Zustimmung zu Nahverkehrskonzept auch in Auenheim

Einstimmig hat auch der Auenheimer Ortschaftsrat seine Zustimmung zum neuen Nahverkehrskonzept bekundet. Die Pläne für den Bus- und Radverkehr wurden dem Gremium am 20. Februar in einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung mit den Ortschaftsräten aus Bodersweier, Zierolshofen und Leutesheim sowie knapp 40 interessierten Bürgerinnen und Bürgern von Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke vorgestellt. Fachliche Unterstützung erhielt er von Dr. Silke Roder, Leiterin des Bereichs Tiefbau, und Andreas Müller, dem städtischen ÖPNV-Manager. Die Gremien aus Bodersweier, Leutesheim und Zierolshofen werden in den kommenden Tagen Stellung nehmen – die Beschlussfassung im Gemeinderat ist für den 28. Februar vorgesehen.

„Wir wollen vor allem Gelegenheitsfahrer und Nichtnutzer des öffentlichen Nahverkehrs von dem neuen Konzept überzeugen“, betonte Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke. Das Angebot stelle eine deutliche Verbesserung dar und sei vor allem durch den verdichteten Takt auch für die Menschen attraktiv, die heute noch nicht mit dem Bus fahren. So steigert sich beispielsweise in Auenheim das Angebot unter der Woche von 31auf 64 Fahrten pro Tag, in Leutesheim von 31 auf 94 und in Bodersweier sogar von 22 auf 102 Fahrten. In Zierolshofen wird es sieben zusätzliche Fahrten geben. Dort verbessert sich das Angebot vor allem durch die neue Direktverbindung zum Korker Bahnhof.

Die Pläne für den Bus- und Radverkehr wurden dem Auenheimer Gremium in einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung mit den Ortschaftsräten aus Bodersweier, Zierolshofen und Leutesheim sowie knapp 40 interessierten Bürgerinnen und Bürgern von Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke vorgestellt.

Deutlich mehr Fahrten werden in allen vier Ortschaften vor allem auch am Wochenende angeboten: Freitags und samstags fährt der Bus stündlich bis nachts um ein Uhr nach Auenheim, Leutesheim und Bodersweier; sonntags werden die Ortschaften zwischen 10 Uhr und 22 Uhr angefahren. In Zierolshofen wird das Angebot am Wochenende sowie montags bis donnerstags ab 20 Uhr durch ein Anruf-Linien-Taxi ausgebaut.
In den sogenannten Schwachverkehrszeiten – also außerhalb des Berufs- und des Schülerverkehrs – werden auch Auenheim, Leutesheim und Bodersweier von dem Anruf-Linien-Taxi bedient. Den Busersatz können Bürgerinnen und Bürger montags bis freitags von 20 Uhr bis ein Uhr nachts und samstags von 16 Uhr bis ein Uhr nachts nutzen.
In Leutesheim verdichtet sich die Erschließung nicht nur durch die zusätzlichen Busfahrten, sondern auch durch vier zusätzliche Haltestellen; in Auenheim werden die Haltestellen von zwei auf sieben aufgestockt und auch in Bodersweier wird der Bus künftig fünfmal öfter halten. In Zierolshofen bleibt es bei einer Haltestelle, die dafür aber von Montag bis Donnerstag jeweils 28 Mal pro Tag angesteuert wird. An Samstagen bestehen – zählt man das Anruf-Linien-Taxi dazu – 27 Verbindungen, an Sonntagen sieben.
Auch das Auenheimer Gewerbegebiet wird künftig vom Anruf-Linien-Taxi bedient. Dort sind drei zusätzliche Haltestellen vorgesehen, die werktags bis zu zwölfmal angefahren werden können. Werde dieses Angebot stark genug frequentiert, sei es möglich, das Gewerbegebiet nachträglich durch eine gesonderte Stadtbuslinie anzubinden, erklärte ÖPNV-Manager Andreas Müller. In der jetzigen Planung könne die zusätzliche Schleife wegen der dichten Taktung am Rendezvous-Halt allerdings nicht in die Linienführung der Stadtbusse integriert werden.
Auf Nachfrage mehrerer Eltern erläuterte Andreas Mül-ler, dass sich an den Busverbindungen für Schülerinnen und Schüler nichts ändern werde. Alle Kehler Schulstandorte seien vollständig in das neue System integriert. Von Leutesheim aus werde auch weiterhin die Direktverbindung zum Kehler Schulzentrum angeboten, so dass die Schüler morgens zu Schulbeginn direkt zum Schulzentrum gefahren würden und nach der sechsten Stunde von dort zurück in die Ortschaften. Wer zu anderen Zeiten Unterricht habe, könne am Rendezvous-Halt am Rathaus ohne Wartezeiten umsteigen. Auch die Spezialverbindung für Kinder aus Zierolshofen und Bodersweier an die Grundschule in Leutesheim bleibe bestehen, ebenso wie die Anbindung nach Rheinau.

