Stoff statt Plastik – Kehler Wochenmarkt soll plastikfrei werden

Eine Billion Stück – auf diese Anzahl wird der jährliche Verbrauch an Plastiktüten weltweit geschätzt. Auch auf dem Kehler Wochenmarkt stehen Einweg-Plastiktüten zum Verstauen von Obst und Gemüse hoch im Kurs. Dabei wäre die Lösung für dieses Müllproblem eigentlich ganz einfach: Wer für seinen Einkauf eine wiederverwendbare Tragetasche einpackt, muss die Lebensmittel nicht in Plastiktüten stecken – das erspart unnötigen Müll und ist gut fürs Klima. Mit Tragetaschen aus Stoff, die seit Freitag, 9. März, für einen Euro in der Tourist-Information und bei den Standbetreibern erworben werden können, möchte die Arbeitsgruppe „Littering/Vermüllung“ Marktbesucherinnen und -besucher dazu bewegen, weniger Plastik zu verbrauchen.

Qualität, Vielfalt, herzlich und familiär: In Form eines grünen Apfels steht auf der kehl-blauen Stofftasche geschrieben, was Besucherinnen und Besucher des Kehler Wochenmarkts erwarten dürfen. Die Tasche stammt aus fairem Handel – das bedeutet, dass bei der Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden – und wurde von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Littering/Vermüllung“ gemeinsam mit der Kehl Marketing GmbH und in Abstimmung mit den Marktstandbetreibern konzipiert.

(von links) Marktmeister Klaus Scheuer, die städtische Umweltreferentin Ann-Margret Amui-Vedel, Volker Lorenz von der Kehl Marketing GmbH und Marktmeister Claudiu Sofronescu rufen mit den Fairtrade-Einkaufstaschen zu einem bewussteren Umgang mit Plastiktüten auf.zoom

„Zusammen haben wir eine schöne und sinnvolle Lösung für das Plastikproblem auf dem Kehler Wochenmarkt gefunden“, freut sich Ann-Margret Amui-Vedel vom Bereich Stadtplanung/Umwelt. Dies sei ein weiterer wichtiger Schritt für die Umwelt und ein saubereres Kehl. „Wer immer eine Einkaufstasche im Auto oder in der Handtasche parat hat, hilft der Umwelt mehr, als er vielleicht glaubt“, betont sie. Denn im Schnitt sind die Plastiktüten, die beim Einkauf über die Theke wandern, nur 25 Minuten in Gebrauch, bevor sie im schlimmsten Fall mehrere hundert Jahre lang das Ökosystem belasten. Mit den Tragetaschen in Kehl-Blau möchte die Arbeitsgruppe den Marktbesuchern eine Alternative aufzeigen und den Umstieg erleichtern: „Weil die Taschen von der Stadtverwaltung bezuschusst werden, kosten sie nur einen Euro und stehen während des Einkaufs jederzeit zur Verfügung“, erklärt Volker Lorenz, Bereichsleiter Märkte bei der Kehl Marketing GmbH. So habe jeder die Möglichkeit, auf Plastik beim Einkauf zu verzichten – selbst wenn der Korb oder eine wiederverwendbare Tasche zuhause vergessen wurde.

Wer für seinen Einkauf eine wiederverwendbare Tragetasche einpackt, muss die Lebensmittel nicht in Plastiktüten stecken – das erspart unnötigen Müll und ist gut fürs Klima. zoom

Die Arbeitsgruppe versucht aber nicht nur mit den Stofftaschen, den Plastikverbrauch auf dem Wochenmarkt einzudämmen: Auch die Verwendung von Mehrweg- statt Einweggeschirr wurde im vergangenen Jahr erfolgreich eingeführt. So servieren inzwischen alle Essenstandbetreiber ihre Gerichte auf Mehrweggeschirr. Bei Bedarf stellt die Stadtverwaltung dafür Teller aus dem früheren Geschirrrbestand der Stadthalle zur Verfügung. Das Essen zum Mitnehmen werde zwar auch weiterhin in Einwegverpackungen verkauft, das Müllaufkommen sei insgesamt aber deutlich reduziert worden, berichtet Volker Lorenz. In einem weiteren Schritt möchte die Arbeitsgruppe die Standbetreiber überzeugen, auf dem Wochenmarkt auch keine pfandfreien Flaschen mehr zu verkaufen. Stattdessen sollen die Beschicker bei ihrer Getränkeauswahl auf Mehrwegflaschen umsteigen. Wer Interesse daran hat, sich an der Arbeitsgruppe „Littering/Vermüllung“ zu beteiligen, kann sich bei Ann-Margret Amui-Vedel telefonisch unter 07851 88-1195 oder per E-Mail an a.amui-vedel@stadt-kehl.de melden.

Info:
Jeder Deutsche verbraucht nach Angaben des Bundesumweltamts pro Jahr ungefähr 76 Plastiktüten und 39 sogenannte „Hemdchenbeutel“, die für Gemüse und Obst verwendet werden. Das bedeutet, dass jedes Jahr 9,2 Milliarden Plastiktüten weggeworfen werden – oder 95 000 Tonnen Kunststoff. Ein Teil davon landet in der Umwelt und gelangt früher oder später über Flüsse ins Meer. Alleine auf dem Boden der Nordsee befinden sich inzwischen bis zu 600 000 Kubikmeter Müll – drei Viertel davon besteht aus Plastik. Dieses zersetzt sich in immer kleinere Teile und stellt für die im Meer lebenden Tiere eine große Gefahr dar, denn häufig verwechseln sie die Plastikfragmente mit Nahrung und werden krank oder verenden daran. Gleichzeitig gelangt das Mikroplastik auf diese Weise auch in die menschliche Nahrungskette. Ein weiteres Problem ist die Abbauzeit der Plastiktüten: Weil das Plastik durch seine hohe Beständigkeit sehr langlebig und nicht natürlich abbaubar ist, beträgt sie bis zu mehrere hundert Jahre. Und auch zur Luftverschmutzung tragen die Plastiktüten bei: Der Verbrauch von jährlich rund einer Billion Plastiktüten weltweit verursacht CO2-Emmissionen von mehr als 30 Millionen Tonnen.

09.03.2018

 

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