Verkehrsschau am Kreisverkehr Gewerbegebiet Sundheim

Lässt sich die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer am Kreisverkehr der L75 auf Höhe des Sundheimer Rheintalcenters noch erhöhen? Bei einer Verkehrsschau am Donnerstagmorgen (8. März) haben Oberbürgermeister Toni Vetrano, Gemeinderatsmitglieder sowie Experten der Polizei, der Stadtverwaltung, des Straßenbauamts und der Straßenmeisterei Offenburg sich die Verkehrssituation am sogenannten Turbokreisel genau angesehen und über mögliche Verbesserungen diskutiert.

Zehn Unfälle hat die Polizei erfasst, seit der zweispurige Kreisverkehr vor knapp drei Jahren gebaut wurde, davon waren sieben reine Blechschäden. Ein Motorradfahrer wurde 2016 bei einem Zusammenstoß leicht verletzt, in diesem Januar zog sich eine Leichtkraftfahrerin bei einem Unfall schwere Verletzungen zu. Im Februar verunglückte ein Trike-Fahrer tödlich, dabei wurden weitere Verkehrsteilnehmer verletzt. „Diese Unfälle haben sich auf unterschiedliche Weise und an verschiedenen Stellen des Kreisverkehrs zugetragen“, erläuterte Polizeihauptkommissar Gerd Jund bei der Verkehrsschau, deshalb kristallisiere sich keine spezielle Stelle heraus, an der zwangsläufig Verbesserungen vorgenommen werden müssten. Auch von einer Unfallhäufigkeit im Kreisverkehr könne man angesichts der Statistik nicht sprechen.

Verkehrsschau am Turbokreisel Sundheimer Gewerbegebietzoom

Ein Problem konnten die Verkehrsschauteilnehmer, zu denen auch der Kehler Bürger Robert Benchikh und Stadträtin Gisela Kubitschek-Müller sowie die Stadträte Karim Said, Heinz Faulhaber und Patric Jockers zählten, während ihrer rund einstündigen Beobachtung dennoch immer wieder feststellen: rücksichtslose Autofahrer, welche mit überhöhter Geschwindigkeit in den Kreisverkehr einfahren und im Kreisel die Spuren wechseln – entweder aus Bequemlichkeit, um möglichst geradeaus fahren zu können, oder als Überholmanöver. Patric Jockers und Heinz Faulhaber fragten deshalb, ob man die Autofahrer nicht zwingen könne, in ihrer Spur zu bleiben, beziehungsweise, ob man eine Einfahrtsspur für alle Fahrzeuge – außer dem Schwerlastverkehr – sperren könne. „Damit würde man die Leistungsfähigkeit des Kreisels stark einschränken“, gab Christian Kohm vom Straßenbauamt des Landratsamts zu bedenken, ein Turbokreisverkehr sei „das Richtige an der Stelle“.
Der Kreisverkehr war deshalb zweispurig gebaut worden, weil das Gewerbegebiet Sundheim immer stärker frequentiert wurde: Umfangreiche Verkehrserhebungen aus den Jahren 2005 und 2012 hatten gezeigt, dass die damalige B36 (jetzt: L75), die Hauptstraße und die Daimlerstraße insgesamt sehr viel Verkehr aufnahmen. An den Zu- und Ausfahrten kam es immer häufiger zu teils gefährlichen Rückstaus. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens war deshalb ein neues Erschließungskonzept erarbeitet worden, das unter anderem den Turbokreisel im Bereich der nördlichen Zufahrt zum Rheintalcenter vorsah. „Das Gebiet entwickelt sich auch jetzt immer noch weiter, dieser Kreisverkehr kann das hohe Verkehrsaufkommen gut aufnehmen“, bestätigte Polizeihauptkommissar Gerd Jund die Einschätzung der Stadtverwaltung und des Straßenbauamts. Verbessert werden könne die Situation aber möglicherweise noch durch eine Wegweisung, die auch Ortsunkundigen schon vor Einfahrt in den Kreisel anzeige, welche Spur sie je nach Fahrtziel wählen sollten. Dieser Vorschlag fand breite Zustimmung.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Verkehrsschau am Kreisverkehr Sundheimer Gewerbegebiet: vordere Reihe v.l.: Stadtrat Patric Jockers, Gerlinde Ulrich (Leiterin Verkehrswesen bei der Stadtverwaltung), Stadtrat Heinz Faulhaber, Sylvana Hurst (Bereich Tiefbau bei der Stadtverwaltung), Polizeihauptkommissar Gerd Jund, Stadtrat Karim Said, Stadträtin Gisela Kubitschek-Müller, OB Toni Vetrano und Robert Benchikh; hintere Reihe: Marcel Schiff und Kim Durban von der Straßenmeisterei Offenburg, Christian Kohm vom Straßenbauamt des Landratsamtszoom

„Darüber hinaus scheint es in erster Linie ein Geschwindigkeitsproblem zu geben“, fasste Oberbürgermeister Toni Vetrano die Beobachtungen zusammen. Christian Kohm vom Straßenbauamt schlug deshalb vor, für aus Marlen kommende Autofahrer die Geschwindigkeit bereits hinter der Einmündung der Kreisstraße auf Tempo 50 zu reduzieren; denkbar sei auch ein Tempo-Display mit Smiley. Zusätzlich zum Ortseingangsschild könne die Geschwindigkeitsbegrenzung als Piktogramm auf der Fahrbahn vor dem Kreisverkehr wiederholt werden. „Diese Ideen werden wir zeitnah umsetzen“, kündigte der Rathauschef am Ende der Verkehrsschau an. Anschließend müsse die Situation am Kreisverkehr weiterhin genau beobachtet werden.

09.03.2018

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

Familienbörse

Wer Familien von der anderen Rheinseite kennenlernen möchte, findet hier Kontakte.

Termine

 
 

Stadtverwaltung Kehl · Hauptstraße 85 · 77694 Kehl · Tel.: 07851 88-0 · Fax: 07851 88-1102 · info@stadt-kehl.de