Radwegekonzept

Gemeinsam mit Gerd Baumer als Vertreter des Arbeits-kreises Radverkehr erläuterte Frank Gericke den An-wesenden auch, welche Verbesserungen für das Kehler Radwegenetz vorgesehen sind. Dabei hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Anregungen und Wünsche zu äußern. Denn während das Buskonzept inzwischen so gut wie fertig ist, liegt das Radwegekonzept für die Gesamtstadt bisher nur im Entwurf vor – das bedeutet, dass Änderungsvorschläge noch eingearbeitet werden können.
„Unsere Priorität lag auf der Verbindung der einzelnen Stadtteile“, erklärte der Verkehrsplaner. Das Radwege-netz müsse so ausgebaut und verbessert werden, dass jede Bürgerin und jeder Bürger die Strecken einfach und sicher bewältigen könne. In Leutesheim wurden neun Maßnahmen identifiziert, um dieses Ziel zu errei-chen, in Auenheim fünf, und in Bodersweier sowie Zierolshofen jeweils vier. Weil auch Radfahrer das Recht auf kurze Wege hätten, sollten vor allem die Ortsdurchfahrten für Radfahrer ausgebaut werden, wie Frank Gericke betonte. In Leutesheim, Auenheim und Bodersweier sind in den Hauptstraßen darum Schutz-streifen vorgesehen, auf denen in regelmäßigen Ab-ständen grüne Leit-Piktogramme aufgebracht werden. Diese sollen den Radfahrern frühzeitig die Wegefüh-rung anzeigen und so die Orientierung erleichtern. Weil die Hauptstraße in Zierolshofen für einen Schutzstreifen zu schmal ist, soll dort stattdessen die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt werden.
Der Zierolshofener Ortsvorsteher Heinz Speck merkte an, dass der Verbindungsweg zwischen Zierolshofen und Bodersweier ebenfalls in den Maßnahmenkatalog mitaufgenommen werden müsse. Dies sei die Haupt-route für Schülerinnen und Schüler und solle darum auch als Radweg gekennzeichnet werden. Für die Kinder und Jugendlichen, die in Leutesheim in den Bus steigen, um in die Rheinauer Schulen zu gelangen, sollten dort auf Wunsch vieler Eltern zudem die Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen werden.
Ein weiteres Diskussionsthema war auch die Anbin-dung an den Kehler Hafen. Dieser sei bisher noch nicht an das Radwegenetz angeschlossen, obwohl dort mehr als 5000 Menschen arbeiteten, gab ein Bürger zu Bedenken. Sie seien deswegen mit der Hafenverwaltung im Gespräch, das Thema wurde bereits „intensiv diskutiert“, versicherte Gerd Baumer. Eine Option wäre beispielsweise, den Grünstreifen in der Hafenstraße Ost zum Radweg umzubauen. Hier ist allerdings noch keine abschließende Lösung gefunden worden.


Die Informationsveranstaltung für die Einwohner der Kernstadt findet am Dienstag, 27. Februar, um 17 Uhr im Zedernsaal der Stadthalle Kehl statt.

Dabei stellt Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke die Pläne für das neue Bus- und Radwegekonzept vor und beantwortet die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Außerdem haben Bürgerinnen und Bürger ein weiteres Mal die Möglichkeit, ihre Anregungen und Vorschläge für das Radwegekonzept einzubringen. Denn während das Buskonzept inzwischen so gut wie fertig ist, liegt das Radwegekonzept für die Gesamtstadt bisher nur im Entwurf vor – das bedeutet, dass Änderungsvorschläge noch eingearbeitet werden können.

Das neue Nahverkehrskonzept wurde von der Stadt gemeinsam mit dem Karlsruher Planungsbüro Modus Consult entwickelt – außerdem hatten Kehlerinnen und Kehler bei verschiedenen Bürgerwerkstätten die Möglichkeit, Anregungen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Auch während der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes, an der insbesondere die Gruppen Fahrradfreundliches Kehl und Radlergruppe Kehl beteiligt waren, hatten Kehlerinnen und Kehler mehrfach Gelegenheit, auf Problemstellen im Radwegenetz hinzuweisen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Verkehrsplaner stellte eine Bürgergruppe anschließend einen Katalog von Maßnahmen zusammen, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden sollen.

22.02.2018

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de