalle die Konzepte für den Bus- und den Radverkehr von Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke vorstellen lassen. Bürgermeister Harald Krapp bedankte sich am Ende der dreistündigen Veranstaltung für die „aktive Diskussion“ und machte deutlich, dass die Stadt für das neue Buskonzept jährlich etwa eine Millionen Euro aufwenden wird.

Mit einem Großteil dieses Geldes wird der Anschluss der Ortschaften durch das Bussystem an die Kernstadt – und damit auch an die Tram nach Straßburg – verbessert. So verdoppeln sich zum Beispiel in Neumühl die Fahrten sowohl während der Woche als auch an Samstagen; an Sonntagen fahren statt drei künftig 17 Busse. In Kork verdichtet sich die Erschließung nicht nur durch die zusätzlichen Busfahrten, sondern auch durch vier zusätzliche Haltestellen. Odelshofen bekommt eine weitere Haltestelle und während der Woche zwölf zusätzliche Fahrten pro Tag. An Samstagen steigt die Zahl der Busverbindungen von 13 auf 21; an Sonntagen von drei auf elf. In Querbach bleibt es bei einer Haltestelle, die wird jedoch von Montag bis Donnerstag jeweils 61 Mal pro Tag angesteuert – das sind 39 Fahrten mehr als heute. An Samstagen bestehen 48 Verbindungen, an Sonntagen zwölf.
Dass gerade in den sogenannten Schwachlastzeiten – also außerhalb des Berufs- und des Schülerverkehrs – Busverbindungen in die Kernstadt angeboten werden, stellte Frank Gericke als große Verbesserung des Nahverkehrsangebotes heraus. So wird freitags und samstags bis Mitternacht ein dichter Takt angeboten. Von Montag bis Donnerstag können die Querbacherinnen und Querbacher nach 20 Uhr das Angebot des Anruf-Linien-Taxis nutzen: Dieses fährt die gleichen Haltestellen an wie der Bus; der Fahrgast muss nur eine halbe Stunde vor Abfahrt telefonisch anmelden, dass er mitfahren möchte. Genutzt werden kann das Anruf-Linien-Taxi mit dem Busticket.

Groß war das Interesse am Nahverkehrs- und Radwegekonzept in den Ortschaften Kork, Neumühl, Odelshofen und Querbach: Knapp 40 Bürgerinnen und Bürger verfolgten Vorstellung und Diskussion.zoom

Auf Nachfragen von mehreren Eltern aus den betroffenen Ortschaften erläuterte der städtische ÖPNV-Manager Andreas Müller, dass die Schüler morgens zu Schulbeginn direkt zum Schulzentrum gefahren würden und nach der sechsten Stunde von dort zurück in die Ortschaften. Wer zu anderen Zeiten Unterricht habe, könne am Rendezvous-Halt am Rathaus ohne Wartezeiten umsteigen.
Diskussionsthema war auch die Einbindung des Korker Bahnhofs ins Busnetz: Diese wurde von den Bewohnerinnen und Bewohnern aus den Ortschaften grundsätzlich sehr begrüßt, gleichzeitig wurde bemängelt, dass die Ankunft des Busses nicht ausreichend auf alle Abfahrtszeiten der Ortenau-S-Bahn abgestimmt seien. Für Verkehrsplaner Frank Gericke eine unlösbare Aufgabe: Würde man die Verknüpfung von Bus und Zug am Korker Bahnhof in den Vordergrund stellen, müsste man das Rendezvous am Kehler Rathaus dafür aufgeben. Dann würden dort lange Wartezeiten für alle Fahrgäste entstehen, die dort umsteigen wollten, argumentierte er.

Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke erläuterte in der Gemeindehalle in Kork sowohl das Nahverkehrs- also auch das Radwegekonzept für Kork, Odelshofen, Neumühl und Querbach.zoom

Radwegekonzept

Während das Buskonzept inzwischen so gut wie fertig ist, liegt das Radwegekonzept für die Gesamtstadt im Entwurf vor – Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Ortschaftsräte können noch eingearbeitet werden. Entstanden ist das Konzept in Zusammenarbeit des Planungsbüros Modus Consult mit den städtischen Bereichen Stadtplanung und Tiefbau sowie dem Arbeitskreis Radverkehr, in dem sich Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Radgruppen zusammengefunden haben. Als ihr Vertreter lobte Gerd Baumer am Montagabend die Kooperation und gab der Hoffnung Ausdruck, „dass man bis zur Inbetriebnahme der Tram bis zum Rathaus etwas sieht“ und „dass aus den Ortschaften noch die eine oder andere Anregung kommt, die wir nicht auf dem Schirm hatten“.
Dr. Frank Gericke erläuterte für jede Ortschaft im Detail, welche Verbesserungen für den Radverkehr möglich sind: So wäre in der Ortsdurchfahrt von Neumühl ein Radstreifen nach dem Vorbild von Marlen und Goldscheuer denkbar. Zwar sei das Verkehrsaufkommen dort weniger hoch, dafür gelte Tempo 50 und an den Straßenrändern würde geparkt. Den Einwand von Ortsvorsteher Fritz Vogt, dass man der Bäckerei ungern die Parkmöglichkeiten nehmen würde, erklärte der Verkehrsplaner, dass in solchen Fällen über eine Unterbrechung des Radstreifens nachgedacht werden könne. Als sehr problematisch wurde die Anbindung des Radwegs über die Neumühler Brücke gesehen: „Es gibt keine Vorfahrt für den Radfahrer; das ist eine Situation, um die man sich bald kümmern sollte“, stellte Frank Gericke klar.
Auch in Kork sehen Frank Gericke und der Arbeitskreis Radverkehr Verbesserungsmöglichkeiten: Schwierige –Abbiegebeziehungen könnten durch Aufstellflächen verbessert werden, mit Piktogrammen könnten Autofahrer auf querende Radfahrer hingewiesen werden – das Gleiche gilt auch für Odelshofen. In Querbach ist die Querung der Landstraße als Konflikt identifiziert aber noch nicht abschließend gelöst.
Grundsätzlich soll das Radwegekonzept dazu beitragen, dass sich Radfahrer auch in den Bereichen der Gesamtstadt gut orientieren können, die sie nur selten anfahren. „Aus der Perspektive des Radfahrers sieht die Straße anders aus“, mahnte Frank Gericke und plädierte dafür, Leitpiktogramme aufzubringen, die dem Autofahrer signalisieren, dass jederzeit ein Radfahrer auftauchen könne. Von den 18 in den vier Ortschaften ausgearbeiteten Maßnahmen, seien sieben als prioritär bewertet mit Kosten von 73 500 Euro, erläuterte Frank Gericke. Diese Maßnahmen sollten zuerst umgesetzt werden.

21.02.2018

 

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